Aktualisiert: 27.01.2020 - 14:06

Experten warnen Die Grippewelle hat offiziell begonnen: Das ist jetzt zu beachten

Grippe und Grippeschutz

Grippe und Grippeschutz

Fieber, starkes Unwohlsein und heftige Gliederschmerzen – das sind wohl die schwerwiegendsten Symptome einer Grippe oder auch Influenza genannt. Finden Sie Antworten auf all Ihre Fragen rund um das Thema Grippe in unseren Videos.

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Die jährliche Zeit der Grippe hat laut Arbeitsgemeinschaft Influenza in Deutschland offiziell angefangen. Erste Fälle gibt es bereits seit Oktober, jetzt startet die Hauptsaison. Und die zieht sich für gewöhnlich über mehrere Wochen. Worauf Sie jetzt achten müssen.

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet: Die Grippewelle 2020 hat in Deutschland offiziell begonnen. Seit Saisonbeginn im Oktober 2019 sind bereits rund 13.350 durch Laboranalysen bestätigte Fälle gemeldet worden. In der dritten Januarwoche 4.439 Fälle. In der aktuellen Saison starben 32 Menschen am Influenza-Virus, über 3.500 Menschen wurden im Krankenhaus behandelt. Die realen Fallzahlen sind aber als weit höher einzuschätzen, da nur ausgewählte Praxen Proben an das Institut einschicken und untersuchen lassen. Dennoch gilt die Statistik als hilfreicher Gradmesser für die Grippe-Entwicklung. Nach RKI-Schätzungen stecken sich rund fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung mit Grippeviren an.

Die aktuelle Grippewelle fordert auch Todesopfer

32 gemeldete Todesfälle seit Oktober 2019 im Zusammenhang mit der Grippe wurden in Deutschland schon registriert. Vor allem Ältere mit Vorerkrankungen sind durch die Grippewelle gefährdet. Im Vorjahreszeitraum waren es bis Anfang Januar nur elf.

Vor allem vor dem Hintergrund des aktuellen Ausbruchs des Coronavirus nCoV-2019 in China raten Experten, die Gefahr, die von einer echten Grippe ausgeht, nicht zu unterschätzen. Sie schätzen die Grippe als weitaus tödlicher ein, als das aktuelle Coronavirus (das in Deutschland zudem noch gar nicht angekommen ist), allein weil die Gefahr einer Ansteckung viel höher ist. In beiden Fällen gilt aber: Bei sonst gesunden Menschen verlaufen die Krankheiten meist harmloser, Komplikationen gibt es in der Regel nur bei älteren und an immunschwächenden Krankheiten erkrankten Menschen.

Bei einer heftigen Grippewelle gehen die Experten vom RKI von mehreren Zehntausend Toten aus, meist sind Senioren betroffen.

Besser vorbereitet als vor zwei Jahren

Wie verheerend die bevorstehende Grippewelle werden wird, lässt sich aktuell noch nicht einschätzen. Im vergangenen Winter verlief die Grippewelle moderat, im Jahr zuvor jedoch wurde der Verlauf als heftig eingestuft. Grund dafür war auch, dass der damals verabreichte Impfstoff keinen ausreichenden Schutz gewähren konnte. Influenza-Viren zeichnen sich durch ihre Mutationsfreude aus, sie verändern sich schnell. Der damals verabreichte Dreifachimpfstoff konnte gegen die in der Saison 2017-18 vorherrschende Influenza-Art nicht helfen. Seit Saison 2018-19 wird ein Vierfachimpfstoff genutzt.

Schutzimpfung vor der Grippewelle ja, aber wo?

Umso mehr Grund für alle, sich vor der aktuellen Grippewelle impfen zu lassen. Doch wer sich erst jetzt impfen lässt, bei dem kann der Impfstoff erst in zwei Wochen zu wirken beginnen.

"Die Welle wird sich noch etliche Wochen hinziehen", erklärt RKI-Expertin Silke Buda. In dieser Saison wurden laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) über 21 Millionen Impfdosen freigegeben. Gegen Grippe impfen lassen sollten sich vor allem Menschen ab 60, chronisch Kranke, Schwangere sowie Ärzte und Pflegekräfte. Ja, eine Grippeimpfung kann auch Nebenwirkungen haben, doch die sind in aller Regel gering und nicht zu vergleichen mit den Symptomen einer schwer verlaufenden Grippeinfektion.

Wichtig ist bei der Grippeimpfung, dass sie jährlich neu gesetzt wird. Denn die Oberflächenstrukturen von Influenzaviren ändern sich von Jahr zu Jahr, wie der Di­rektor der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Tobias Welte, erläutert. Daher muss der Impfstoff jährlich an die veränderten Strukturen angepasst werden.

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Eine Grippe ist übrigens nicht gleichzusetzen mit einer Erkältung, hier sind gänzlich andere Erreger verantwortlich. Das sind die Unterschiede zwischen einer Grippe und einer Erkältung.

Lesen Sie mehr zum Thema Erkältung auf unserer Themenseite.

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