02.10.2019 - 16:28

Die Wahrheit hinter dem nächtlichen Gebrabbel Somniloquie: Warum reden wir im Schlaf?

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Warum reden wir im Schlaf? Wir verraten, was hinter dem Phänomen Somniloquie steckt.

Foto: iStock/demaerre

Warum reden wir im Schlaf? Wir verraten, was hinter dem Phänomen Somniloquie steckt.

Etwa fünf Prozent der Erwachsenen erzählen beim Schlafen mehr oder minder verständliche Dinge. Und sogar die Hälfte aller Kinder. Aber warum reden wir im Schlaf?

Kennen Sie das? Der Mann neben Ihnen brabbelt nächtens vor sich hin? Oder Ihr Kind spricht im Schlaf mehr oder minder klare Worte? Was umtreibt Schlafredner, warum sprechen Sie undeutlich und was steckt hinter dem Phänomen Somniloquie? Wir verraten es Ihnen. Warum reden wir im Schlaf?

Reden im Schlaf: Die Ursachen der Somniloquie

Die Verhaltensauffälligkeit tritt in der Regel im Schlaf während der REM-Phase auf, also in der Phase, in der geträumt wird.

Das Reden im Schlaf kann ganz unterschiedliche Ausprägungen haben. Während die meisten Menschen nur unverständliche Laute von sich geben, da Nachts auch die Muskeln Pause haben, sind andere in der Lage ganze, verständliche Worte zu artikulieren.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass das Reden im Schlaf in Kombination mit anderen Schlafauffälligkeiten oder sogar Krankheiten auftritt. Psychische Stresssituationen, stärkerer Alkohlkomsum, physiche Krankheiten mit Fieber können das nächtliche Sprechen verstärken. Schlafwandler zum Beispiel leiden verhältnismäßig oft unter Somniloquie.

Reden im Schlaf: Das können Sie dagegen tun

Die Somniloquie ist keine behandlungsbedürftige Krankheit, generell wird der Schlaf des Redners durch diese Besonderheit auch nicht unterbrochen. Problematisch wird es erst, wenn der Bettpartner durch das nächtliche Gebrabbel Schlafprobleme bekommt. Hier gibt es je nach Schweregrad der Somniloquie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

  • Verzichten Sie auf schwere Mahlzeiten, auf Alkohol und Kaffee.
  • Achten Sie auf ein angenehmes Schlafumfeld, dazu gehört auch das Verbannen von technischen und elektronischen Geräten aus dem direkten Umfeld.
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafzyklus.
  • Vermeiden Sie Stress vor dem Zubettgehen, das betrifft physischen, aber vor allem auch psychischen Stress.
  • Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Muskelentspannungstherapien oder Yoga sorgen für eine gute Atmosphäre vor dem Zubettgehen.
  • Nur bei besonders schweren Fällen ist der Gang zu einem Arzt und eine eventuelle medikamentöse oder homöopathische Therapie sinnvoll.
  • Wenn der Grund für das Sprechen im Schlaf, psychische Störungen, Traumata oder Ängste sind, sollten Sie einen Psychotherapeuten konsultieren.

Verraten Schlafredner etwas über sich?

Arthur Arkin ist Schlafforscher und hat Schlafredner untersucht. In seinem Buch "Sleep-Talking: Psychology and Psychophysiology“ hat er das Gehörte analysiert, indem er die Probanden direkt nach dem Reden geweckt und sie nach ihren Träumen gefragt hat. Erstaunlich war das Ergebnis, denn in 79 Prozent stimmte das Gesprochene mit dem Geträumten überein.

Das bedeutet aber auch, dass die Worte in 21 Prozent der Fällen nichts mit dem Trauminhalt zu tun hatten. Wichtig zu wissen: Träume dienen dazu, das Gehirn zu "leeren" und zu entlasten. In der Schlafphase werden Stresssituationen, aber auch angenehme Erlebnisse rekapituliert und verarbeitet. Manchmal werden Sehnsüchte oder Ängste, Wünsche oder Sorgen durch nächtliches Reden verbalisiert. Manchmal ist das Gesprochene aber auch einfach nur ein Sammelsurium an Erfahrungen oder sinnfreiem Gerede.

Somniloquie des Partners: Angst vor unbequemen Wahrheiten?

Partner von Schlafrednern sind manchmal verunsichert, weil sie das Gesagte für bare Münze nehmen. Das sollten sie aus oben genannten Gründen nicht tun. Ein gestöhnter Name heißt nicht, dass der Partner im Traum eine heiße Liebesnacht mit dieser Person verbringen möchte oder eine Affäre ausplappert.

Wenn bestimmte Worte wiederholt gesprochen werden, sich eventuell wiederholt dieselben Ängste manifestieren, ist es sinnvoll, mit dem Partner zu reden. Schlafredner können nichts für die Inhalte ihres nächtlichen Redens, sie können es auch nicht lenken. Lassen Sie unbedingt die Finger von der Idee, die Somniloquie des Partners zu nutzen, um ihm im Schlaf vermeintliche Geheimnisse zu entlocken. Das ist nicht nur hinterlistig, sondern führt auch zu nichts: Nehmen Sie die Situation vielmehr zum Anlass, entspannt miteinander zu reden.

Reden im Schlaf: Das sind also die Gründe. Und warum zucken wir vor dem Einschlafen?

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