26.02.2019

Wichtig nach den Wechseljahren Bor – das unbekannte Spurenelement hilft gegen Osteoporose

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Pfirsiche sind die besten Lieferanten für das unterschätzte Spurenelement Bor, um einem Mangel entgegenzuwirken.

Foto: iStock/knape

Pfirsiche sind die besten Lieferanten für das unterschätzte Spurenelement Bor, um einem Mangel entgegenzuwirken.

Bis vor wenigen Jahren wurde das Spurenelement Bor so unterschätzt, dass es nicht einmal in den üblichen Lebensmittel-Tabellen auftauchte.

Neue wissenschaftliche Studien über Bor sind selten – aber sie haben es in sich. Heute weiß die Forschung: Das Halbmetall ist ein verborgener Gesundheitsschatz, unerlässlich z. B. für einen gesunden und funktionierenden Kalzium-, Magnesium-, Phosphat-und Vitamin-D-Haushalt. Vor allem schützt es aber vor schmerzenden Gelenken bei Arthrose. Ein Bor-Mangel kann sich daher also durchaus bemerkbar machen.

"Bor ist ein wichtiges Spurenelement mit Schmerz senkenden Eigenschaften, ein echter Arthrose-Joker", bestätigt Dr. Wolfgang Feil, Biologe und Lehrbeauftragter der Universität Furtwangen. "Deshalb sollten wir bei Entzündungen den Bor-Anteil in der Ernährung deutlich hochfahren, z. B. durch täglich mindestens zwei Portionen wichtiger Bor-Quellen."

Mangel an Bor geht an die Hormone

Ein Bor-Mangel stellt sich ein, wenn über die Nahrung nicht genug aufgenommen wird. Chlor ist der wichtigste Gegenspieler des Spurenelementes. So können gechlortes Wasser und chlorhaltige Antibiotika zu einem Borverluste im Körper führen. Alkohol hemmt die Fähigkeit des Körpers, Bor einzulagern.

Bor bzw. Borverbindungen sind an der Bildung von körpereigenen Hormonen wie Östrogen, Testosteron und Vitamin D beteiligt. Ein Mangel an Bor führt demzufolge auch zu einem Mangel dieser Hormone, die in der Folge wieder zu anderen Krankheiten führen. So kann beispielsweise zu wenig Testosteron eine verringerte Muskelmasse zur Folge haben und mit einer erhöhten Fetteinlagerung einhergehen. Außerdem wird der Testosteronmangel, von dem auch Frauen betroffen sein können, mit einem erhöhten Risiko für Tumor-und Herzerkrankungen verbunden.

Auch Symptome wie Konzentrationsschwäche, Gedächtnisverlust und Bewegungsstörungen könnten auf einen Mangel an Bor hindeuten.

Wirksamer Schutz vor Osteoporose und Hitzewallungen

Der unterschätzte Stoff sorgt zusätzlich dafür, dass ausreichend Kalzium als Baustein für gesunde Knochen vorhanden ist und schnell eingelagert wird. Bei Frauen in den Wechseljahren macht Bor die Knochen schnell wieder stärker, sorgt so für eine bessere Stabilität, hat eine Studie des Osteoporose -Forschers Prof. Taylor C. Wallace, George Mason University in Virginia, ergeben.

Verzehrempfehlung und Überdosierung

Laut Prof. Wallace schützen fünf frische oder getrocknete Pflaumen täglich über den Zeitraum von sechs Monaten Frauen nach der Menopause vor dem gefürchteten Knochenabbau. Eine ausreichende Bor-Aufnahme von ein bis zwei Milligramm pro Tag reguliert auch das Hormon-Gleichgewicht in den Wechseljahren. So steigt z. B. der Östrogen-Spiegel deutlich an, es kommt seltener zu typischen Symptomen wie Hitzewallungen.

Bor ist in vorwiegend in Obst und Gemüse enthalten. Auch Milch, Milchprodukte und Mineralwasser, sowie Trinkwasser enthalten Boranteile. Bor kommt vor in 100 Gramm folgender Lebensmittel:

  • Pfirsich (7 mg), Gurke (3,6 mg), Trockenpflaume (2,7 mg), Nüsse (2 mg), Sellerie (1,1 mg), Avocado (1 mg), Rotwein (0,9 mg), Tomate (0,1 mg), Rettich (2,1 mg), Getreide (0,6 mg).

Die US-amerikanische Behörde EPA hat eine Zufuhrempfehlung von 0,2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht für Bor und Borate ausgesprochen, um einem Bor-Mangel vorzubeugen.. Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es derzeit keine tägliche Zufuhrempfehlung.

Andererseits ist auch eine Überdosierung denkbar. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist daraufhin, dass große Mengen Bor die Fortpflanzung und die fetale Entwicklung negativ beeinflussen können. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, dass natürliches Mineralwasser nicht mehr als 1,5 Milligramm Bor pro Liter enthalten sollte.

Die Einnahme von Bor und auch ein möglicher Mangel sollten vom Hausarzt abgeklärt werden.

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