25.11.2019

Schön, aber gefährlich? So schädlich sind Duftkerzen wirklich

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Nur in bestimmten Fällen sind Duftkerzen schädlich für Ihre Gesundheit. Mehr Details unten...

Foto: iStock/knape

Nur in bestimmten Fällen sind Duftkerzen schädlich für Ihre Gesundheit. Mehr Details unten...

Sie sehen schön bunt aus und riechen gut. Aber sind Duftkerzen schädlich für unsere Gesundheit?

Sie sind inzwischen in fast jeder Wohnung zu finden. Seit einiger Zeit sagt man den Kerzen mit Schoko-, Lebkuchen oder Zimtaroma aber nach, sie verbreiteten neben leckeren Düften auch Chemikalien und Schadstoffe. Sind Duftkerzen wirklich gesundheitsschädlich?

Duftkerzen sind schädlich, wenn…

... bestimmte Inhaltsstoffe enthalten sind. Es lässt sich also nicht einfach verallgemeinern, dass Duftkerzen schädlich sind. Daher ist es beim Kauf von Duftkerzen immer wichtig, auf die Inhaltsstoffe zu schauen.

  • Ein No-Go ist Paraffinwachs, ein Abfallprodukt der Erdölindustrie. Es wird deshalb gern für die Produktion genutzt, da es preiswert ist und leicht brennt. Paraffindämpfe aber haben Nebenwirkungen, Stoffe wie das darin enthaltene Benzol und Toluol, die für den Menschen schädlich sind, können u.a. zu Kopfschmerzen führen. Das gilt nicht nur für Duftkerzen, sondern für alle Kerzen.
  • Auch Gelkerzen und synthetisch parfümierte Kerzen können Husten, Schwindel, Übelkeit, Kopfweh und Allergien auslösen. Der Grund: Kohlenteer und Benzin sind Inhaltsstoffe von industriell produzierten Düften.
  • Gesundheitsschädlich sind also die Schadstoffe, die beim Abbrennen der Kerze freigesetzt werden. Nicht nur Verbrennungsrückstände des Paraffins, auch Pestizide und Schwermetalle wie Blei und Zink können hier austreten und zu hormonellen Störungen führen. Das kann z.B. auch bei Metalldochten passieren.

Duftstoffe können Allergien auslösen

Allergiker können ein weiteres Problem bei Duftkerzen entwickeln. Die Duftstoffe können nämlich allergische Hautreaktionen auslösen – auch über die Luft. Wenn Sie also merken, dass Sie Ausschlag bekommen oder anderweitig Ekzeme entwickeln, die Augen tränen oder Sie Kopfschmerzen bekommen, wenn Sie zu Hause eine Duftkerze abbrennen, sollten Sie diese besser aus dem Haus verbannen. Bei Asthmatikern können Duftstoffe auch Bronchialkrämpfe auslösen.

Aufpassen mit Duftstoff Limonen – nicht nur in Duftkerzen

Aber nicht nur künstliche Duftstoffe können Probleme verursachen. Auch Naturstoffe aus Pflanzen können für uns gefährlich werden. Darunter das sehr oft in verschiedenen Produkten eingesetzte Limonen, ein Stoff, der etwa in Zitronen- und Orangenschalen vorkommt. Limonen ist als Gefahrstoff eingestuft und kann sensibilisierend und umweltgefährdend wirken. Der Stoff selbst kann hauptsächlich bei Allergikern schädlich wirken. Eine Studie aus dem Jahr 2004 aus den USA gibt zudem an, dass Limonen in der Raumluft durch dort enthaltenes Ozon zu Formaldehyd reagieren kann.

Das Lösungsmittel Formaldehyd gilt als krebserzeugend und erbgutveränderd. Formaldehyd kommt in gewissen Konzentrationen immer vor und entsteht außer beim Verbrennen von Duftkerzen in höherer Menge vor allem beim Abbrennen von Zigaretten oder dampft aus bestimmten Leimen oder Farben aus. Hin und wieder eine limonenhaltige Duftkerze abzubrennen oder Orangenduftöl zu verwenden, stellt bei gesunden Menschen keine allzu große Gefahr dar. Wie so oft gilt aber: in Maßen – und sowieso regelmäßig den Raum lüften. Gerade im Winter ist das sehr wichtig.

Setzen Sie auf 100 Prozent Natur bei Duftkerzen

Unproblematisch sind dagegen umweltfreundliche Kerzen, z.B. aus Bienenwachs oder Soja. Auch Kokosöl dient zur Herstellung gesundheitlich unbedenklicher Kerzen.

Auf der ganz sicheren Seite sind Sie mit Produkten aus 100 Prozent Bienenwachs. Sie sind zwar teurer, brennen aber langsamer als Paraffin ab und haben so auch eine längere Lebensdauer. Weitere Benefits: Sie setzen beim Brennen negative Ionen frei. Studien konnten belegen, dass das einen Luft reinigenden Effekt hat. Das mögen auch Staubmilben nicht. Außerdem ist die Bienenwachsproduktion nachhaltig.

Wer kein Fan des Bienenwachsaromas ist, liegt auch mit Kerzen aus ungefärbtem Pflanzen- oder Palmwachs richtig. Achten Sie darauf, dass hier keine Beimischungen von Paraffin enthalten sind und die Kerze reine ätherische Öle enthält.

Die Qualität ätherischer Öle ist nicht gesetzlich geregelt, daher sollte das Produkt unbedingt eine 100 Prozent reine Qualität aufweisen, ansonsten kann das Öl verdünnt und mit synthetischen Düften "gestreckt" worden sein.

Tipp: Löschen Sie Kerzen am besten, indem Sie den Docht – übrigens am besten einen Baumwolldocht – in den Wachs tauchen, so vermeiden Sie die ungünstige Rauchentwicklung.

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Versuchen Sie es doch auch mal mit ätherischen Ölen statt Duftkerzen. Es gibt auch viele Parfüms mit allergieauslösenden Stoffen, vor denen Sie sich in Acht nehmen sollten. Düfte bestimmen also unser Leben, ob nun positiv der negativ. Mehr zum Thema Allergien und Intoleranzen lesen Sie auf unserer Themenseite