26.07.2018

Aktuelle Studie Krebsrisiko senken: Wann wir abends essen, ist entscheidend

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Laut einer aktuellen Studie senkt ein frühes Abendessen das Krebsrisiko. Erfahren Sie mehr.

Foto: iStock/kupicoo

Laut einer aktuellen Studie senkt ein frühes Abendessen das Krebsrisiko. Erfahren Sie mehr.

Es kommt nicht nur darauf an, was gegessen wird, auch die Uhrzeit hat einen Einfluss auf das Krebsrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle spanische Studie. Die schützende Wirkung könnte mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus zusammenhängen.

Ernährung und Schlaf sind zwei wichtige Komponenten, mit denen wir unsere Gesundheit positiv beeinflussen können. Eine Studie, die im Magazin "International Journal of Cancer" veröffentlicht wurde, bestätigt das erneut. Spanische Forscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Zeit des Abendbrotes auf das Krebsrisiko entscheidend auswirkt: Frühes Abendessen senkt das Risiko für Brust- und Prostatakrebs.

Untersucht wurden 621 Menschen mit Prostatakrebs, 1205 Menschen mit Brustkrebs sowie 2193 Personen ohne Krebs. Das Ergebnis: Wer vor 21 Uhr oder wenigstens zwei Stunden vor dem Zubettgehen Abendbrot isst, hat ein 20 Prozent geringeres Risiko, an Brust- bzw. Prostatakrebs zu erkranken.

Wann Sie essen sollten, um das Krebsrisiko zu senken

Die spanischen Forscher gehen davon aus, dass die schützende Wirkung des frühen Abendbrotes mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus zusammenhängt. Das muss allerdings erst noch untersucht werden.

Werden die aktuellen Ergebnisse mit dem Wissen um die positiven Auswirkungen des Intervallfastens auf die Gesundheit kombiniert würde das bedeuten, das Essensfenster auf 10 bis 18 Uhr vorzuverlegen. "Die Studienergebnisse könnten sich vor allem auf die Kulturen in Südeuropa auswirken, die dazu neigen, spät zu essen", sagte Studienleiter Dr. Manolis Kogevinas vom Institut für Globale Gesundheit in Barcelona.

Erhalten Sie bei uns weitere Informationen zur richtigen Ernährung bei Krebs.

Intervallfasten: Für die Gesundheit anders essen

Die aktuelle Studie untermauert Erkenntnisse vorangegangener Studien, die den Essensrhythmus – speziell die Auswirkungen von Intervallfasten – untersuchten. Intervallfasten wird auch intermittierendes Fasten genannt und kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden. Informieren Sie sich bei uns, wie Intervallfasten funktioniert, das im Übrigen auch beim erfolgreichen Abnehmen helfen kann.

Der italo-amerikanische Gerontologe Valter Longo zeigte in Tierversuchen, dass das Krebswachstum bei bereits erkrankten Mäusen durch Intervallfasten gebremst wurde. Auch lebten diese Mäuse länger als die Tiere der nicht fastenden Vergleichsgruppe. Weiterhin litten die fastenden Mäuse wesentlich weniger an den Nebenwirkungen chemotherapeutischer Behandlungen. Erste Patientenstudien zeigen die Übertragbarkeit der Effekte auf Menschen.

Dr. Petra Bracht, Fachärztin für Allgemein- & Ernährungsmedizin, beschäftigt sich seit mehr als vier Jahrzehnten mit den positiven Auswirkungen des Intervallfastens. In ihrem Praxisalltag stellt sie immer wieder fest: "So gut wie alle Krankheiten reagieren auf Fasten und gute Ernährung." Aber warum ist das so?

Intervallfasten als Reperaturmechanismus: Leerer Bauch – langes Leben

Sirtuine sind die derzeit am besten untersuchten Enzyme, die für die Verlängerung unserer Lebenszeit verantwortlich sind. Sie sind das Gegenteil von freien Radikalen. Bei Sirtuinen handelt es sich um zellschützende Proteine.

In ihrem Buch "Intervallfasten: Für ein langes Leben - schlank und gesund" erklärt Dr. Petra Bracht, warum Intervallfasten das Leben verlängert – der Zusammenhang liegt bei dem leeren Magen:

"Damit die Sirtuine (Reparaturmoleküle, Anm. d. Red.) wirken können, muss der Magen leer sein. Erst ab diesem Augenblick nämlich hat das Verdauungsenzym NAD (Koenzym Nicotinamidadenindinukleotid) nichts mehr zu tun. Erst dadurch wird NAD nun quasi zum Unterstützer und Aktivator der Sirtuinmoleküle. Sofort beginnen die Ausbesserungsarbeiten an der Erbsubstanz, die durch ungesunde Ernährung, negative Umwelteinflüsse, psychische Belastungen und Bewegungsmangelpermanent geschädigt wird. Dieser Reparaturmechanismus an der DNA jeder einzelnen Zelle erklärt, weshalb Intervallfasten das Leben verlängert."

Überblick der positiven Wirkungen von Intervallfasten auf die Gesundheit:

  • Das Intervallfasten wirkt direkt auf die menschliche Erbsubstanz, indem Reparaturmoleküle (Sirtuine) angeschaltet werden.
  • Das Intervallfasten greift bei chronischen Entzündungsprozessen ein, hilft beim Ausheilen und hemmt zerstörerische biochemische Abläufe.
  • Die Zellen beginnen damit, (alten) Eiweißmüll zu recyceln und in Form von Aminosäuren wieder als neues Baumaterial zu verwenden.
  • Sollte eine Zelle zu sehr geschädigt sein, ist Intervallfasten dazu in der Lage, diese Zelle zu eliminieren, sodass sie kein Unheil mehr anrichten kann – etwa als Krebszelle.

Quelle: "Intervallfasten: Für ein langes Leben - schlank und gesund" von Dr. Petra Bracht

Weitere Ratgeber rund um unterschiedliche Krebserkrankungen finden Sie auf unserer Themenseite. Lesen Sie beispielsweise, dass nicht nur ein frühes Abendessen, sondern auch Bewegung Krebs vorbeugen kann

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