05.10.2018

glücklich naschen Schokolade als Vitamin-D-Quelle – essen für die Knochen?

Vitamin D in vielfacher Form: Die Sonne hilft unserem Körper beim Produzieren von Vitamin D – und die Schokolade enthält es, wie Forscher nun herausfanden.

Foto: iStock/pixelfit

Vitamin D in vielfacher Form: Die Sonne hilft unserem Körper beim Produzieren von Vitamin D – und die Schokolade enthält es, wie Forscher nun herausfanden.

Einfach Schokolade essen und damit den Vitamin-D-Haushalt oben halten? Gerade für dunkle Wintermonate eine Traumvorstellung! Forscher haben herausgefunden: theoretisch ist das möglich. Aber praktisch...?

Nicht nur stimmungsaufhellend, sondern vor allem auch wichtig für die Knochen: Vitamin D ist notwendig, zum größten Teil nehmen wir es durch die Sonne auf. Doch wenn die nicht mehr allzu kräftig scheint, im Herbst und Winter, steigt auch das Risiko für einen Mangel am wichtigen Spurenelement. Doch gibt es jetzt etwa leckere Hilfe? Forscher haben herausgefunden: Auch in Schokolade steckt Vitamin D. Und theoretisch könnten wir damit sogar unseren Tagesbedarf decken. Wir müssten nur sehr, sehr viel davon essen…

Vitamin D in Schokolade: 5 Tafeln täglich – Fluch oder Segen?

Rund 13 Prozent der deutschen Bevölkerung sind laut einer Studie der Ruhr-Universität Bochum zumindest während der dunklen Jahreszeit nicht ausreichend mit dem Spurenelement versorgt. Zum Glück leiden nur wenige unter einem behandlungsbedürftigen Vitamin-D-Mangel.

Eigentlich reicht Tageslicht, denn durch dieses bildet unser Körper rund 90 Prozent des benötigten Vitamins einfach selbst. Der Rest kommt über die Nahrung. Es gibt allerdings wenige Nahrungsmittel mit ausreichend Vitamin D. Darunter fetthaltiger Fisch, Eier sowie diverse Pilze. Und nun also auch Schokolade?

Schokolade essen, um dem Vitamin-D-Mangel ein Schnippchen zu schlagen? Klingt für viele von uns jetzt wohl erst einmal perfekt. Und dann auch noch viel davon essen müssen? Gar kein Problem, mag sich so mancher jetzt denken.

Allerdings: Fünf Tafeln Bitterschokolade täglich – das mag vielleicht erst einmal himmlisch klingen. Aber versuchen Sie das mal. Oder… lieber nicht.

500 Gramm Schokolade täglich: Der Körper dankt’s Ihnen garantiert nicht

Was die Forscher rund um Gabriele Stangl von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg herausgefunden haben, ist also erst einmal die Tatsache, dass Kakao das Vitamin tatsächlich enthält – und somit ein Grundstein in Sachen Forschung an Nahrungsergänzung und Ernährungsverständnis. Ernährungswissenschaftler raten vom reinen Konsum von so viel Schokolade allerdings ab – und der gesunde Menschenverstand vermutlich auch.

Denn Fakt ist immer noch: Schokolade beinhaltet zwar Vitamin D – aber vor allem jede Menge Zucker und Fett. Und das eine wiegt das andere leider dann doch nicht auf.

Menge an Vitamin D in Kakao war noch nicht bekannt

Dennoch, dass in Schokolade, genauer gesagt im Kakao, so viel Vitamin D steckt – nämlich rund 5 Mikrogramm pro 100 g Kakao – verblüfft die Forscher. Zum Vergleich: 20 Mikrogramm sind die tägliche Tagesdosis an Vitamin D, die einem Erwachsenen geraten werden.

Überraschend ist daran vor allem, dass man bisher dachte, dass lediglich bestimmte Pilze so viel Vitamin D bilden können.

Dass das Vitamin im Kakao zu finden ist, ist dagegen wenig bekannt. Kurios: Wer bei Google nach dem Vitamin-D-Gehalt in Kakao sucht, bekommt eine große Null ausgespuckt.

Theorie: Die Sonne lässt das Vitamin schon in der Bohne entstehen

Die Forscher aus Halle konnten das Vitamin jetzt aber nachweisen – und haben eine Vermutung, woher es im Kakao kommt: Nach der Ernte werden Kakaobohnen fermentiert und danach in der Regel noch bis zu zwei Wochen in der Sonne getrocknet. Möglicherweise stecken in der Bohne Vorstufen des Vitamins, die sich unter Sonneneinstrahlung direkt in der Bohne in Vitamin D umwandeln.

Besonders hoch sei der Gehalt in Kakaobutter und dunkler Schokolade. Je heller die Schokolade, desto weniger Vitamin D war vertreten. "Das ist nicht verwunderlich, da der Kakaogehalt in weißer Schokolade deutlich geringer ist. Dies bestätigt unsere Annahme, dass Kakao die Quelle für das Vitamin D ist", erklärt Ernährungswissenschaftlerin Stangl.

Lieber keine 5 Tafeln – aber ruhig mal ein Stück Bitterschokolade

Den kompletten Tagesbedarf sollten Sie mit Schokolade nicht decken, dafür ist sie auch in Zartbitterform einfach zu sehr Kalorienbombe. Dennoch: Das Gute ist ja, dass der Vitamin-D-Gehalt gerade in dunkler Schokolade am höchsten ist. Hier dürfen Sie also gerne in Maßen zuschlagen. Mindestens 75 Prozent Kakaoanteil sollte sie haben – und laut Ernährungsexperten sollten Sie täglich nicht mehr als einen Riegel zu sich nehmen.

Ein wenig dunkle Schokolade kann dem Körper auch anderweitig gut tun. So hat sie einen niedrigen glykämischen Index und lässt den Insulinwert nicht in die Höhe schnellen. Die Flavonoide im Kakao wirken außerdem als Antioxidantien im Körper.

Das Forscherteam aus Halle möchte die neuen Erkenntnisse nun dazu nutzen, um weitere Studien über zuckerfreie, kakaohaltige Lebensmittel zu starten, die den Vitamin-D-Spiegel im Körper positiv beeinflussen könnten, ohne dem Körper zu viel Zucker und Co. zuzusetzen. Hoffen wir, dass diese Nahrungsmittel der Zukunft dann auch noch schmecken… Zum Glück gibt es bis dahin noch mindestens 10 andere Lebensmittel mit viel Vitamin D.

Für Nahrungsergänzungsmittel eignet sich Vitamin D bisher nämlich nur in Maßen. Oft ist eine Zugabe der Vitamingruppe durch ergänzende Mittel nicht nötig, da der Körper das Vitamin gut speichern kann. Daher besteht schnell die Gefahr einer Überdosierung. Über die Nahrung natürlich aufgenommenes Vitamin D und vor allem das vom Körper selbst gebildete sind die bessere Grundlage. Denn wenn der Körper genug hat, hört er einfach auf, weiteres Vitamin D zu produzieren.

Vitamin D ist vor allem für unsere Knochen wichtig. Ein Mangel kann Osteoporose begünstigen. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Themenseite. Und Tipps zur richtigen Ernährung bei Osteoporose & wichtige Nährstoffe verraten wir Ihnen auch. Und hier geht's zur Studie der Uni Halle.

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