21.09.2018

Venenleiden behandeln Kompressionsstrümpfe anziehen: So sitzt der Stoff!

Kompressionsstrümpfe können äußerst lästig sein und das Anziehen bereitet vielen Menschen Probleme. Wir haben Tipps zusammengestellt, wie Sie den festen Stoff  möglichst schonend anziehen können.

Foto: imago/Niehoff

Kompressionsstrümpfe können äußerst lästig sein und das Anziehen bereitet vielen Menschen Probleme. Wir haben Tipps zusammengestellt, wie Sie den festen Stoff möglichst schonend anziehen können.

Sie sind eng, unbequem – und lassen sich wahrlich nicht leicht anziehen. Kompressionsstrümpfe sind aus vielen Gründen unbeliebt. Aber sie sind wichtig, um die Venen zu unterstützen. Wie Sie den festen Stoff doch noch um Ihre Beine stülpen können.

Leicht ist es wahrlich nicht mit diesen steifen Dingern – aber sie helfen und sind in manchen Fällen sogar notwendig, um Gewebe und Gefäße zu unterstützen. Aber wie lassen sich Kompressionsstrümpfe anziehen, ohne gleich einen ganzen Kraftakt daraus werden zu lassen oder Haut einzuquetschen? Und was kann gegen Juckreiz unter den Strümpfen getan werden? Antworten dazu gibt’s im Folgenden:

Kompressionsstrümpfe anziehen: Scheuen Sie sich nicht, zu üben

Wie bei vielem im Leben gilt: Übung macht den Meister. Anfangs verzweifeln Sie vielleicht beim Anziehen der ungeliebten Stümpfe – aber sie werden Ihnen und Ihren Venen das Leben wesentlich leichter machen. Also sollten Sie ein wenig üben, dann klappt’s nach ein paar Versuchen sicherlich besser.

Zugegeben, irgendwann lässt auch die Kraft ein wenig nach. Aber zum Glück gibt es Anziehhilfen – und wenn alle Stricke reißen, fragen Sie eine vertraute Person um Rat, die beim Anziehen hilft. Oder vielleicht stecken Sie in der Rolle, jemandem beim Anziehen der Kompressionsstrümpfe zu helfen? Da können Sie mit ein paar Tricks auf leichte Art unterstützen.

Kompressionsstrümpfe – warum eigentlich?

Plötzlich liegt das Rezept in der Hand: Kompressionsstrümpfe. Dabei haben Sie doch so viel Negatives gehört. Doch wer an Venenschwäche leidet oder mit einer Thrombose zu kämpfen hatte sowie sich davor schützen will, kommt an den steifen Strumpfhosen oder Socken nur selten vorbei. Auch bei Lipödem helfen die Strümpfe gegen Lympheinlagerungen.

Die Strümpfe sind so feinmaschig gewebt, dass sie Druck auf das Gewebe und damit auch auf die Venen ausüben. Sie halten diese sozusagen an Ort und Stelle und unterstützen sie dabei, das Blut besser Richtung Herz zu transportieren.

Zusätzlich verhindern Kompressionsstrümpfe, dass sich Wasserablagerungen im Gewebe bilden. So schützen sie auch vor geschwollenen Knöcheln oder Knien. Sie sind übrigens nicht zu verwechseln mit Stützstrümpfen. Die liegen deutlich lockerer an und sollen lediglich vorbeugen.

Morgens ausmessen für die perfekt sitzenden Strümpfe

Leider müssen die irgendwie sturen Stoffdinger aber sehr eng anliegen und fühlen sich damit unangenehm an. Oder sie rutschen oder kneifen irgendwo. Das Anziehen allein ist eine Sache für sich. Ein perfekter Sitz ist aber wichtig, damit die Strümpfe ihre Arbeit machen können. Daher werden Kompressionsstrümpfe an jeden Träger optimal angepasst.

Erster Tipp: Wenn Sie morgens zum Ausmessen gehen, sind Ihre Beine noch nicht angeschwollen – damit ist die Passform später gegeben.

Vier Kompressionsklassen gibt es. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, welche für Sie die richtige ist. Strumpfhosen, Oberschenkelstrümpfe und Kniestrümpfe gibt’s. Das Anziehprinzip ist dasselbe.

Kompressionsstrümpfe anziehen: So geht’s

  1. Stülpen Sie den Stoff auf links, indem Sie in den Strumpf hineingreifen und ihn an der Ferse haltend nach oben ziehen. Bis zur Ferse sollten Sie ihn so auf links drehen – dabei nicht aufrollen.
  2. Jetzt können Sie das Fußteil über Ihren Fuß stülpen – bis über die Ferse.
  3. Nun schieben Sie den Stoff Stück für Stück nach oben, indem Sie den Strumpf stückweise wieder auf rechts schieben.
  4. Sitzt der Strumpf komplett am Bein, streichen Sie noch einmal von unten nach oben, um den Stoff zu glätten.

Ziehen Sie bei Punkt 3 und 4 niemals direkt am Strumpfende, um den Stoff nicht auszuleiern.

Vergessen Sie nicht: Übung macht den Meister!

Mit Anziehhilfen wird das Leben leichter

Wer Probleme beim Bücken hat, für den gibt es auch Anziehhilfen. Über diese lässt sich der Strumpf erst stülpen. Sie können dann einfach „einsteigen“ und die Anziehhilfe nach oben hinweg herausziehen. Auch spezielle, genoppte Handschuhe können helfen, da sich der Stoff so besser greifen lässt und auch das Material schont.

Kompressionsstrümpfe sollten übrigens möglichst täglich gewaschen werden – und zwar aus Hygienegründen, aber auch, um die Spannkraft wiederherzustellen. Die geht nämlich über den Tag minimal verloren. Daher können Sie sich auch beim ersten Mal zwei paar Strümpfe verschreiben lassen – zum Wechseln.

Waschtipp: Handwäsche oder Schonwaschgang bei maximal 30 Grad.

Nach rund einem halben Jahr können Sie sich neue Strümpfe verschreiben lassen, da die alten mit der Zeit an Kompressionskraft verlieren. Das merken Sie beim Tragen, aber auch, wenn das Kompressionsstrümpfe anziehen immer leichter fällt.

Übrigens benötigt auch die Haut mehr Pflege, wenn Sie Kompressionsstrümpfe tragen, denn sie trocknet durch den eng anliegenden Stoff leichter aus. Also abends nach dem Ausziehen Beine eincremen und ausgiebige Hautpflege betreiben – nicht aber morgens vor dem Anziehen, da es so zu Hautreizungen kommen kann und auch die Fasern durch die Creme nicht mehr so lange halten.

Die festen Kleidungsstücke müssen übrigens nicht schlecht aussehen. Es gibt sie mittlerweile in zahlreichen Farben. Wie Sie Kompressionsstrümpfe modisch kombinieren, erklärt Ihnen Caroline Sprott bei uns.

Bei Thrombose und anderen starken Venenleiden sind Kompressionsstrümpfe Pflicht. Wer noch nicht allzu starke Probleme hat, kann auch erstmal mit ein paar Tricks gegen schwere und müde Beine ankämpfen. Und wie Sie Herz und Kreislauf in Schwung halten, verraten wir Ihnen auf unserer Themenseite.

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