12.11.2019

Tipps gegen Brechreiz Hausmittel gegen Übelkeit: Was hilft, wenn's schlecht geht?

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Mi, 18.09.2019, 13.00 Uhr

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Sie kommt manchmal schleichend, manchmal plötzlich – schön ist so eine Übelkeit aber nie. Was aber tun, wenn es uns schlecht geht? Haben Sie es schon einmal mit diesen Hausmitteln gegen Übelkeit versucht?

Übelkeit ist nie schön. Wem übel ist, der fühlt sich selten in der Lage, überhaupt noch irgendetwas zu tun, solange das schlechte Gefühl anhält. Manchmal kommt sogar Brechreiz hinzu – nicht immer hilft es aber, sich zu übergeben, und manchmal ist man auch in einer Situation, in der das gar nicht möglich ist.

Gerade dann wünschen sich Betroffene nur eines: Die Übelkeit soll bitte aufhören. Aber sofort Medikamente einnehmen? Ist vielleicht nicht die beste Lösung. Zum Glück gibt’s ein paar Hausmittel gegen Übelkeit, die zumindest ein bisschen Abhilfe schaffen können.

Die Klassiker unter den Hausmitteln gegen Übelkeit: Pfefferminze, Kamille und Fenchel

Eigentlich gilt es ja immer, aber gerade wenn mit dem Körper etwas im Argen ist, gilt: viel trinken! Ein warmer Tee beruhigt den Magen – am besten ungesüßter Kräutertee. Die ätherischen Öle beruhigen den Magen und regulieren die Verdauung. Wenn es sich dann auch noch um Pfefferminze handelt: umso besser. Denn Minze wirkt krampflösend und bringt die angespannte Situation im Bauch wieder ins Gleichgewicht.

Gegen Brechreiz helfen auch ein paar Tropfen Minzöl in lauwarmem Wasser. Aber Vorsicht: Das ist nicht Jedermanns Sache – und das minzige Gefühl im Hals ist definitiv gewöhnungsbedürftig.

Auch Kamille hat eine beruhigende Wirkung auf den Verdauungstrakt, insbesondere auf die Magenschleimhaut. Hat die Übelkeit eine bakterielle Ursache, greift die Heilpflanze sogar doppelt, denn sie wirkt antibakteriell.

Weder Pfefferminz- noch Kamillentee im Haus? Fenchel beruhigt durch seine ätherischen Öle ähnlich. Am besten wirkt er in Kombination mit Anis und Kümmel als verdauungsfördernder Tee.

Wichtig: Trinken Sie erst einmal vorsichtig: Kleine Schlucke belasten den Magen nicht zu sehr. Nach und nach können Sie Ihrem Körper so behutsam die helfende Flüssigkeit zuführen. Trinken ist das wohl einfachste Hausmittel bei Übelkeit. Auch, wenn Sie "nur" Wasser trinken, achten Sie auch hier auf kleine Schlucke – und keine Kohlensäure! Die bläht den Magen auf und verstärkt so schnell das schlechte Gefühl.

Ingwer: Tolle Knolle

Wer frischen Ingwer zu Hause hat, kann sich davon ein rund 1 cm großes Stück klein schneiden und mit heißem Wasser übergießen. Tipp: Noch ein paar Blättchen frische Minze dazu, und das Anti-Übel-Getränk ist perfekt. Mit Honig süßen ist erlaubt. Auf Zucker sollten Sie verzichten.

Ingwer wirkt antibakteriell und beruhigt den Magen. Schwangere sollten aber auf zu viel Ingwer verzichten, denn er wirkt durchblutungsfördernd – und kann dadurch Wehen auslösen.

Oma hilft: Möhrenbrei oder geriebene Äpfel

Sie haben noch Karotten zu Hause? Klasse – auch wenn Ihnen vielleicht gerade nicht nach Essen zumute ist, Möhrenbrei oder Möhrensuppe kann helfen. Denn das Gemüse besitzt viele Ballaststoffe, die Giftstoffe binden können. Ballaststoffe sind auch als richtige Ernährung bei Reizdarm hilfreich. Nur nicht zu arg würzen – am besten gar nicht! Probieren Sie es etwa mit der Moro'schen Karottensuppe – die hilft als Hausmittel auch bei Durchfalll. Als Alternative können Sie auch Kartoffelbrei zubereiten – aber auch hier bitte ungewürzt.

Ähnlich wirkt auch geriebener Apfel als Hausmittel gegen Übelkeit aus Großmutters Zeiten. Am besten reiben und dann leicht braun werden lassen. Die Apfelschnitze binden Giftstoffe im Verdauungstrakt und sind leicht verdaulich.

Der gute alte Haferschleim: beruhigt die Magenflora

Heutzutage ist der damals so oft verschmähte Haferschleim oder Haferbrei ja eher als Porridge bekannt und schon längst wieder salonfähig. Wird der Brei mit Wasser angerührt, kann er den Magen beruhigen und die Verdauung ankurbeln. Als Hausmittel gegen Übelkeit aber auch hier: bitte nicht zuckern – höchstens mit etwas Honig. Und auf Milch sollten Sie bei Übelkeit nach Möglichkeit auch verzichten. Sie können, ähnlich wie Kohlensäure, den Magen übersäuern und zusätzlich zum Schlechtsein beitragen.

Nutzen Sie aber am besten die zarten Haferflocken. Die sind leicht verdaulicher als die Kernigen.

Ein leckeres, regelmäßiges Haferflocken-Frühstück ist außerdem gesund und kann auch vorbeugen, da es gut sättigt und den Verdauungstrakt in Schwung hält.

Zwieback und Bananenbrei: etwas in den Magen bekommen

Leicht Verdauliches hilft zwar nicht direkt gegen Übelkeit, aber kann zumindest den Magen beruhigen, indem dieser eine Aufgabe bekommt: Zwieback oder Weißbrot eignen sich hervorragend.

Bananenbrei bringt ebenfalls etwas in den Magen, ohne ihn übermäßig zu belasten – und die Banane gibt dem Körper gleichzeitig noch Vitamine und Mineralstoffe mit auf den Weg.

Warme Brühe: bekömmliche Schonkost

Wer bereits unter Erbrechen oder Durchfall leidet oder aber am Tag zuvor ein wenig mit dem Alkohol übertrieben hat, sollte seinem Körper Elektrolyte zuführen. Das geht zu Hause ganz einfach mit einer leichten Gemüse- oder Hühnerbrühe. Nur nicht zu viel Fett sollte sie haben, sonst liegt sie schwer im Magen.

Am besten hilft Brühe gegen Übelkeit, wenn Sie sie selbst machen (oder machen lassen). Denn in Fertigsuppen stecken zu oft etwa versteckte Zucker oder andere Zusätze, die die Verdauung belasten können. Nutzen Sie etwa unser Rezept für Hühnersuppe, die auch bei Erkältung ein bewährtes Hausmittel ist. Sie können dabei einfach auf die Einlage verzichten und sich ein wenig Brühe auf Vorrat kochen. Sie lässt sich wunderbar einfrieren und im Notfall schnell auftauen und – nicht zu heiß – in kleinen Schlucken schlürfen.

Es gibt übrigens nicht nur Hausmittel gegen Übelkeit, sondern auch richtige Natur-Antibiotika. Schauen Sie mal:

Zitronensaft bringt Linderung

Auch frischer Zitronensaft hilft – oder Sie lutschen eine frisch geschnittene Scheibe Zitrone. Das Vitamin C tut außerdem gut.

Kaugummi kauen: unkonventionell, aber wirksam

Wenn Ihnen unterwegs schlecht wird, versuchen Sie es einmal mit einem Kaugummi. Der muss nicht zwingend Pfefferminzgeschmack haben. Er regt aber die Speichelproduktion und damit die Verdauung an – und lenkt durch die Kaubewegung auch noch von der Übelkeit ab.

Bewegung und frische Luft tun gut

Zusätzliches Hausmittel gegen Übelkeit: Gehen Sie raus an die frische Luft. Das bringt den Kreislauf in Schwung und bläst die Lungen mit Sauerstoff durch. Tief durchatmen kann wahre Wunder wirken. Wenn Sie dann noch ein paar vorsichtige Schritte gehen können, fühlen Sie sich hoffentlich schnell wieder richtig gut.

Bitte sein lassen: Hierauf sollten Sie jetzt verzichten:

Milch haben wir schon genannt, ebenso Kohlensäure. Auch blähende Lebensmittel wie Kohl oder Erbsen sollten Sie jetzt im Akutfall nicht konsumieren. Und eigentlich klar und wahrscheinlich ist Ihnen auch gar nicht danach: Trinken Sie jetzt keinen Alkohol und lassen Sie die Zigarette stecken.

Stattdessen sollten Sie sich jetzt nach Möglichkeit Ruhe gönnen. Ein Bett oder Sofa sowie eine Wärmflasche und ein bisschen Zeit können wahre Wunder wirken und die Hausmittel gegen Übelkeit zusätzlich in ihrer Wirkung unterstüzten.

Beobachten Sie Ihre Übelkeit aber. Hört das Unwohlsein nicht auf? Dann sollten Sie einen Arzt konsultieren. Denn die Ursachen können zwar harmlos sein und von selbst wieder weggehen, wie es meist nach ein paar Gläschen am Vorabend zu viel der Fall ist. Aber es können auch Krankheiten wie Magenschleimhautentzündung, ein Sonnenstich oder Hitzschlag, Blinddarmentzündung oder Nierenversagen ursächlich sein. Auch auf einen Herzinfarkt oder auf einen Schlaganfall kann plötzliche Übelkeit hindeuten. Und dann ist schnelles Handeln gefragt. Achten Sie etwa auf typische Symptome eines Schlaganfalls.

Achten Sie auch auf Ihre Ernährung. Beispielsweise kann sogar gesunde Ernährung einen Blähbauch hervorrufen – und der kann auch Unwohlsein und Übelkeit verursachen.

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