27.08.2019

Bakterien in Fisch, Fleisch, Konserven Lebensmittelvergiftung: Das sind die typischen Symptome

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Ihnen ist übel und der Darm grummelt? Dann kann es sich um eine Lebensmittelvergiftung handeln. Das sind die typischen Symptome und so können Sie sich schützen.

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Ihnen ist übel und der Darm grummelt? Dann kann es sich um eine Lebensmittelvergiftung handeln. Das sind die typischen Symptome und so können Sie sich schützen.

Bakterien im Essen machen uns krank. Das sind die Symptome einer Lebensmittelvergiftung und so schützen Sie sich am besten davor.

Unterbrochene Kühlkette, falsche Lagerung, lange abgelaufenes Verfallsdatum: Es gibt verschiedenste Gründe für verdorbene Lebensmittel. Wenn Sie davon gegessen haben, gibt es eindeutige Anzeichen für eine Lebensmittelvergiftung. Das sind die Erreger, so erkennen Sie die Symptome, und so können Sie sich schützen.

Lebensmittelvergiftung oder Lebensmittelinfektion?

Eine Lebensmittelintoxikation ist anders als eine Lebensmittelinfektion, nicht infektiös, also nicht ansteckend. Verursacher einer Lebensmittelintoxikation sind Toxine, also Giftstoffe. Diese werden von Bakterien gebildet. Das kann bereits im Lebensmittel selbst geschehen sein und über die Nahrungsaufnahme in den Körper gelangen oder aber im Körper selbst gebildet werden, nachdem der Erreger in den Körper gelangt ist. Das bekannteste, für eine Lebensmittelintoxikation verantwortliche Bakterium ist das Staphylococcus aureus, weniger häufig werden Bakterien der Bacillus cereus- und Clostridium-Gruppe nachgewiesen vor. Auch Schimmelpilze können Verursacher einer Lebensmittelintoxikation sein.

Eine Lebensmittelinfektion wird dagegen durch Listerien, Campylobakter-Bakterien und die bekannten Salmonellen mit ihren typischen Symptomen hervorgerufen. Auch Hepatitis, Noro- und Rotaviren, EHEC-Bakterien sowie Parasiten wie der Toxoplasmose-Erreger können verantwortlich für eine Lebensmittelinfektion sein. Und die kann wie gesagt ansteckend sein.

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Augen auf bei diesen Lebensmitteln

Es gibt bestimmte Lebensmittel, die anfälliger für Krankheitserreger sind als andere. Dazu gehören neben Geflügel, Fisch und Fleisch, auch rohe Eier und ihre Verarbeitungen in Kuchenfüllungen, Cremes und Softeis. Auch Produkte aus Rohmilch wie Käse können Krankheitserreger enthalten. Auch Pilze, Alkohol und Toxine in Fisch können starke Lebensmittelvergiftungen hervorrufen.

Dann sind Konserven und vakuumverpackte Produkte kein Problem? Weit gefehlt. Hier fühlt sich das Bakterium Clostridium botulinum, wohl. Es wächst und vermehrt sich nur ohne Sauerstoff. Dieser Erreger trägt ein Nervengift in sich, das Botulismus hervorrufen kann. Neben Durchfall und Übelkeit können die Symptome bis hin zu Sehstörungen und Lähmungen führen. Die Lähmungen können sich auch auf die Atemwege beziehen, im schlimmsten Fall kann das Toxin zum Atemstillstand führen und lebensbedrohlich sein. Bei solchen Beschwerden – 12 bis 36 Stunden nach dem Essen – muss umgehend ein Arzt aufgesucht bzw. der Notarzt gerufen werden.

Botulismus kann vor allem für Säuglinge gefährlich werden. Die Form der Lebensmittelvergiftung kann auch durch Honig oder Ahornsirup hervorgerufen werden, weshalb Kleinkindern dieser nicht zum Verzehr gegeben werden sollte.

Aufgeblähte Konservendosen müssen entsorgt werden, da sie ein Zeichen für das Botulismus-Bakterium sein können. Das Problem sind weniger die industriell gefertigten Konserven, so das Bundesinstitut für Risikobewertung, sondern vor allem selbst eingekochte Konserven, da die hohen Hygienestandards der Lebensmittelindustrie hier oft nicht umsetzbar sind.

Die Riech- und vorsichtige Geschmacksprobe kann einen Hinweis auf ein verdorbenes Lebensmittel liefern. Muss es aber nicht. Denn ein mit Salmonellen und Staphylokokken verseuchtes Lebensmittel wie die Creme im Kuchen oder das Softeis schmeckt nicht anders als ein unbelastetes Produkt.

Wenn Sie feststellen, dass Sie Schimmel gegessen haben, heißt es ebenfalls handeln. Vor allem kleine Kinder sollten dann schnell zum Arzt.

Symptome: Daran erkennen Sie eine Lebensmittelvergiftung

Typische Symptome für eine Lebensmittelvergiftung, die durch Krankheitserreger auf dem Essen hervorgerufen werden, sind Übelkeit, Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen. Diese Symptome sind erste Anzeichen und treten typischerweise schnell, also innerhalb weniger Stunden nach Verzehr des kontaminierten Lebensmittels und der Aufnahme der Giftstoffe auf.

Die Symptome können nach wenigen Stunden bis Tagen auch wieder verschwinden, je nachdem wie schnell sich der Körper dieser Giftstoffe wieder allein entledigen konnte. Allerdings kann der Grad der Beschwerden je nach Bakterium und Art der Erkrankung sehr unterschiedlich ausfallen.

Eine Lebensmittelinfektion z.B. ist langwieriger und die Symptome treten auch erst nach ein bis zwei Tagen auf. Die Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit) kann aber auch bis zu einer Woche oder länger dauern.

Lebensmittelvergiftung – in diesen Fällen müssen Sie zum Arzt

Da oft nicht mehr nachzuvollziehen ist, welches Lebensmittel, bzw. welcher Erreger die Lebensmittelvergiftung hervorgerufen hat, sollten Sie, wenn sich Symptome bemerkbar machen bzw. diese nicht mehr abklingen wollen oder ungewöhnlich stark sind, einen Arzt aufsuchen. So kann der dieser, je nach Erreger und wenn notwendig, behandeln.

Der Körper versucht sich von den krankmachenden Erregern durch Erbrechen und Durchfall zu befreien. Wenn diese Brechdurchfälle aber sehr lange dauern oder sehr intensiv sind, trocknet der Körper schnell aus. Auch die lebensnotwendigen Salze werden ausgeschwemmt. Der Körper dehydriert.

Alte Menschen, immungeschwächte oder chronisch kranke Personen sowie Schwangere, Babys und Kleinkinder können stärker unter einer Lebensmittelvergiftung leiden. Diese Personen sollten in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Auch wer länger als drei Tage mit den Symptomen kämpft und wenn weitere Beschwerden wie blutiger Durchfall und Fieber auftreten ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Fallen die Symptome nur schwach aus und sind Sie sonst gesund, können aber auch diverse Hausmittel bei Lebensmittelvergiftung helfen.

So beugen Sie einer Lebensmittelvergiftung vor

Das oberste Gebot zur Vorbeugung einer Lebensmittelvergiftung oder -infektion ist Hygiene. Halten Sie folgende einfache Regeln ein.

  • Vor und nach der Zubereitung des Essens sollten Sie sich gründlich die Hände waschen. Das gilt vor allem nach dem Kontakt mit rohem Fleisch oder Fisch.
  • Benutzen Sie verschiedene Bretter: Scheiden Sie kalte, nicht erhitzbare Lebensmittel wie z.B. Gemüse/Obst/Salate nicht auf demselben Brett wie Fleisch, Geflügel oder Fisch. Eine so genannte Kreuzkontamination ist möglich durch Keime auf andere Lebensmittel, gerade wenn diese nicht erhitzt werden können, um die Keime abzutöten.
  • Verpackungen und Tauwasser von rohem Fleisch müssen sofort entsorgt werden, weil sich auch hier viele Keime tummeln.
  • Spülbürsten, Lappen und Schwämme sollten regelmäßig entsorgt bzw. gewechselt werden.
  • Benutzte Arbeitsflächen müssen nach jedem Gebrauch gut gereinigt werden.
  • Leicht verderbliche Lebensmittel gehören natürlich in den Kühlschrank. Sie sollten getrennt voneinander aufbewahrt und rasch verbraucht werden.
  • Geflügel, Fisch oder Fleisch sollten ausreichend lange, gekocht, gebraten oder gedünstet werden, denn das macht den meisten Erregern den Garaus. Mit einer bedauerlichen Ausnahme: Das Toxin der Staphylokokken überdauert selbst 30 Minuten Kochen bei 100 Grad.

Staphylokokken können übrigens u.a. das toxische Schocksyndrom hervorrufen.

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