16.11.2018

Lecker und schützend? Fördert Kaffee Demenz oder schützt er sogar davor?

Zwei neue Studien aus Kanada und Australien bestätigen: Kaffee schützt vor Demenz und soll vor allem Frauen zu mehr Aktivität im Alter animieren. Und das sind die Gründe...

Foto: iStock/triloks

Zwei neue Studien aus Kanada und Australien bestätigen: Kaffee schützt vor Demenz und soll vor allem Frauen zu mehr Aktivität im Alter animieren. Und das sind die Gründe...

Kaffee ist ein nicht wegzudenkendes Alltagsgetränk der Deutschen. Über die gesundheitlichen Vor- und Nachteile wird schon lange diskutiert. Die jüngste Studie belegt nun, Kaffee soll vor Demenz schützen…

Die Beliebtheit und Allgegenwärtigkeit von Kaffee in unserer Gesellschaft bringt es mit sich, dass die unterschiedlichsten Mythen um das dunkle Gebräu konkurrieren. Ist der bittere Wachmacher wirklich gesund für den menschlichen Körper, wann sollte man darauf verzichten und wie verträgt sich das Koffein im Kaffee mit unterschiedlichen Körpertypen? Manch einer schafft nur einen Kaffee am Tag, andere brauchen 5 Espressi, um wach durch den Tag zu kommen. Gewicht, Alter und andere Faktoren spielen bei der Wirkung von Kaffee eine Rolle. Nun hat eine aktuelle Studie herausgefunden: Kaffee schützt vor Demenz.

Kaffee schützt das Gehirn vor Demenzerkrankungen

Die neu vorangebrachte These eines kanadischen Forscherteams ist die: Je stärker der Röstungsgrad der Kaffeebohnen, desto effektiver die Schutzfunktion von Kaffee vor Demenzerkrankungen wie Alzheimer oder auch Parkinson. Damit widerlegen die Forscher bisherige Annahmen, die genau das Gegenteil behaupteten: Kaffee fördere die Demenz.

Laut den Wissenschaftlern des Krembil Research Institute aus Toronto soll durch den regelmäßigen Konsum von Kaffee die Wahrscheinlichkeit verringert werden, überhaupt eine Demenzerkrankung zu entwickeln. Hierfür sollen die Verbindungen sorgen, die beim Röstvorgang entstehen.

Ist Kaffee gesund? Neue Studien widerlegen alte Ergebnisse

Zahlreiche Studien haben sich in den letzten Jahren mit der Frage auseinandergesetzt, ob Kaffee gesund ist oder nicht. Die meisten älteren Studien gingen von der Schädlichkeit des Gebräus aus und wiesen auf den dehydrierenden Effekt von Kaffee hin. Das ist aber mittlerweilte widerlegt.

In der neuesten Studie aus Kanada wurden nun verschiedene Kaffeesorten untersucht: ein stark gerösteter koffeinhaltiger Kaffee, ein stark gerösteter entkoffeinierter und ein mild gerösteter koffeinhaltiger Kaffee. Die stark gerösteten Sorten, unabhängig vom Koffeingehalt, entfalteten eine stärkere Schutzwirkung fürs Gehirn.

Weitere Tests führten zu dem Ergebnis, dass eine Reihe von Verbindungen, die sogenannten Phenylindane, für den positiven Effekt verantwortlich sind. Das sind Verbindungen, die aus dem Röstvorgang hervorgehen und durch die der Kaffee auch seinen typisch bitteren Geschmack entwickelt.

Die Röstverbindungen im Kaffee sollen dafür sorgen, dass sich weniger toxische Proteine im Gehirn verbinden können, genauer die Tau- und Beta-Amyloid-Proteine. Diese Auslöser für neurodegenerative Erkrankungen könnten sich durch den Kaffeeschutz nicht als Plaque im Gehirn ablegen können.

Das ist umso bemerkenswerter, als diese schützende Verbindung des Kaffees aus einem einfachen, natürlichen Röstvorgang gewonnen wird und nicht aus einem komplizierten chemischen Prozess im Labor.

Kaffee hilft Frauen auch im Alter – neben Tee

In dem Zuge ist auch auf eine jüngere Studie der School of Human Movement and Nutrition Sciences der University of Queensland hinzuweisen, die aufgezeigt hat, dass Kaffee und Tee dabei helfen können, ältere Frauen zu mehr Bewegung und Sport zu animieren. 7.580 Probandinnen mit einem Geburtsjahr zwischen 1946 und 1951 nahmen an der australischen Langzeitstudie teil. Sie sollten über ein Jahr aufzeichnen, wieviel Tee und Kaffee sie konsumieren und wie sich ihr Sport- und Bewegungsverhalten in dieser Zeit entwickelte.

Das Ergebnis überrascht: Frauen, die eine oder zwei Tassen Tee oder Kaffee am Tag trinken, widmen sich häufiger Sport als diejenigen, die koffeinhaltige Getränke seltener trinken. Scheinbar reduzieren die Warmgetränke die Antriebslosigkeit von Frauen im mittleren Alter und wirken dieser sowie der Müdigkeit positiv entgegen. So hilft Kaffee hier dabei, körperliche Funktionen auf Trab zu halten und so das Risiko für Altersschwäche zu verringern – und so schützt Kaffee einmal mehr vor Demenz.

Darauf erstmal einen Kaffee!

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Es gibt zahlreiche Meinungen darüber, ob Kaffee gesund oder ungesund ist. Wir haben die gängigsten Theorien zusammengestellt, auch darüber wann der beste Zeitpunkt für Kaffee und andere Getränke ist. Wenn Ihnen Kaffee nicht schmeckt, können Sie als Kaffee-Ersatz auch auf diese 10 koffeinfreie Wachmacher setzen.

Mehr zu den Themen Demenz und Alheimer lesen Sie auf unseren Themenseiten. Und die Studie aus Kanada finden Sie hier.

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