21.01.2019

Ernährungsplan für die Umwelt 43 Gramm Fleisch pro Tag sind gesund und sollen die Welt retten

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Weniger Verzehr von Fleisch kann die Umwelt retten.

Foto: iStock/vicuschka

Weniger Verzehr von Fleisch kann die Umwelt retten.

Bis 2050 werden circa zehn Milliarden Menschen die Erde bevölkern, die ernährt werden wollen. Forscher zeigen, wie 43 Gramm Fleisch die Welt retten.

Zehn Milliarden Menschen zu Ernähren - die Menschheit steht vor einer Herausforderung, der sich ein Forscherteam bestehend aus 37 Experten aus 16 Ländern angenommen hat. Der Hintergrund: Die Schere zwischen Mangelernährung einerseits und Übergewicht und Fettleibigkeit andererseits geht mehr und mehr auseinander. Damit nicht genug hinterlässt die Art, wie sich Menschen in den Industrieländern ernähren, katastrophale Schäden in der Umwelt.

Nach drei Jahre Projektarbeit präsentierte das Team unter dem Vorsitz von Walter Willett, Arzt, Ernährungswissenschaftler und Professor an der Harvard Medical School, nun ein Ernährungsplan, mit dem sich nicht nur jeder Mensch gesund ernähren, sondern auch die Umwelt retten lässt: 43 Gramm Fleisch pro Tag sind gesund.

Ernährungsplan der Wissenschaftler

Fans von Grillwürstchen, Hackbällchen und Schnitzel müssen jetzt ganz stark sein, denn die Ernährungsempfehlung der Experten ließe sich wie folgt zusammenfassen: Die Fleischmenge halbieren, die Gemüsemenge verdoppeln. Auch Naschkatzen müssen umdenken, denn der Konsum von Zucker soll ebenfalls halbiert werden.

Eine Tagesration mit ca. 2500 Kalorien sollte sich zusammensetzen aus:

  • 43 Gramm Fleisch bestehend aus: 7 Gramm Rind- oder Lammfleisch, 7 Gramm Schweinefleisch und 29 Gramm Geflügel
  • 8 Gramm Fisch
  • 250 Gramm Milch oder Milchprodukte
  • etwa 230 Gramm Getreide
  • 50 Gramm Kartoffeln oder andere stärkehaltige Knollen
  • circa 0,2 Eier
  • 25 Gramm Erdnüsse
  • 25 Gramm Soja
  • 50 Gramm Bohnen oder Linsen
  • ein Hauch Schweinefett - aber keine Butter
  • 100 Gramm dunkelgrünes Gemüse (Spinat oder Mangold)
  • 100 Gramm rotes oder orangefarbenes Gemüse (rote Beete, Rotkohl oder Karotten)
  • 200 Gramm Obst

Derzeit verzehren die Deutschen ca. 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr, mit der neuen Empfehlung käme jeder auf nicht ganz 16 Kilogramm. Eine Einschränkung, die der Umwelt zugutekommt, denn das Erzeugen und der Konsum tierischer Lebensmittel, insbesondere von Fleisch, verursachen weitaus mehr CO2 und andere Treibhausgase als pflanzliche Produkte.

Über 70 Prozent der globalen Agrarflächen sind Weideland. Vom weltweiten Ackerland werden ca. 70 Prozent für den Anbau von Futtermitteln genutzt. Dieses Land steht für den Anbau pflanzlicher Nahrung für den Menschen, der mit einer vorwiegend pflanzlichen Ernährung die Umweltbelastung deutlich reduzieren könnte, nicht zur Verfügung.

Stattdessen wird immer mehr Wald gerodet, um der steigenden Nachfrage nach Fleisch durch die wachsende Bevölkerung nachzukommen. Fleischkonsum - das steht inzwischen gleichbedeutend mit Erderwärmung, Artensterben, Energie- und Ressourcenverschwendung. Deshalb rufen nicht nur Umweltschützer immer nachdrücklicher zum Handeln auf.

Ernährung umstellen, aber wie?

Soweit die Theorie. Doch wie kann diese Ernährungsweise weltweit umgesetzt werden? Der Plan ist zwar einerseits ein Weg aus der Mangelernährung, für die anderen jedoch eine drastische Einschränkung des üppigen Angebotes im Schlaraffenland.

Das Forscherteam legt auch dazu einen Fünf-Punkte-Plan vor:

  1. Werbung für ungesunde Lebensmittel einschränken und die Umweltkosten in die Lebensmittelpreise integrieren.
  2. Lebensmittel nicht verderben lassen! Nur so viel kaufen, wie verbraucht wird. So ließen sich allein in Deutschland pro Jahr rund 30 Milliarden Euro einsparen.
  3. Ernteerträge erhöhen. Das gelingt zum Beispiel durch den Anbau trockenresistenter Pflanzen oder eine bessere Bewässerung.
  4. Gebiete für Ackerland nicht weiter ausdehnen. Außerdem: In einigen Meeresgebieten Fischfang verbieten, damit sich bedrohte Arten regenerieren können.
  5. Kleine und mittelgroße Betriebe besser unterstützten. Aufgrund der Flächenprämie gehen rund 80 Prozent der EU-Agrar-Gelder an nur 20 Prozent der Betriebe.

Den Forschern ist klar, dass sie damit drastische Veränderungen fordern, die nicht ohne Weiteres umsetzbar sind. Dennoch ist ein Umdenken unverzichtbar, wenn wir nicht weiter Raubbau an Mensch und Umwelt betreiben wollen.

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