27.08.2018 - 09:57

Hashimoto Depression durch Schilddrüsenunterfunktion oft übersehen

Von

Oftmals wird der Zusammenhang zwischen einer Schilddrüsenunterfunktion und Depressionen nicht erkannt.

Foto: iStock/CentralITAlliance

Oftmals wird der Zusammenhang zwischen einer Schilddrüsenunterfunktion und Depressionen nicht erkannt.

Forscher haben jetzt einen Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und dem Schilddrüsenleiden Hashimoto erkannt.

Anspannung, Erschöpfung, innere Unruhe: typische Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion. Wer unter einer Depression oder Angststörung leidet, hat aber auch mit diesen Problemen zu kämpfen. Forscher der Uni Erlangen-Nürnberg haben jetzt herausgefunden, dass das kein Zufall ist. In ihrer Studie kamen sie zu dem Ergebnis, dass die sogenannte Autoimmunthyreoiditis (AIT, auch "Hashimoto"), von der jeder zehnte Deutsche betroffen ist, Ängste und Depressionen auslösen kann. Bei der Erkrankung ist die Schilddrüse anhaltend entzündet. Sie produziert zu wenig Hormone. Und das kann sich auch auf die Psyche auswirken.

Erfahren Sie mehr über die Symptome von Hashimoto-Thyreoiditis und den Behandlungsmöglichkeiten.

Neue Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Depression

Die AIT verursacht meist keine Schmerzen. Deshalb wird sie oft für eine reine Depression oder Angststörung gehalten – oder aber komplett übersehen. Bei gut 40 Prozent aller Depressiven in Deutschland soll die Erkrankung mit der Schilddrüse in Zusammenhang stehen. Bei Angsterkrankungen sind es laut der Erlanger Wissenschaftler etwa 30 Prozent. Das Risiko, eine Depression zu entwickeln, liegt bei AIT-Kranken dreieinhalb Mal höher als bei Menschen mit gesunder Schilddrüse. Zudem ist ihr Risiko, eine Angsterkrankung zu bekommen, mehr als doppelt so hoch.

Lesen Sie, durch welche typischen Symptome Sie eine Depression erkennen können. Erfahren Sie zudem, mit welchen Symptomen sich eine Angststörung äußert.

So kann eine spezielle Therapie helfen

Werden die Zusammenhänge von organischer und psychischer Krankheit erkannt, kann gezielter behandelt werden. Dabei sollen frühzeitig das Spurenelement Selen und Antidepressiva eingenommen werden. Der Hormonmangel bei Hashimoto wird in der Regel durch die Gabe von L-Thyroxin ausgeglichen. Außerdem empfehlen die Wissenschaftler, bei allen Patienten mit Angststörung und Depression auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin zu untersuchen, also ein AIT-Screening einzuführen. Denn allein schon die Diagnose hilft. Endlich wissen Betroffene, was sie haben. Und was sie tun können, um sich besser zu fühlen.

Erfahren Sie mehr zu Symptomen und Therapiemöglichkeiten bei einer Depression auf unserer Themenseite.

Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe