01.04.2019

Zahlt die Kasse? Impfung gegen Gürtelrose: Das sollten Sie wissen

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Dank des neuen Impfstoffs "Shingrix" soll jetzt Schluss mit Gürtelrose sein. Was Sie über die Impfung gegen Gürtelrose wissen sollten, verraten wir Ihnen jetzt.

Foto: Shutterstock/Tero Vesalainen

Dank des neuen Impfstoffs "Shingrix" soll jetzt Schluss mit Gürtelrose sein. Was Sie über die Impfung gegen Gürtelrose wissen sollten, verraten wir Ihnen jetzt.

Bei der Virus-Infektion denken viele automatisch an alte Menschen. Doch sie trifft auch immer öfter junge. Eine Impfung gegen Gürtelrose bietet jetzt Schutz.

Der Ausbruch von Gürtelrose soll jetzt verhindert werden können. Denn endlich ist eine neue Impfung gegen Gürtelrose auf dem Markt.

Gürtelrose ist eine Folgeerkrankung von Windpocken. Etwa 90 Prozent der Jugendlichen über 14 Jahren sind Träger von Varicella-Zoster-Viren. Nach einer Infektion im Kindesalter nisten sich die Erreger, die mit dem Lippenherpes-Virus verwandt sind, in den Nervenwurzeln des Rückenmarks ein. Dort können sie über Jahrzehnte unbemerkt schlummern, um später eine Gürtelrose auszulösen. Oft bricht die Krankheit aus, wenn das Immunsystem schwächelt.

Impfung gegen Gürtelrose: 400 000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland

Zuerst kommt der unerträglich brennende Schmerz, meist zwischen Taille und Brust. Manchmal auch im Gesicht, am Ohr oder Auge, sogar auf der Kopfhaut. So kündigt sich eine Gürtelrose typischerweise an. Drei bis vier Tage später überzieht ein meist bandförmiger Ausschlag mit Rötungen und Bläschen die immer heftiger schmerzende Körperstelle. Gürtelrose ist eine heimtückische Viruserkrankung an der jährlich etwa 400 000 Menschen in Deutschland erkranken.

Mehr als 60 Prozent von ihnen sind älter als 50 Jahre. Aber auch jüngere Menschen bekommen eine Gürtelrose. Denn auch Stress oder seelische Belastungen können die Infektion anschieben.

Diese langfristigen Auswirkungen kann Gürtelrosen haben

"Sind Gesicht oder die Augen betroffen, droht der Verlust des Sehvermögens. Und zehn Prozent der Patienten leiden danach unter heftigen, chronischen Nervenschmerzen, die mehrere Monate, manchmal sogar ein Leben lang anhalten können", erklärt Prof. Michael Freitag, Leiter der Abteilung für Allgemeinmedizin an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Viele der Betroffenen leiden nach der Erkrankung außerdem noch lange am Chronischen Erschöpfungssyndrom.

Eine südkoreanische Studie des Asan Medical Center in Seoul belegt sogar, dass eine Gürtelrose vor allem bei Frauen das Risiko von Schlaganfällen um 35 Prozent, das von Herzinfarkten um 59 Prozent erhöht. Besonders bei Infizierten unter 40 Jahren.

Der Impfstoff "Shingrix" soll Abhilfe schaffen

Ein neuer Impfstoff ("Shingrix") lässt Patienten und Ärzte jetzt aber aufatmen. Im Unterschied zum bisher eingesetzten Lebendimpfstoff ist der neue wirksamer und verträglicher. Prof. Freitag: "Erste Erkenntnisse zeigen, dass der Impfschutz über 90 Prozent beträgt." Der Gürtelrosen-Schutz besteht aus einem Totimpfstoff mit zusätzlichem Wirkverstärker. Für diesen haben Forscher zunächst ein spezielles Eiweiß (Antigen) aus dem Herpes-Zoster-Virus entnommen und mit Wirkverstärker-Fettkügelchen kombiniert.

Im Blut ziehen diese Abwehrzellen an wie ein Magnet. Sollte das Virus wieder einmal aktiv werden, wird es sofort ausgeschaltet. Die Impfung wird jetzt von der Ständigen Impfkommission allen Personen ab 60 Jahren geraten. Menschen mit einer Grundkrankheit wie z. B. Diabetes, Asthma, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, rheumatischer Arthritis oder Immunschwäche rät sie schon ab 50 dazu. Wer im Kindesalter unter Windpocken gelitten hat, dem ist die Impfung zu empfehlen

Manche Krankenkassen zahlen schon

Zur Pflichtleistung der gesetzlichen Kassen wird die Gürtelrose-Impfung erst, wenn der Gemeinsame Bundesausschuss entschieden hat. Das kann noch ein halbes Jahr dauern. Doch viele Kassen übernehmen jetzt schon die Kosten für die zwei Spritzen im Abstand von zwei Monaten zu je 136 Euro.

"Schwere Nebenwirkungen sind beim neuen Impfstoff nicht zu erwarten. Häufig treten aber Reaktionen um die Einstichstelle auf: z. B. Schmerzen, Rötungen, Schwellungen. Vorübergehend kann es aber auch zu Müdigkeit, Kopf und Muskelschmerzen kommen", schließt Prof. Freitag.

Die wichtigsten Impfungen finden Sie bei uns im Überblick. Alle weiteren Informationen zu den neusten Impfungen bekommen Sie auf unserer Themenseite.

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