27.08.2018

Giftige Zahnfüllung Muss ich mein Amalgam entfernen oder nicht?

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Nicht in jedem Fall muss die giftige Zahnfüllung Amalgam entfernt werden. Jedoch sollte sie professionell geprüft werden.

Foto: iStock/GlobalStock

Nicht in jedem Fall muss die giftige Zahnfüllung Amalgam entfernt werden. Jedoch sollte sie professionell geprüft werden.

Seit Juli 2018 dürfen Zahnärzte kein Amalgam mehr als Zahnfüllstoff bei Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern verarbeiten. Unser Experte sagt, was das für alle anderen Patienten bedeutet.

Seit der EU-Verordnung fragen sich viele, ob sie sich ihr Amalgam entfernen lassen sollten oder nicht. Das Amalgam-Verbot bei Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern soll ja nur den Anfang für die schrittweise Verbannung der quecksilberhaltigen Zahnfüllung sein. Zahnarzt Dr. Stephan Ziegler klärt auf.

Amalgam entfernen oder nicht: Was Sie wissen müssen

BILD der FRAU: Warum ist Amalgam gefährlich?

Dr. Stephan Ziegler: Hauptbestandteil von Amalgam ist Quecksilber und das ist giftig. Eine Amalgam-Vergiftung bekommen Sie allerdings nicht, denn dazu müsste eine große Menge Quecksilber in Ihren Kreislauf gelangen. Allerdings setzt sich Quecksilber aus Amalgam-Füllungen durch Abrieb beim Kauen frei und lagert sich über die Jahre im Körper ab, zum Beispiel in den Nieren oder im Gehirn.

Sollte ich das Amalgam entfernen lassen bzw. meine Amalgam-Füllungen austauschen?

Ich rate dazu, Füllungen, die älter als zehn Jahre sind, vom Zahnarzt prüfen zu lassen. Dann beginnen sie, kaputt zu gehen, lösen sich zum Beispiel an der Seite auf. Dann sollten sie durch andere Füllungen ersetzt werden.

Ist das Austauschen nicht auch gefährlich?

Beim Entfernen gibt es ein Schutzverfahren: Alle nicht betroffenen Zähne werden durch ein spezielles Gummi abgedeckt. Zusätzlich kann man eine spezielle Mundspülung verwenden, die Quecksilber bindet, sofern doch etwas in den Rachen gelangt.

Was sind gute Amalgam-Alternativen?

Füllungen aus Gold, Keramik oder Kunststoff. Diese drei sind wesentlich teurer als Amalgam. Es gibt aber auch noch einen speziellen Zement. Der kostet genauso viel wie Amalgam, der Patient muss die Zement-Füllung allerdings selbst bezahlen. Der Zement hält nicht so lange wie Amalgam, muss öfter ausgetauscht werden. Kunststoff kostet ca. 50 Euro bis 150 Euro pro Zahn, bei Kindern bis 15 Jahren, Schwangeren und stillenden Müttern übernimmt jetzt die Krankenkasse die Kosten dafür. Gold und Keramik kosten ca. 500 Euro bzw. 1000 Euro, weil hier ein Provisorium für den Zahn hergestellt werden muss.

Konnte Ihnen dieser Artikel bei der Beantwortung der Frage, ob Sie das Amalgam entfernen lassen sollten oder nicht, helfen? Erfahren Sie auch, ob die neuen Zahnimplantate etwas taugen oder nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU.

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Übrigens kann Amalgam auch Allergien hervorrufen. Eine allergische Reaktion kann entstehen, wenn eine Amalgam-Füllung porös wird bzw. beim Einsetzen oder Herausnehmen der Füllung. Symptome sind Zungenbrennen, metallischer Geschmack im Mund und entzündetes Zahnfleisch. Genauer genommen handelt es sich um eine allergische Reaktion auf das Quecksilber im Amalgam. Die Füllung sollte dann entfernt und ersetzt werden.

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