22.07.2019

Pläne des Gesundheitsministers Spahn will Notaufnahmen entlasten und Wartezeiten verkürzen

Von

Jens Spahn will durch ein Reformpaket die überfüllten Notaufnahmen entlasten und so Wartezeiten verkürzen.

Foto: iStock (1) Imago (1) Collage BILD der FRAU

Jens Spahn will durch ein Reformpaket die überfüllten Notaufnahmen entlasten und so Wartezeiten verkürzen.

Stundenlange Wartezeiten und viel zu viele Patienten: Die Notaufnahmen der Krankenhäuser sollen entlastet werden. Bundesgesundheitsminister Spahn hat große Pläne. So will er sie umsetzen.

Das Problem ist bekannt: Die Wartezimmer der Notaufnahmen platzen aus allen Nähten und wirkliche Notfälle müssen zu lange warten. Der Ausweg aus dem medizinischen Dilemma? Der Bundesgesundheitsminister stellte seine Pläne in einem Arbeitsentwurf jetzt der Öffentlichkeit vor. So will Spahn Notaufnahmen entlasten und Wartezeiten verkürzen.

Spahn: Reformen zur Entlastung der Notaufnahmen

"Derzeit sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu häufig überlaufen, weil unter den Patienten auch solche sind, denen andernorts besser geholfen werden könnte", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Folge: Die Wartezeiten für medizinische Notfälle sind viel zu lang.

Und wie sieht die Lösung des Problems aus? In einem Arbeitsentwurf schlägt der Bundesgesundheitsminister eine zu schaffende "zentrale Lotsenfunktion" der Notfallstellen vor.

Bessere Verteilung der Patienten durch integrierte Notfallversorgung

Spahns Pläne sehen vor, die bisher noch getrennt agierende ambulante, stationäre und rettungsdienstliche Notfallversorgung zu einem System der integrierten Notfallversorgung auszubauen. Das will er u.a. durch eine Zusammenschaltung der Notfallnummern erreichen. Bisher sind unter der Nummer 112 der Rettungsdienst und unter der Nummer 116 117 die Terminservicestellen der niedergelassenen Ärzte zu erreichen.

Diese "zentrale Lotsenfunktion" der Notfallleitstellen soll ermöglichen, dass Patienten bei einem Anruf zunächst eine erste Einschätzung bekommen, ob die Klinik oder ein ambulanter Arzt die passendere Wahl sind. Das Problem bei diesem durchaus vernünftig klingenden Ansatz: Die Veränderung der Organisation der Rettungsleitstellen würde eventuell eine Änderung des Grundgesetz voraussetzen, da der Rettungsdienst immer noch auf Länderebene geregelt wird.

Bundesweite "Integrierte Notfallzentren" (INZ) in Krankenhäusern

Bundesweite "Integrierte Notfallzentren" (INZ), die von Kliniken und Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam betrieben werden sollen, würden die weitere Betreuung des Patienten in die Hand nehmen, also diese entweder sofort in die Notaufnahme weiterleiten oder eine ambulante Weiterbehandlung organisieren.

Und wie sähen diese Notfallzentren praktisch aus? Dem Gesetzentwurf zufolge sollen die INZ "jederzeit zugänglich" und "räumlich derart in ein Krankenhaus eingebunden" sein, dass sie von den Patienten "als erste Anlaufstelle im Notfall wahrgenommen werden". Dass die Patienten im Notfall nur die Krankenhäuser aufsuchen, an denen die neuen INZ eingerichtet sind, dafür sollen auch die Krankenkassen durch umfassende Informationen über das nächstgelegene Notfallzentrum sorgen.

Reform der Rettungsdienst-Arbeit soll Notaufnahmen entlasten

Zum Reformpaket des Bundesgesundheitsministers gehört auch die Neuorganisation der Rettungsdienste. Das Ziel: In Zukunft sollen die Versorgung am Notfallort und die möglicherweise notwendige Rettungsfahrt voneinander unabhängige Leistungen werden, damit auch ambulante Behandlungen am Notfallort möglich sind und nicht zwingend alle Patienten in die Klinik gebracht werden müssen. Außerdem sollen Rettungswagen das jeweils für den Einzelfall geeignete Krankenhaus anfahren können. Die Voraussetzung dafür ist die frühestmögliche Übermittlung der erforderlichen Daten. Das wiederum erfordert eine digitale Dokumentation und eine bundesweite Echtzeitübertragung der bestehenden Versorgungskapazitäten durch alle an der Notfallversorgung Beteiligten.

So will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Notaufnahmen entlasten und Wartezeiten verkürzen. Noch vor einem Jahr sollte die Behandlung in einer Notaufnahme kostenpflichtig sein – und jetzt ein neuer Ansatz: Experten wollen zudem am liebsten Hälfte aller Krankenhäuser schließen. Lesen Sie auch, wann Patienten bei einem Notfall direkt ins Krankenhaus sollten.

Seite