30.04.2019

Mythos oder Realität? Elektrosmog: Belastet er unsere Gesundheit?

Von

Strahlung überall. Ob WLAN oder Handy, unser Alltag ist voller Elektrosmog: Belastet er unsere Gesundheit und was können wir dagegen tun?

Foto: iStock/peterhowell

Strahlung überall. Ob WLAN oder Handy, unser Alltag ist voller Elektrosmog: Belastet er unsere Gesundheit und was können wir dagegen tun?

Viel wird über elektromagnetische Strahlung im Alltag geredet: Aber ist Elektrosmog wirklich gesundheitsschädigend und sogar krebserregend?

Schon 2011 wurde Elektrosmog von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als "möglicherweise für den Menschen krebserregend" eingestuft. Wodurch wird Elektrosmog erzeugt, wie wirkt er sich auf unseren Körper aus und wie kann man sich davor schützen? Elektrosmog: Belastet er unsere Gesundheit?

Elektrosmog: So wird er erzeugt und so wirkt er sich auf unsere Gesundheit aus

Mobilfunkmasten, WLAN und Hochspannungsleitungen gehören zu unserem alltäglichen Umfeld. Ob im privaten Bereich oder im Job, überall sind wir umgeben von künstlich erzeugter elektromagnetischer Strahlung. Diese Strahlung tritt in Konkurrenz zum natürlichen elektromagnetischen Feld, das unser Körper aufweist. Wird unser Organismus nun dauerhaft einem künstlich erzeugten Feld von elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt, versucht er diese größeren Strahlungen auszugleichen. Diese zusätzliche große Energieaufwand reizt unseren Körper und kostet ihn Kraft.

Das Problem: Die gesundheitlichen Auswirkungen sind diffus, also nicht ganz genau zu bestimmen und zuzuordnen, und werden nicht sofort oder in erster Linie dem Elektrosmog zugeschrieben. Das liegt einerseits an der Unsichtbarkeit der Strahlenfelder, andererseits an der Alltäglichkeit und Normalität der Belastung.

Elektrosmog belastet Körper und Geist – die Symptome

Hohe elektromagnetische Strahlung kann Symptome verursachen: Einige Menschen berichten von diffusen Beschwerden wie Schwindel und Konzentrationsschwäche. Laut Studien kann sich Elektrosmog auch auf die natürliche Hormonproduktion auswirken. Zum einen auf Hormone, die das Immunsystem regulieren, zum anderen auf jene, die z.B. für den Lebensrhythmus verantwortlich sind. Fataler Zustand: Eine starke Elektrosmog-Belastung im Schlafzimmer z.B. kann im Extremfall die Ausschüttung des schlaffördernden Hormons Melatonin um die Hälfte reduzieren. Die Folge können starke hormonell bedingte Schlafstörungen sein.

So können Sie sich im Alltag vor Elektrosmog schützen

Die Frage liegt auf der Hand: Können wir uns z.B. in Großstädten vor hohen elektromagnetischen Strahlungen überhaupt schützen?

Komplett vor Elektrosmog abschirmen kann man sich sicher kaum, aber mit ein paar einfachen Tricks kann man ihn verringern.

  • Aktivieren Sie ihre WLAN-Geräte daheim nur, wenn Sie sie wirklich benötigen bzw. verwenden.
  • Metallgegenstände können elektromagnetische Strahlungen reflektieren, wer sich neu einrichtet, sollte Möbel und Gegenstände aus Holz vorziehen.
  • Schalten Sie Ihr Handy bei Nichtgebrauch, also vor allem vor dem Zubettgehen ganz aus oder gehen Sie zumindest in den Offlinemodus (Flugzeugmodus).
  • Wer die Wahl hat, sollte beim Festnetztelefon ein kabelgebundenes Modell dem kabellosen vorziehen.
  • Wer die Möglichkeit hat, sollte bei der Wahl seines neuen Heimes darauf achten, genug Abstand zu Hochspannungsleitungen, Mobilfunkantennen oder Transformatorenstationen zu haben.

Mobiltelefone – so schlecht wie ihr Ruf?

Die Strahlung von Mobiltelefonen sei immer noch die stärkste Quelle von elektro-magnetischer Strahlung, so die Warnung von Medizinern und Umweltverbänden.

Aber wie stark genau strahlen Handys und wie gefährlich ist die Strahlenhöhe?

In diesem Jahr hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) über 3000 Handy-Modelle auf ihre Abstrahlung hin getestet. Das Ergebnis in Kürze: Alle getesteten Smartphone-Modelle liegen UNTER dem gesetzlichen Höchstwert. Selbst die mit den schlechtesten Ergebnissen. Das bedeutet nicht, dass die Strahlung komplett unbedenklich sei. Wer sensibel auf Strahlung reagiert, sollte das Handy nicht direkt an den Kopf halten und WLAN und Geräte bei Nichtnutzung abschalten, um keiner unnötigen Strahlung ausgesetzt zu sein.

Elektrosmog: Belastet er unsere Gesundheit? Einfach mal das Handy ausmachen geht aber nicht? Dann leiden Sie vielleicht unter Nomophobie. Daran erkennen Sie es. Der permanente Blick aufs Display kann zudem ein Liebestöter sein. Handy: So ruiniert Phubbing Ihre Beziehung

Mehr verbraucherrelevante Themen lesen Sie auf unserer Themenseite Stiftung Warentest.

Seite