Aktualisiert: 25.03.2020 - 17:40

Es muss nicht teuer sein Rezeptfreies gegen Heuschnupfen: Diese günstigen Mittel helfen

Rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen gibt es in jeder gut sortierten Apotheke.

Foto: iStock/Wavebreakmedia

Rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen gibt es in jeder gut sortierten Apotheke.

Pollen plagen Nase, Augen und allgemeines Wohlbefinden. Es muss aber nicht immer direkt die Medikamentenkeule auf Rezept sein. Stiftung Warentest hat sich rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen genauer angesehen – und ein paar empfehlenswerte genannt.

Nicht nur das Coronavirus bringt den Hals zum Kratzen: Für Allergiker ist die Heuschnupfenzeit ein Spießrutenlauf. Es gibt Tage, an denen so manche das Haus gar nicht verlassen mögen. Zu groß ist die Angst vor verquollenen Augen, laufender Nase und vielleicht sogar Atemnot. Gerade in diesen Zeiten und der Gefahr der Verwechslung von Symptomen ein Problem. In der Apotheke warten viele rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen, die Abhilfe versprechen. Aber können sie ihr Versprechen halten?

Mittel gegen Heuschnupfen: Halten rezeptfreie Medikamente ihre Versprechen?

Wer mit starker Pollenallergie (Pollinosis) zu kämpfen hat, steht in der Regel in engem Kontakt mit Hausärztin oder -arzt und erhält vielleicht sogar verschreibungspflichtige Medikamente. Aber immer mehr Menschen leiden unter den Auswirkungen von Blütenpollen, vor allem wenn im Frühjahr Birken, Hasel und Erlen sowie aggressive eingeschleppte Pflanzen ihre Samen verbreiten. Auch jetzt gerade, wo wir wohl die kommenden Wochen aufgrund des Coronavirus vermehrt drinnen verbringen werden, können sich trotzdem Blütenpollen beim Lüften in die Wohnung schleichen. Da ist der Gang in die Apotheke schnell gemacht. Augentropfen, Nasensprays oder Tabletten – vieles verspricht zumindest erste Hilfe.

Stiftung Warentest hat sich diese rezeptfreien Mittel gegen Heuschnupfen einmal genauer angesehen und auf ihre Wirksamkeit getestet.

Beachten sollten Sie allerdings, dass nur akut wirksame Medikamente – auch rezeptfreie – sofort helfen. Andere müssen über eine längere Zeit eingenommen werden, damit sich die Beschwerden langfristig verbessern. Akut wirksame Mittel beinhalten in der Regel Antihistaminika. Diese Wirkstoffe blockieren die Ausschüttung von Histamin, das bei Allergiepatienten als Reaktion auf Pollen (oder andere Allergika) ausgeschüttet wird.

Es gibt aber auch vorbeugend helfende, rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen.

Was wirkt für wen am besten?

Sie haben bisher in Sachen Heuschnupfen und Symptome nur mit laufender oder verstopfter Nase oder aber leicht juckenden oder tränenden Augen zu kämpfen? Dann sollten sie sich mit Nasensprays und Tropfen herantasten.

Kortisonhaltige lokale Mittel wie Augentropfen hat Stiftung Warentest nicht mit einbezogen, denn hier seien örtliche Schäden nicht auszuschließen, wenn man sie über längere Zeit anwendet – auch wenn Kortison in Tropfen und Sprays den Körper weniger belasten als in Tabletten oder Spritzen.

Machen Antihistaminika müde? Früher war es tatsächlich so, dass gerade antihistaminikahaltige Medikamente sehr müde machen. Auch heute hat der eine oder andere noch Beschwerden, aber Cetirizin und Loratadin machen nur wenige Patienten müde.

Stiftung Warentest empfiehlt bei leichten Beschwerden, auf rezeptfreie Mittel mit Azelastin, Levocabastin und Ketotifen zurückzugreifen, etwa Nasensprays und Augentropfen. Am besten verlangen Sie dabei Mittel ohne Konservierungsstoffe. Wer akute Probleme hat, die sich mit diesen symptombekämpfenden Mitteln nicht lösen lassen, kann auf leichte Antihistaminika in Tablettenform setzen. Kindern ab einem Jahr empfiehlt die Stiftung Warentest Mittel mit Levocabastin. Cetirizin in Form von Tropfen, Saft oder Sirup können ab zwei Jahren gegeben werden. Bei Kindern halten Sie aber am besten immer Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt.

Damit die Nase frei wird

Nasensprays wirken meist akut – also direkt, wenn die Beschwerden da sind. Lediglich Sprays mit Cromoglizinsäure können und sollten schon 14 Tage vor dem Pollenflug eingesetzt werden. Setzen Sie, wie bereits erwähnt, auf Arzneien ohne Konservierungsstoffe.

  • Vorbeugend: Vorbeugende Mittel mit Chromoglizinsäure gibt es bereits für rund 6,40 bis 8 Euro für 15 ml, etwa Crom Ophtal, Cromo-Ratiopharm oder Cromoglicin Hysan.
  • Zur akuten Behandlung: Hier eignen sich nicht konservierte Sprays mit Azelastin für 7,80 bis 8,50 Euro pro 5 ml (Azedil, Vividrin Akut oder Allergodil Akut) oder aber Levcabastin (Livocab Direkt) für 8,95 Euro pro 5 ml.

Wenn Augen und Nase betroffen sind

Kombipackungen für Augen- und Nasenprobleme in der Heuschnupfenzeit rechnen sich, wenn beides Beschwerden macht.

  • Vorbeugend: Auch hier gibt es Kombipackungen mit Cromoglizinsäure für rund 12 Euro. Enthalten sind dann 10 ml Augentropfen und 15 ml Nasenspray, etwa von Cromo-Ratiopharm oder Cromohexal. Einfach nach Kombipackungen fragen.
  • Zur akuten Behandlung: Azedil, Allergodil und Vividrin mit jeweils Azelastin sowie Livocab Direkt mit Levocabastin haben ebenfalls Kombipackungen mit Augen- und Nasentropfen zwischen 15,90 und 18,50 Euro.

Hinweis: Die Augentropfen in diesen Kombipacks sind immer konserviert, die Nasentropfen gibt es in den meisten Fällen auch ohne Konservierungsstoffe – einfach in der Apotheke nachfragen.

Für härtere Fälle: Wenn Nasenspray und Augentropfen nicht reichen

Antihistaminika wie Cetirizin und Loratadin werden als Tabletten, Saft oder Sirup eingenommen und blocken die Histaminausschüttung. Müde machen sie heute kaum noch.

  • Wirkstoff Cetirizin: Gibt es als Tabletten, Saft und Sirup oder Tropfen. Tabletten kosten zwischen 3 und 5 Euro pro 20 Stück, etwa von ADGC, AbZ, Vividrin oder Cetidex. 75 ml Saft oder Sirup schlagen mit um die 6 Euro zu Boche, etwa von Ratiopharm, Hexal oder Stada. AL, 1A Pharma, Beta und Hexal haben auch Cetirizin-Tropfen im Angebot für 8,40 bis 9,40 pro 10 ml.
  • Wirkstoff Loratadin: Loratadin kommt in Tablettenform von ADGC, AL, 1A Pharma oder Stada für 2,70 bis 5,40 pro 20 Stück.

Die hier genannten Mittel haben die Experten von Stiftung Warentest mithilfe von Studien bewertet. Die Wirksamkeiten sind über die Studien belegt worden, der Nutzen übersteigt jegliche Risiken. Jedoch gilt auch bei rezeptfreien Mitteln: Lesen Sie sich die Packungsbeilage genau durch und sprechen Sie mit behandelnden Ärzten und Apothekern. Vor allem, wenn andere Erkrankungen bekannt sind oder wenn Sie betroffenen Kindern durch die Heuschnupfenzeit helfen wollen.

Den gesamten Testbericht der Stiftung Warentest können Sie hier nachlesen.

Auch wichtig: Pollenflug beobachten und Vorkehrungen treffen

Neben den rezeptpflichtigen sowie den rezeptfreien Mitteln gegen Heuschnupfen gibt es auch ein paar Hausmittel und Tricks bei Heuschnupfen, die Sie etwas angenehmer durch die schlimmste Zeit bringen. Straßenkleidung am besten direkt ausziehen und ab in die Wäsche damit, abends duschen und Haare waschen. In Haus und Wohnung heißt es in dieser Zeit zum Beispiel besonders oft reinemachen und wischen. Pollenschutzgitter können das Gröbste von draußen abhalten, so dass Sie trotzdem noch von Zeit zu Zeit lüften können.

Allergische Reaktionen und globale Erwärmung

Tatsächlich macht sich der Klimawandel in Sachen Allergie durch Pollen deutlich bemerkbar. Luft nach oben sei da noch, sagt Umweltmedizinerin Prof. Claudia Traidl-Hoffmann: "Wir sehen da schon, dass die Pollen immer früher fliegen." Und je wärmer, desto länger halten sie sich wohl in der Luft. Zudem werden sie vielfältiger und aggressiver. Heuschnupfen ist mittlerweile die häufigste allergische Erkrankung – 15 Prozent der Menschheit leidet irgendwann im Leben darunter.

Pollenallergie in Zeiten der Corona-Krise

Ein anderes Thema ist das Coronavirus, das besonders Menschen mit Vorerkrankungen schwer treffen kann. Wer eine Pollenallergie hat, muss zum Glück nicht das Schlimmste befürchten, doch aus einer Allergie kann sich auch Asthma entwickeln – und dann kann es unter Umständen kritisch werden. Wer sich unsicher ist, ob einfach die Allergie zuschlägt oder ob das Coronavirus die Symptome auslöst, kann bei uns nachlesen, wo die Unterschiede liegen.

Mehr über Atemwegserkrankungen erfahren Sie auch in unseren Videos:

Atemwegserkrankungen
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Wer weiß, gegen welche Pollenarten er besonders stark reagiert, sollte die Pollenflugvorhersage in der Region beachten. Die finden Sie zum Beispiel hier.

Wird eine Pollenallergie vermutet, sprechen Sie mit Hausärzten – die können Sie dann an Allergologen vermitteln, die mit Allergietests herausfinden können, welche Auslöser der Allergie zugrunde liegen. Sowieso lohnt sich ein Kompletttest zu Allergien und Intoleranzen.

In schlimmen Fällen – wenn also rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen nicht mehr ausreichen, können Ärzte auch rezeptpflichtige Medikamente verschreiben oder etwa eine Hyposensibilisierung vorschlagen, bei der dem Körper die Allergene zugeführt werden, um das Immunsystem an den Umgang damit nach und nach zu gewöhnen.

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