10.01.2019

Neue Studie Warum die Augenfarbe eine Winterdepression beeinflussen kann

Von

Die Augenfarbe kann einen Einfluss darauf haben, wie anfällig man für eine Winterdepression ist. Wir erklären Ihnen die neuesten Forschungsergebnisse.

Foto: iStock/Steve Debenport

Die Augenfarbe kann einen Einfluss darauf haben, wie anfällig man für eine Winterdepression ist. Wir erklären Ihnen die neuesten Forschungsergebnisse.

Draußen ist es grau und dunkel, das Wohlbefinden ist im Keller. Viele Menschen neigen in der kalten Jahreszeit zur Winterdepression. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass die Augenfarbe Einfluss auf die gedrückte Stimmung haben kann.

"Schau mir in die Augen und ich sage dir, wer du bist" ­– hinter diesem Spruch verbirgt sich oft mehr als man denkt. Unsere Augenfarbe verrät nämlich angeblich, ob man zum Beispiel schüchtern oder selbstbewusst ist. Doch auch auf unsere Gesundheit und unsere innere Verfassung kann die Augenfarbe einen Hinweis geben.

Und zurzeit kämpfen viele Menschen mit ihrem Wohlbefinden. Denn fehlendes Sonnenlicht, grauer Himmel und kalte Temperaturen unterstützen die Symptome der sogenannten Winterdepression. Betroffene fühlen sich zu dieser Jahreszeit beispielsweise antriebslos, sind nervös und angespannt, grübeln viel und brauchen übermäßig viel Schlaf. Forscher haben nun eine neue Studie veröffentlicht, in der sie behaupten, dass man anhand der Augenfarbe ablesen könne, wie anfällig man ist, eine Winterdepression zu entwickeln.

Anfälligkeit für Winterdepression kann von Augenfarbe abhängen

Vielleicht kennen Sie das Phänomen in der kalten Jahreszeit auch: Sie verlassen frühmorgens im Dunkeln das Haus und fahren zur Arbeit. Auch beim Blick aus dem Fenster sehen Sie meist nur grauen Himmel. Pünktlich zum Feierabend ist es draußen schon wieder stockfinster. Dass das Wohlbefinden bei vielen in den Keller geht, ist da gar nicht so verwunderlich. Schätzungsweise 800.000 Personen sind von dieser saisonal auftretenden Depression betroffen.

Und dabei wird klar: Die Stimmung ist eben auch abhängig von den äußeren Gegebenheiten – wie zum Beispiel Licht.

Diese Erkenntnis spielte bei der Forschung von Lance Workman eine große Rolle. Der Professor für Psychologie an der University of South Wales in Großbritannien veröffentlichte mit Kollegen seine Studien-Ergebnisse in einem Beitrag des Fachmagazins "Journal of Behavioural Science & Psychology".

Die Anzahl der Farbpigmente ist entscheidend

Für die Studie zur Erforschung der Winterdepression wurden 175 Studenten von zwei Universitäten, davon eine in Südwales, eine in Zypern, befragt. Sie sollten Angaben machen zu ihrer Stimmung, zur Schlafdauer, zum Körpergewicht und zum Appetit sowie zur sozialen Aktivität während der kalten und der warmen Monate.

Die Forscher fanden heraus, dass Probanden mit braunen oder dunklen Augen schlechtere Werte hatten als Probanden mit hellen oder blauen Augen. In früheren Studien wurde bereits herausgefunden, dass Menschen mit dunklerer Augenfarbe stärker zu Depressionen neigen.

Doch woran kann das liegen? Es könnte der Lichteinfall sein, der durch die Augen reguliert wird. Menschen mit blauen Augen haben weniger Farbpigmente in der Iris, können also auch weniger Licht verarbeiten. Dieses ist wichtig für die Produktion der Stimmungs-Hormone Serotonin und Melatonin.

Licht ist wichtig für unsere Stimmungs-Hormone

Braune oder dunkle Augen haben mehr Farbpigmente in der Iris, brauchen also zur Verarbeitung von Wahrnehmungseindrücken von vornherein mehr Licht. Ist es im Winter also häufig dunkel, können die Augen viel weniger Licht als nötig aufnehmen.

Es kommt zu einem Ungleichgewicht von Melatonin und Serotonin – das begünstigt die schlechte Stimmung und die Winterdepression. Serotonin gilt als das Glückshormon. Bei Depressiven ist der Serotonin-Spiegel im Gehirn oft zu niedrig, kann aber zum Beispiel mit Antidepressiva erhöht werden.

Die Forscher weisen allerdings explizit darauf hin, dass Menschen mit blauen oder hellen Augen nicht automatisch vor einer Winterdepression gefeit sind. Bei der Entstehung einer Depression gibt es viele Faktoren. Nicht die Augenfarbe alleine entscheidet, kann aber eine Rolle spielen.

Tipps, um die Winterdepression loszuwerden

Nun kann man die Augenfarbe leider nicht ändern, um die Symptome einer Winterdepression zu lindern. Was aber hilft?

Versuchen Sie, so viel Licht wie möglich aufzuschnappen, zum Beispiel bei einem Spaziergang an der frischen Luft. Will der Himmel aber gar nicht aufklaren, können Tageslichtlampen eine Alternative sein. Sie gleichen den Lichtmangel aus und sind bereits ab 50 Euro erhältlich. Auch regelmäßige Bewegung und Sport helfen, die kalten Monate bestmöglich zu überstehen.

An diesen Anzeichen erkennen Sie eine versteckte Depression. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Themenseite Depression

Hier haben wir weitere zehn Tipps gesammelt, die gegen eine Winterdepression helfen.

Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, für die sich niemand schämen muss. Wenn Sie oder jemand in Ihrem Bekanntenkreis sich in einer ernsthaften Krise befinden, sich über längere Zeit antriebslos und traurig fühlen oder sogar an Suizid denken, zögern Sie nicht und kontaktieren Ihren Arzt oder suchen Sie therapeutische Hilfe auf. Auch die Telefonseelsorge sowie die Deutsche Depressionshilfe können in akuten Situationen hilfreich sein.

Die dunkle Jahreszeit kann manchmal sehr trist sein, hat aber auch ihre schönen Seiten. Entdecken Sie sie auf unserer Themenseite Winter.

Seite