18.04.2019

Nicht immer so einfach Insektenstich erkennen: Was hat mich denn da gebissen?

Hat mal wieder was zugestochen? Cremes gegen Insektenstiche können helfen – jedoch hilft es, den Insektenstich auch zu erkennen und zuzuordnen. Denn die Behandlungen können unterschiedlich ausfallen.

Foto: Shutterstock/Image Point Fr

Hat mal wieder was zugestochen? Cremes gegen Insektenstiche können helfen – jedoch hilft es, den Insektenstich auch zu erkennen und zuzuordnen. Denn die Behandlungen können unterschiedlich ausfallen.

Es juckt, brennt, schmerzt – aber warum? Welches Insekt Sie da gerade gestochen hat, können Sie an verschiedenen Anzeichen erkennen. Und dann auch entsprechend handeln.

Wenn’s dick wird, gerötet ist und höllisch juckt, scheint ein Insekt zugeschlagen zu haben. Doch welches, das ist nicht immer so einfach zu bestimmen. Dabei könnte ein gezieltes Behandeln je nach Stichart zum einen die Beschwerden schneller lindern – vor allem aber vor ernsthaften Folgeproblemen schützen. Wie Sie einen Insektenstich erkennen und zuordnen können, verraten wir Ihnen hier.

Instektenstich erkennen: Blutsauger oder Verteidigungskünstler?

Das viele Draußen sein in den Frühlings- und Sommermonaten ist ja wahnsinnig schön – kann aber auch ganz schön anstrengend werden. Nämlich dann, wenn sich diverses Flug- und Krabbelgetier aufmacht, uns das Leben zur Hölle zu machen. Zugegeben, die Tierchen (oder die meisten davon) sind nützlich und wollen sich oft nur wehren. Aber manches Lebewesen hat es auch einfach auf unser Blut abgesehen – zwar auch nur, um sich selbst den Fortbestand zu gewährleisten. Aber leider, ja, zu unserem Leid. Dann fängt’s nämlich an zu jucken oder gar zu schmerzen. Und im schlimmsten Falle werden auch noch Krankheiten übertragen. Gut zu wissen also, was da gerade zugestochen und gebissen hat.

Mückenstich: Besser nicht kratzen!

Mücken sind die wohl größten Plagegeister in den warmen Monaten des Jahres. Gefühlt überall schlüpfen sie durch jeden Winkel, machen auch nachts vor dem Schlafgemach nicht Halt und saugen unser Blut, was das Zeug hält. Das tun sie, weil sie Blut-Protein für ihre Eier benötigen. Sprich: Nur die Weibchen stechen. Beim Blutsaugen injizieren sie ein Protein, das die Blutgerinnung hemmt, damit sie sich ungeniert an uns laben können. Unser Körper aber reagiert auf dieses Eiweiß allergisch.

Wie sieht ein Mückenstich aus? Beim Mückenstich bilden sich schnell Quaddeln zwischen 0,2 und 0,5 cm Größe – in schlimmen Fällen aber auch mehr. Die Stelle juckt stark, tut aber nicht weh. Die Mitte scheint oft weißlich mit rotem Rand. Blut ist in der Regel keines zu sehen

Was kann ich tun? So schwer es fällt: Bloß nicht kratzen! Wer kratzt, verteilt das Eiweiß umso weiter und verschlimmert die Symptome. Außerdem können durchs Kratzen weitere Krankheitserreger in die Wunde gelangen und zu Entzündungen führen.

Stattdessen kühlen oder aber etwa mit einem heißen Löffel oder einem speziellen Hitzestift die Stelle vorsichtig erhitzen. So gerinnt das Eiweiß und es hört auf zu jucken. So überstehen Sie hoffentlich die nächste Mückenplage.

Wespenstich: Schmerzen vorprogrammiert

Sie wirken auf viele wie die absolute Bedrohung. Kommt eine Wespe angeschwirrt, haben wir oft direkt den Gedanken "die will uns nix Gutes". Dabei stechen Wespen in der Regel nur, wenn sie sich oder ihren Nachwuchs bedroht sehen. Im August und September aber können Wespen auch gerne einmal aggressiver werden.

Wie sieht ein Wespenstich aus? Hat die Wespe zugestochen, schwillt die Partie rund um die Einstichstelle sehr abgegrenzt schnell an und wird rot. Die Quaddel schmerzt stark und fängt später an, zusätzlich zu jucken. Auch sind Blutungen nicht selten.

Was kann ich tun? Bloß nicht hektisch werden, wenn eine Wespe in der Nähe ist. Zwar ist Flucht das Mittel der Wahl bei vielen, aber die Wespe fliegt meist einfach weg, wenn Sie ruhig bleiben. Hat die Wespe dann doch zugestochen, hilft Kühlen! Und zudem haben wir ein paar Hausmittel gegen Wespenstiche zusammengestellt.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Sie Allergikerin sind. Dann heißt es: Notfallset benutzen oder zum Arzt – bevor es zu einem anaphylaktischen Schock kommt.

Bienenstich: Die Märtyrer unter den Insekten

Bienen stechen nur in Notsituationen zu, denn die meisten Arten überleben einen Stich selbst nicht. Ihr Stachel inklusive Hinterteil bricht ab und bleibt meist in der Haut des Gestochenen stecken.

Wie sieht ein Bienenstich aus? Der Bienenstich ist ähnlich dem Wespenstich – jedoch steckt meist der Stachel noch.

Was kann ich tun? Stachel direkt entfernen, Stelle kühlen. Auch hier: Wer unter Allergie leidet, direkt zum Arzt oder das Notfallset auspacken.

Bremsenstich: Äußerst schmerzhaft

Die Bremse ist heimtückisch. Sie sieht harmlos aus – ähnlich einer Fliege – aber ihr Stich ist sehr schmerzhaft. Sie stürzen sich meist auf Tierblut, aber hin und wieder wird auch der Mensch von ihnen verfolgt. Die Bremse kann etwa Milzbrand und Tularämie übertragen.

Wie sieht ein Bremsenstich aus? Erst entstehen einzelne Rötungen rund um die Einstichstelle, die sich dann zu einem großen, roten Fleck zusammenfinden – und sehr stark jucken und schmerzen.

Was kann ich tun: Kühlen!

Zeckenstich: Vorsicht vor Infektionen

Ja, auch Zecken stechen genaugenommen. Die Bezeichnung "Zeckenbiss" stimmt so nicht. Die Tierchen beißen nämlich nicht zu, sondern sägen ein Loch in die Haut, in das sie dann ihren Stechrüssel stecken. Zecken sind Überträger von Krankheitserregern und können etwa die gefährliche Borreliose auslösen oder FSME, eine Art der Hirnhautentzündung, hervorrufen.

Wie sieht ein Zeckenstich aus? Ein Zeckenstich ist in fast allen Fällen aus einem bestimmten Grund gut zu erkennen: Die Zecke steckt noch in der Haut. Denn das ist ihr Grund für den Stich: Sie bleibt dort und saugt Blut – über bis zu 15 Tage hinweg. Ist die Zecke entfernt, sollten Sie den Stich trotzdem beobachten. Bildet sich um die flächige, münzgroße Rötung nämlich ein Ring, der sich ausbreitet, die sogenannte Wanderröte, kann das ein Anzeichen für Borreliose sein.

Was kann ich tun? Eine Zecke sollte immer vorsichtig entfernt werden, sobald sie entdeckt wird, etwa mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Zeckenkarte. Hier ist aber Vorsicht geboten. Bleibt der Kopf stecken, können umso mehr Krankheitserreger übertragen werden. Am besten ist es, sich gleich von Anfang an vor Zecken zu schützen – etwa mit einer Zecken-Imfpung. Aber auch sonst können Sie sich schützen. Höher als einen Meter klettern die Tiere nicht – also gilt es, vor allem alles zu schützen, was mit Gras oder Büschen in Berührung kommt. Die richtige, dichte Kleidung hilft hier viel, aber auch andere Hausmittel gegen Zecken sind effektiv.

Bettwanzen: Da krabbelt's nachts im Bett

Da schläft man einfach geruhsam und am nächsten Morgen erwarten einen Quaddeln am ganzen Körper? Da hat dann wohl die Bettwanze zugeschlagen. Oder eher zugestochen.

Wie sehen Bettwanzen-Stiche aus? Die Stiche der Bettwanze sehen ein wenig aus wie Mückenstiche oder Flohbisse, können aber auch mit einer allergischen Reaktion verwechselt werden. Meist liegen die Stiche nah beieinander. Fallen die Stiche direkt am Morgen auf, sind meist Bettwanzen schuld. Die Tiere sind nachtaktiv. Blöd nur: Meist fangen sie erst einige Stunden oder Tage später an zu jucken. Allerdings bluten die Bisse oft, daher findet man öfter Bluttropfen auf dem Laken.

Wie Sie Bettwanzen bekämpfen und die Plagegeister wieder los werden, verraten wir Ihnen.

Mehr Infos rund um Zecken und FSME gibt's im Video:

Zecken und FSME

Alle wichtigen Details zu Zecken und FSME

Zecken und FSME

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Flohbiss: Selten, aber mit heftigem Juckreiz

Eigentlich eher ein Tierproblem, aber Flöhe suchen auch Menschen heim. Der Menschenfloh ist glücklicherweise fast ausgerottet, doch Tierflöhe verirren sich hie und da einmal – oder verspringen sich. Sie können nämlich mit ihren Sprungbeinen bis zu 50 cm weit hüpfen.

So sieht ein Flohbiss aus: Flöhe beißen meist mehrmals zu – nicht nur kurz hintereinander, sondern mehrmals am Tag. Die Stellen schwellen zwar nicht sehr an, können aber heftig jucken.

Ameisenbiss: In der Regel harmlos – zumindest hierzulande

Ameisen sind meist recht friedliebende Tiere, die nur zubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen. Das Gute: Meist merken wir schon vorher, dass da etwas auf uns herumkrabbelt. Blöd nur, wenn Sie sich in ein Ameisennest setzen. Dann nämlich fühlen sich die arbeitswütigen Insekten äußerst bedroht – oder was würden sie tun, wenn sich jemand auf Ihr Haus setzt?

Einen Unterschied gibt es: Die normale Hausameise beißt, die Waldameise hingegen versprüht zusätzlich Ameisensäure mit ihrem Hinterteil.

Wie sieht ein Ameisenbiss aus? Der Biss ist ungefährlich und juckt höchstens 30 Minuten. Das Gift der Waldameise hingegen kann stärker brennen und jucken. Quaddeln entstehen. Wir haben Ihnen 10 effektive Hausmittel gegen Ameisen zusammengestellt.

Was kann ich tun? Kühlen hilft hier am besten – und abwarten. Gefährlich werden kann aber der Biss der Roten Feuerameise, die bei uns zum Glück nicht heimisch ist. Wer in den USA, Australien oder manchen asiatischen Ländern unterwegs ist, sollte aber aufpassen.

Das Gute – wenn Sie nicht gerade unter allergischen Reaktionen leiden: Insektenstiche lassen sich ganz gut mit Hausmitteln behandeln. Sollten die Beschwerden aber anhalten und auch nach zwei Wochen noch nicht besser geworden sein, zögern Sie nicht, Hausärztin oder Hausarzt aufzusuchen.

Ansonsten hilft dann die geeignete Hautpflege, um die Haut wieder zu beruhigen. Kommen Sie gut durch den Sommer!

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