10.09.2018

Nie wieder sauer, gereizt, entzündet Das natürliche Schutzprogramm, um den Magen zu beruhigen

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Di, 11.09.2018, 09.43 Uhr

Hilfe und Tipps bei Völlegefühl

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Weil das Leben manchmal hektisch ist und unsere sensible Körpermitte darauf reagiert, sind hier 11 Tipps, die den Magen auf sanfte Weise beruhigen.

Unser Magen ist ein echtes Hochleistungsorgan: Im Jahr kneten seine Muskeln rund eine Tonne Nahrung zu Brei. Und seine Schleimhaut stellt mit 35 Millionen Drüsen täglich ca. drei Liter Magensäure her, um die Nahrung anzuverdauen und schädliche Keime abzutöten. "Doch zu viel, zu fettes, zu scharfes, zu süßes, auch zu hastiges Essen bedeutet Stress für den Magen", erklärt Prof. Michael Stimpel, Facharzt für Innere Medizin aus Düsseldorf. "Auch zu wenig Schlaf und zu viel Arbeit belasten ihn."

Kein Wunder, dass der Magen bei sieben von zehn Deutschen gereizt reagiert, verkrampft, zu viel Säure produziert, sich entzündet. "Es kommt zu Schmerzen, Völlegefühl, Sodbrennen, Aufstoßen, Übelkeit ", warnt der Experte. Viele Betroffene greifen dann zu frei verkäuflichen Säureblockern aus der Apotheke, den Protonenpumpenhemmern. Dies sind garantiert keine Mittel, um den Magen zu beruhigen, wie auch Prof. Stimpel bestätigt: "Als kurzfristige Erste-Hilfe-Maßnahme sind sie durchaus sinnvoll. Doch eine Dauereinnahme in Eigenregie kann zu zahlreichen Gesundheitsproblemen führen."

Den Magen beruhigen, sonst wird er sauer

Der Säuregehalt sinkt, der pH-Wert steigt. Die Nahrung wird nicht mehr optimal vorverdaut, die Keimabwehr durch die Magensäure klappt nicht mehr ausreichend. Neueste Studien warnen sogar vor Nebenwirkungen wie Osteoporose mit einem höheren Knochenbruch-Risiko, Darmentzündungen oder Herzbeschwerden. Prof. Stimpel rät: "Halten Magenbeschwerden grundsätzlich länger als eine Woche an, sollten Sie die Ursache unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen."

Ernährungstipps, um den Magen zu beruhigen

1. Leinsamen-Tee

Arznei-Leinsamen (Apotheke) bilden zusammen mit Wasser ein Hydrogel, das die Magenschleimhaut wie ein Schutzfilm vor Säure schützt. Zubereitung: 2 EL Leinsamen in 250 ml kaltem Wasser 20 Minuten aufquellen lassen. Immer wieder umrühren. Durch ein Sieb gießen, Tee erwärmen. 30 Minuten vorm Essen 1 Tasse, 3-mal täglich.

2. Nicht zu heiß, nicht zu hastig

Weil heißes Essen die Schleimhaut schädigen kann, sollten Mahlzeiten körperwarme 37 bis 38 Grad haben. Den Magen schonen auch fünf kleinere statt drei große Mahlzeiten -und spätestens drei Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr essen und trinken. Ideal: von 18 bis 8 Uhr morgens nichts mehr essen. Wer jeden Bissen 50-mal kaut, nimmt dem Magen Verdauungsarbeit ab.

3. Mumijo-Heilerde

Bei Sodbrennen, Aufstoßen und Völlegefühl setzt die ayurvedische Medizin auf das Felssekret des Himalaya. Besonders der hohe Schwefel-Anteil von Mumijo (Internet, Kräuterläden) reguliert die Verdauungsarbeit und kann den Magen beruhigen. Auch dann, wenn daran Schmerzmittel, Kortison, Rheuma-Präparate schuld sind. Das zeigt eine iranische Studie. Zubereitung: 1-bis 2-mal täglich 30 Minuten vor den Mahlzeiten 1 gestrichenen TL Mumijo-Heilerde in 1 Glas Wasser einrühren, in kleinen Schlucken trinken. Mumijo-Kur: 10 Tage Einnahme, 5 Tage Pause, 10 Tage Einnahme, 5 Tage Pause, 10 Tage Einnahme. Alle 3 bis 6 Monate wiederholen.

4. Lakritze

Studien belegen, dass der Süßholzwurzel-Inhaltsstoff Glycyrrhizin den Magenkeim Helicobacter pylori angreift. Gleichzeitig regt er die schützende Schleimproduktion an, wirkt entzündungshemmend. Zur Vorbeugung jeden Tag naschen, aber nicht mehr als 15 g echte Lakritz (Apotheke). Sonst droht Bluthochdruck-Gefahr.

5. Aloe-Vera-Wasser

Die Blätter der Wüstenlilie stecken voller basischer Mineralstoffe, die den Magen beruhigen. Sie neutralisieren überschüssige Magensäure, verhindern eine Überproduktion. Zubereitung: ½ Tasse Aloe-vera-Gel (Reformhaus) im Mixer mit ½ Glas stillem Wasser mischen. Eine halbe Stunde vor dem Frühstück einnehmen, mindestens 1 Monat lang.

6. Koriander-Joghurt

Glutamin im Joghurt und Phytonährstoffe, ätherische Öle im Koriander drosseln die Säure-Produktion. Zubereitung: 5 frische Korianderblätter klein zupfen, mit 1 Becher fettarmen Bio-Naturjoghurt und 150 ml stillem Wasser mischen. Nach dem Frühstück löffeln.

7. Kartoffelsuppe

Die Basen in Kartoffeln neutralisieren Teile der Magensäure. Eine Kartoffelsuppe beruhigt den Magen: Zubereitung für 1 Portion: 300 g Kartoffeln schälen, in kleinere Würfel schneiden, in 400 ml Gemüse-Fond mit 1 TL Kümmel, Salz ca. 15 Minuten weich kochen. Mit einem Stabmixer pürieren, mit 1 Spritzer Bio-Apfelessig, 1 bis 2 EL Leinöl, Salz, Pfeffer, Muskat abschmecken. Oder Sie probieren unser Rezept für schnelle Kartoffelsuppe.

Auf die Ernährung kommt es an:

Magenschleimhautentzündung: Die richtige Ernährung

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Entspannungstipps, um den Magen zu beruhigen

1. Fantasiereise

Auch eine Fantasiereise kann den Magen beruhigen. Sie entspannt den Tonus der Magenmuskulatur – so geht's: Setzen Sie sich bequem hin, schließen Sie die Augen. Atmen Sie ruhig und entspannt. Stellen Sie sich eine zarte, weiße Feder vor, die von einem warmen Windhauch getragen wird. Folgen Sie ihr in Gedanken, wie sie über eine grüne Wiese fliegt. Immer wieder sinkt sie nach unten. Kurz bevor sie das Gras berührt, wird sie vom Wind wieder hochgehoben und schwebt weiter. Beobachten Sie, wie sie durch die Luft tanzt und dann sanft auf Ihrer geöffneten Hand landet. Spüren Sie ihren zarten Flaum. 30 Minuten, täglich.

2. Bach-Plätschern

Neurowissenschaftler haben erforscht, dass CDs mit Naturgeräuschen wie Bachplätschern, Blätter-, Meeresrauschen, Wal-oder Vogelgesängen besonders tief entspannen, auch dies kann Nervensystem und Muskulatur des Magens beruhigen. So geht's: An einem ruhigen Ort entspannt hinsetzen, Augen schließen.

30 Minuten den Natur-Melodien lauschen. Täglich.

3. Yoga: Die halbe Heuschrecke

Eine US-Studie des Norwalk Community College, Connecticut, zeigt, dass Yoga sogar einen Reizmagen und -darm bessert. So geht's: Auf den Bauch legen, Arme seitlich unter den Körper, Handinnenflächen zeigen nach oben. Das Kinn liegt auf dem Boden, der Blick geht schräg nach vorn. Beim Einatmen linkes Bein strecken und ganz langsam möglichst weit anheben, die Hüfte bleibt am Boden, 5 Sekunden halten. Beim Ausatmen langsam senken. Dann Bein wechseln, anheben, 5 Sekunden halten etc. Pro Bein 10-mal. Und wenn Sie Lust auf mehr haben: Diese 10 Yoga-Arten und Stile helfen bei verschiedenen Beschwerden.

4. In den Magen atmen

Gezielte Atemübungen helfen nicht nur, geistige Energie zu tanken entspannen den Magen, so eine Studie der Universität Mailand. So geht's: Langsam durch die Nase einatmen. Zu sich selbst sagen: "1-2-3 - einatmen." Langsam wieder durch die Nase ausatmen: "4-5-6 - ausatmen." 10-bis 12-mal wiederholen. 7-mal am Tag.

Kleiner Ernährungs-Fahrplan

  • Verdauungsfördernd und magenfreundlich sind glatte Petersilie, Kreuzkümmel, Fenchel, Ingwer, Koriander, Zimt. Honig hilft dabei, dass nicht zu viel Magensäure gebildet wird.
  • Schwer verdaulich: Fast Food, Zucker, rotes Fleisch, Wurstwaren, geräuchertes, gepökeltes Fleisch (z. B. Kasseler), Zwiebeln, Kohl, Pfeffer, Chili, Hülsenfrüchte, Alkohol, Zitrusfrüchte, Kirschen, Zwetschgen, Pfirsiche, Weintrauben, Beeren, Fruchtsäfte, Mineralwasser mit Kohlensäure, Kaffee, Pfefferminztee, Schokolade, Räucherfisch, Kakao.

Also bei typischen Magen-Darm-Symptomen und anderen Magenbeschwerden zusätzlich zur sonstigen Behandlung immer mal mit unseren Tipps probieren – für ein leichteres Leben und einen beruhigten Magen und guter Verdauung.

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