25.10.2018

TK-Pizza, Schmelzkäse & Co. So gefährlich sind Phosphate in Lebensmitteln

Tiefkühlpizzen gehören zu den Fertigprodukten, in denen künstliche Phosphate stecken. Wie ungesund sind die Zusatzstoffe wirklich für uns?

Foto: iStock/StockImages_AT

Tiefkühlpizzen gehören zu den Fertigprodukten, in denen künstliche Phosphate stecken. Wie ungesund sind die Zusatzstoffe wirklich für uns?

Tiefkühlpizza, Cola und Schmelzkäse sind lecker, haben aber auch eine ungesunde Gemeinsamkeit: Alle drei Produkte enthalten Phosphate. Wir erklären Ihnen, wie schädlich dieser Zusatzstoff für den menschlichen Körper ist.

Wenn es nach Feierabend einmal schnell gehen soll, reicht oft schon der Griff ins Kühlregal. Denn besonders Fertigprodukte wie Tiefkühlpizza oder überbackene Baguettes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie sind schnell, günstig und lecker – aber auch gesund?

Leider ist der Verzehr von diesen Fertigprodukten – im wahrsten Sinne des Wortes – mit Vorsicht zu genießen. Denn in in diesen Lebensmitteln stecken meist künstliche Phosphate, sie gehören zu den am häufigsten benutzten Zusatzstoffen in der Lebensmittelindustrie. Aber was macht sie so gefährlich? Wir erklären Ihnen den tückischen Lebensmittelzusatz.

Phosphate in Lebensmitteln, aber auch in Knochen und Zähnen

Gleich zu Beginn sei klargestellt: Nicht alle Phosphate sind schlecht und gefährlich für den menschlichen Organismus. Im Gegenteil! Phosphate kommen auch natürlich vor, beispielsweise in den Knochen oder Zähnen als Calciumphosphat, aber auch im Erdboden als Nährstoff für Pflanzen. Außerdem sind Phosphate essentiell für Muskelbewegungen. Entsprechend wichtig ist es, dass man natürliche Phosphate mit der Nahrung aufnimmt, wie zum Beispiel durch Fleisch, Hülsenfrüchte oder Nüsse.

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Während der Nahrungsaufnahme finden chemische Prozesse im Körper statt. Bei natürlichen Phosphaten geht nur ein Bruchteil in den Blutkreislauf über. Der Rest wird wieder ausgeschieden. Für den Körper stellen natürliche Phosphate also eine geringe Belastung dar.

Anders sieht es bei den künstlich Zugesetzten aus. Als Phosphate bezeichnet man generell die Salze der Phosphorsäure. Lebensmittel-Chemiker setzen diese gerne in Produkten als Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel oder Säuerungsmittel ein.

Erst durch Phosphate wird Schmelzkäse streichzart

Scheiben- oder Schmelzkäse, den man zum Beispiel für die Zubereitung von Käse-Lauch-Suppen mit Hackfleisch verwendet, schmilzt durch den Zusatz von Phosphaten erst richtig gut und sind besonders streichzart. Bei Tiefkühlpizza und Co. sorgen Phosphate obendrein für die perfekte Bräunung des Käses.

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Auch Wurstwaren könnten ohne den Zusatz von Phosphat gar nicht hergestellt werden. Denn bei der Verarbeitung der einzelnen Lebensmittel binden sie Wasser und sorgen für die richtige Konsistenz von Bierschinken oder Fleischwurst. In vielen Pulvern, wie beispielsweise für Fertig-Kaffee, sind Phosphate ebenfalls enthalten, damit bei der Herstellung ein stabiler Milchschaum entsteht. Abgesehen von Lebensmitteln findet man Phosphate außerdem auch in Klarspülern bei Geschirrspülmaschinen.

Doch warum genau sind künstliche Phosphate gefährlich? Das Problem ist, dass sie nicht, so wie die natürlichen, zum Großteil unverdaut wieder ausgeschieden werden. Stattdessen wandern sie fast komplett ins Blut. Beim Verzehr von beispielsweise einem Cheeseburger mit Schmelzkäse und einer ebenfalls phosphathaltigen Cola wird der Körper mit Phosphaten regelrecht überschwemmt.

Phosphate bergen Gefahren für Herz, Nieren, Haut und Knochen

Das hat mehrere Folgen. Zum einen werden die Nieren stärker belastet. Das Organ "wäscht" die Phosphate gewissermaßen aus dem Blut heraus. Besonders für Nierenkranke kann das sehr gefährlich werden, sie sollten besonders auf eine phosphatarme Kost achten.

Doch vor allem für das Herz sind zu viele Phosphate ungesund. Denn sie verändern die Innenfläche der Gefäße, durch die das Blut fließt. Das wiederum kann zu Arterienverkalkung führen. Außerdem werden die Gefäße durch zu viele Phosphate im Blut weniger elastisch. Die drastischste Folge: Herz-Kreislauf-Erkrankungen; die Gefahr eines Herzinfarkts steigt.

Zu viel Phosphat im Blut kann Medizinern zufolge auch Muskelabbau und eine schnellere Hautalterung zur Folge haben und sogar das Risiko für Osteoporose erhöhen. Die Knochenerkrankung ist vor allem durch eine schwache Knochensubstanz und abnehmende Knochendichte gekennzeichnet, denn Phosphate können das Kalzium aus den Knochen lösen und sie brüchig machen.

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Mehr rund um die Gesundheit finden Sie auf unserer Themenseiten Herz-Kreislauf und Osteoporose.

Schwierig, Phosphate im Supermarkt zu erkennen

Ein aufmerksamer Blick durch den Supermarkt lohnt sich, wenn Sie auf Phosphate in Ihrer Ernährung weitestgehend verzichten wollen. Das Problem: Phosphate gibt es in zig unterschiedlichen Zusammensetzungen in Lebensmitteln.

Als Zusatzstoffe sind sie häufig irreführend auf den Verpackungen deklariert. Manchmal verstecken sie sich hinter den ominösen E-Nummern, manchmal werden sie zum Beispiel als Magnesiumphosphat ausgeschrieben – manchmal finden Sie aber auch lediglich den Hinweis "Enthält Phosphate".

Die Lebensmittelindustrie führt Verbraucher gerne mal hinters Licht. Schauen Sie beim nächsten Einkauf mal genauer hin. Denn wir sagen Ihnen, was Etiketten auf Lebensmitteln wirklich bedeuten.

Lieber frische Lebensmittel statt Fertigprodukte kaufen

Zwar gibt es laut EU-Richtlinien zugelassene Höchstwerte für Phosphate. Doch es ist leider ein Irrglaube, anzunehmen, dass Lebensmittelhersteller diese immer einhalten. Viele können durch die unklaren Zutaten-Listen tricksen und die Phosphat-Grenzen überschreiten – zum Nachteil für den Verbraucher.

Es ist deshalb nicht einfach, sich im Phosphat-Dschungel zurechtzufinden. Experten empfehlen deshalb, möglichst frische Produkte von guter Qualität zu kaufen. Der Tipp klingt recht simpel und wenig konkret. Doch vor allem viel frisches Gemüse, unverarbeitete Waren wie Bio-Fleisch und -Eier sind weitgehend frei von Zusatzstoffen.

Verarbeitete Lebensmittel wie Wurst und Fertigprodukte, aber auch phosphathaltige Getränke sollten möglichst selten auf Ihrem Speiseplan stehen. Eine Tiefkühlpizza alle paar Wochen wird sie nicht krank machen – versuchen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe trotzdem darauf zu achten, so wenig Phosphate in Lebensmitteln wie möglich zu konsumieren.

Die besten Lebensmittel finden sie nicht unbedingt immer im teuersten Laden. Markenprodukt, No-Name oder Bio - was ist besser?