22.03.2019

Tumor am wichtigsten Organ Krankheits-Mythos: Gibt es eigentlich Herzkrebs?

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Das Herz ist das entscheidende Organ, das uns am Leben hält. Ob es auch an Herzkrebs erkranken kann, erklären wir Ihnen hier.

Foto: iStock/Tero Vesalainen

Das Herz ist das entscheidende Organ, das uns am Leben hält. Ob es auch an Herzkrebs erkranken kann, erklären wir Ihnen hier.

Krebs kann an vielen Stellen im Körper auftreten. Aber was ist mit dem Herz? Wir klären auf, in welchem Ausmaß das wichtige Organ erkranken kann.

Es ist eine der heimtückischsten Krankheiten unserer Zeit: Krebs. Viele Menschen leben in Sorge um sich und ihre Mitmenschen, daran zu erkranken. Überall im Körper scheint es möglich, dass Zellen sich böshaft verändern: Brust-, Leber-, Eierstock-, Gebärmutterhals-, Hautkrebs. Die Liste ist beliebig fortzuführen. Männer erkranken häufig an Lungenkrebs, Frauen an Brustkrebs.

Doch können Krebszellen überall entstehen? Was ist eigentlich mit dem Organ, das eine der wichtigsten Funktionen unseres Lebens hat: dem Herzen? Der Motor unseres Lebens. Der Muskel sorgt dafür, dass Blut durch den Körper gepumpt wird und alle Organe mit Sauerstoff versorgt werden. Kann auch das Herz erkranken in Form von Herzkrebs und können Tumore auch am Herzen entstehen?

Herzkrebs kommt vor – wenn auch extrem selten

Die Antwort ist leider: ja. Krebs am Herzen ist zwar extrem selten, aber es gibt ihn. Statistisch gesehen erkranken jährlich drei von einer Million Menschen an einem Tumor am Herzen. Viele Menschen glauben dagegen irrtümlicherweise, am Herzen erkrankt zu sein. Wir erklären, woran Sie eine Herzneurose erkennen.

Tumore können aus verschiedenen Geweben und Zellen entstehen. Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine unnormale Vermehrung einzelner Körperzellen. Ganz generell können Tumore gut- oder bösartig sein. Klar ist aber trotzdem: Tumore sollten nicht im Körper sein und schnellstmöglich entfernt werden, wenn möglich.

Primäre und sekundäre Tumore unterscheiden

Bei Krebs, der das Herz betrifft, unterscheiden Mediziner zwei Arten von Tumoren. Primäre Tumore entwickeln sich aus dem eigentlichen Herzgewebe, wohingegen sekundäre Tumore ihren Ursprung woanders im Körper haben.

Leidet jemand beispielsweise an einer Krebserkrankung eines anderen Organs und haben sich bereits Metastasen, also Tochtergeschwülste des Tumors an anderen Stellen im Körper, gebildet, können diese über die Blutbahn zum Herzen gelangen und sich dort ansiedeln. Bei Lungen- oder Brustkrebs kommt Metastasenbildung recht häufig vor.

Welche Rolle die Evolution bei Herzkrebs spielt

Doch warum tritt ein Tumor am Herzen so selten auf? Forscher rätseln seit Jahrzehnten und begründen die Tatsache vorwiegend mit Erklärungen der Evolution. Prinzipiell verkraften demnach kleinere, entscheidende Organe, wie eben das Herz, Krebserkrankungen weniger gut als größere oder paarweise angelegte Organe, wie zum Beispiel die Lunge.

Im Fachjournal "Trends in Cancer" wurde 2016 die Hypothese aufgestellt, dass größere Organe im Laufe der Evolution deshalb weniger Mechanismen entwickelt hätten, um das Wachstum von Krebszellen in Schach zu halten.

Kurz hieße das: Das Herz hätte mehr Immunkräfte gegen die Erkrankung. Und das würde Sinn ergeben. Denn das Herz hält uns wie kaum ein anderes Organ am Leben. Eine Schädigung sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Die Rolle des Gewebes

Eine weitere Theorie gibt es: Und die hat mit Fettgewebe zu tun. In Fettgewebe können sich zellschädigende Toxine ablagern, die Krebs fördern können. Das Herz hat dagegen fast kein Fettgewebe. Zudem ist das Herz ein Muskel. Muskeln sind aufgrund ihrer Gewebestruktur weniger anfällig für Krebs.

Herzerkrankungen richtig vorbeugen

Es ist nicht Krebs, der häufig die größte Gefahr für unseren "Lebens-Motor" darstellt. Vor allem Herzerkrankungen wie der Herzinfarkt sind überaus bedrohlich. Doch man kann sie eindämmen mit einer gesunden Lebensweise: Viel Bewegung, ausgewogene Ernährung oder auch das Weglassen der geliebten Zigarette schonen das Herz. Erwiesen ist auch, dass Stress, psychische Leiden oder Kummer das Herz schwächen können.

Wie gefährlich dagegen Sex trotz Herzschwäche ist? Das erfahren Sie hier. Und hier klären wir auch die Frage, wie viel Sport erlaubt ist, wenn man unter Vorhofflimmern leidet.

Die Chance, an Herzkrebs zu erkranken, ist minimal; wenngleich die Chance, eine andere Herzerkrankung zu erleiden, weitaus größer ist. Also fassen Sie sich ein Herz – und tun Sie Gutes für Ihr Herz.

Es gibt zahlreiche Eingriffe am Herzen. Aber welche Risiken hat zum Beispiel eine Herzkatheter-OP? Mehr Informationen und viele weitere Artikel rund um das wichtigste Organ des Körpers finden Sie auf unserer Themenseite Herz-Kreislauf.

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