04.10.2019

Schlafen Zucken vor dem Einschlafen: Das steckt dahinter

Von

Viele Menschen kennen dieses Phänomen: Kurz vor dem Einschlafen zucken wir. Woran liegt das und wie können wir es beeinflussen?

Foto: iStock/jacoblund

Viele Menschen kennen dieses Phänomen: Kurz vor dem Einschlafen zucken wir. Woran liegt das und wie können wir es beeinflussen?

Kennen Sie das? Sie liegen entspannt im Bett und sind vermeintlich schon eingeschlafen. Eine Zuckung des Beines oder Arms lässt Sie hochschrecken. Das steckt hinter dem Schlafphänomen.

70 Prozent der Menschen kennen diese Situation, im Kleinkindalter treten sie am häufigsten auf, je älter wir werden, desto weniger passiert es. Das Zucken vor dem Einschlafen. Oft sind diese plötzlichen Bewegungen so stark, dass wir davon aufwachen oder uns sogar regelrecht erschrecken.

Was verursacht das Zucken vor dem Einschlafen?

Wir sind in unserer Wachphase viel unterwegs und bewegen unsere Muskeln fast unaufhörlich. Der Körper ist also vor dem Zubettgehen aktiv, unsere Nerven und Muskeln haben ununterbrochen zu tun. In der Einschlafphase soll der Körper ruhen. Das Problem: Die unterschiedlichen Körperfunktionen brauchen dafür unterschiedlich lange.

Wenn unser Denkzentrum schon im Einschlafmodus ist, ist das Gehirnareal, das die Bewegung verantwortet, noch nicht soweit. Die Aktivitäten in diesem Zentrum können also noch Muskelkontraktionen in Gang bringen, die wir dann als das berühmte Zucken vor dem Einschlafen wahrnehmen.

Ist Zucken vor dem Einschlafen ein Problem?

Als natürliche Körperreaktion ist das Zucken vor dem Einschlafen kein Grund zur Sorge. Wenn die Zuckungen aber gehäuft auftreten und vom Einschlafen abhalten, kann auf längere Sicht der Schlafrhythmus leiden und das Phänomen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Häufige Ursachen für vermehrte Muskelkontraktionen sind neben Stress auch Magnesiummangel und eine mangelnde Flüssigkeitsaufnahme. Oft gehen damit auch Wadenkrämpfe einher. Suchen Sie in diesem Fall einen Arzt auf. Auch wer am Tage unter Zuckungen, wie beim Restless-Legs-Syndrom, leidet, sollte sich professionellen Rat holen.

Das Gefühl zu fallen

Neben dem Zucken vor dem Einschlafen berichten Betroffene auch von dem Gefühl „ zu fallen“. Aus einem Flugzeug, von einer Treppe, aus dem Bett. Die Ursache für diese Empfindung liegt im Innenohr, besser gesagt im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs. Die dort befindlichen feinen Härchen, reagieren auf feinste Nuancen der Schwerkraft. Wenn man im Bett liegt, kann das Gleichgewichtsorgan aus dem Lot geraten und man hat das Gefühl "zu fallen".

Woher kommen diese Zuckungen?

Es gibt verschiedene Theorien zu den Ursachen der Zuckungen. Eine davon lautet, dass diese Besonderheit in unserer Geschichte verankert ist. Unsere Vorfahren hätten noch ein letztes Mal vor dem Einschlafen nach dem Rechten sehen wollen, und waren stets auf der Hut vor Feinden oder wilden Tieren. Unsere Vorfahren hätten zu diesem Schutz auch gern auf Bäumen geschlafen, für einige Psychologen vielleicht ein Hinweis auf das Gefühl "zu fallen", das uns ebenso in dieser Einschlafphase ereilt.

Andere Psychologen sehen in den Zuckungen einen Hinweis auf den Kampf um die Kontrollfunktionen unseres Gehirns. Wachsamkeit und der Wunsch sich im Traumland komplett zu entspannen, stünden sich vor dem Einschlafen gegenüber, die Zuckungen seien ein letztes Aufbäumen des wachen Ichs.

Wie auch immer die Theorien über unser Unterbewusstsein lauten, klar ist inzwischen, dass sich bestimmte Faktoren negativ auf ein entspanntes Einschlafen auswirken. Dazu gehören neben dem Konsum von Alkohol und zu viel Koffein, vor allem auch Stress oder zu große körperliche Anstrengung.

Darum zucken wir also vor dem Einschlafen. Und warum reden wir im Schlaf? Das sind die Gründe für Somniloquie.

Hier erfahren Sie, wie Sie entspannt durch die Nacht kommen: Gute-Nacht-Tees zum Einschlafen. Und warum Schlafmützen in Gefahr sind. Zu lange schlafen erhöht das Risiko auf Herzinfarkt und Schlaganfall.

Mehr Wissenswertes finden Sie auf unserer Themenseite Meditation.