25.10.2019 - 16:07

Neurowissenschaft Amerikanische Studie: Weniger grübeln kann das Leben verlängern

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Je härter die Arbeit der Nervenzellen im Gehirn, desto kürzer die Lebensdauer. Das haben Bostoner Wissenschaftler aktuell herausgefunden. Wer also weniger grübelt, kann demnach sein Leben vielleicht sogar verlängern.

Foto: iStock/MangoStar_Studio

Je härter die Arbeit der Nervenzellen im Gehirn, desto kürzer die Lebensdauer. Das haben Bostoner Wissenschaftler aktuell herausgefunden. Wer also weniger grübelt, kann demnach sein Leben vielleicht sogar verlängern.

Menschen, die weniger grübeln und sich regelmäßige Denkpausen gönnen, haben laut einer aktuellen amerikanischen Studie größere Chancen, länger zu leben. Und zwar aus diesen Gründen!

Dass der Alterungsprozess sich auf die Funktion von Nervenzellen auswirkt, ist bekannt – doch es geht auch anders herum. So kann die (Über)-Aktivität von Nervenzellen auch das Fortschreiten des Alterns und damit die Lebensdauer beeinflussen.

US-Forscher haben in ihrer neuen Studie herausgefunden, dass Menschen, die ihr Gehirn nicht unter Dauerstrom setzen, auch mal abschalten und weniger grübeln, eine längere Lebenserwartung haben können. Das sind die Gründe.

Grundlage der Studie zur längeren Lebenserwartung – weniger grübeln

Wissenschaftler der Harvard Medical School untersuchten in ihrer Studie neben dem Gehirngewebe von Menschen, die nur 60 bis 70 Jahre alt wurden, auch das von Menschen, die mindestens 99 Jahre alt wurden.

Dabei konnten Sie bei den sehr alt gewordenen Menschen eine erhöhte Konzentration des Proteins REST feststellen. Dieses hat eine schützende Wirkung auf die Nerven, es steuert nicht nur die Aktivität der Hirnzellen, es kann die Signalübertragung durch aktivierte Synapsen auch zum Teil unterdrücken.

Wozu das gut ist? Dadurch sorgt REST für ein Gleichgewicht zwischen erregenden und hemmenden Synapsen und verhindert das schnelle Absterben von Gehirnzellen.

Übermäßig erregte Nerven sind schädlich

Da die Messung des Proteins REST bei lebenden Menschen nicht möglich ist, wurden die Versuche auf Würmer und Mäuse übertragen. Bei einer Erhöhung der Proteinaktivität verringerte sich gleichzeitig die Gehirnaktivität und die Lebenserwartung stieg. Im Umkehrschluss stieg bei verringerter Konzentration die Aktivität der Hirnzellen und die Lebenserwartung sank.

Die Bostoner Forscher gehen davon aus, dass auch Hirnkrankheiten wie Alzheimer oder psychische Störungen durch übermäßig erregte Hirnzellen begünstigt werden könnten.

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Chancen im Kampf gegen Alzheimer?

Die Hoffnung: Eventuell kann das Protein REST also neben dem lebensverlängernden Effekt auch im Kampf gegen Alzheimer und andere Hirnerkrankungen erfolgreich sein, wenn es zum Beispiel durch Medikamente verstärkt im Körper produziert würde.

Studienleiter Dr. Bruce Yanker bestätigte dazu in der "Greenwich Time", dass man in diesem Zusammenhang auch alternative Methoden wie Meditation, die die Aktivität der Neuronen beeinflussen, weiter erforschen müsse.

Gesundes Gehirn-Training

Bedeuten die Erkenntnisse nun, dass man seinem Gehirn am besten gar nichts zumuten sollte, um die Nerven zu schonen? Ganz im Gegenteil.

Die grauen Zellen sollten in Maßen trainiert werden, um geistig fit zu bleiben. Wichtig ist aber, sich Denkpausen und dem Kopf eine Auszeit zu gönnen und sich regelmäßig zu entspannen, da ständige Nervenerregung und permanentes Grübeln offensichtlich Alzheimer begünstigen und die Lebenserwartung verkürzen können.

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Weitere Informationen zur Studie finden Sie im Wissenschaftsjournal "Nature"

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Auch Walken und Yoga können lästiges Grübeln mindern. Probieren Sie es aus.

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