03.08.2018

Erblich bedingter Haarverlust So erfolgreich ist die Zelltherapie gegen Haarausfall

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Mit ein paar kleinen Pieksern wird das Zellkonzentrat aus körpereigenem Gewebe im Scheitelbereich injiziert. Lesen Sie mehr über die Zelltherapie gegen Haarausfall.

Foto: iStock/primipil

Mit ein paar kleinen Pieksern wird das Zellkonzentrat aus körpereigenem Gewebe im Scheitelbereich injiziert. Lesen Sie mehr über die Zelltherapie gegen Haarausfall.

Winzige Stückchen eigenes Gewebe werden in einer Lösung in die Kopfhaut gespritzt – und schon nach wenigen Wochen gibt es erste Erfolge. Lesen Sie diesen Erfahrungsbericht über die Zelltherapie gegen Haarausfall.

"Schauen Sie, neue Haare!", freut sich Kirsten Endres-Niggemann (52). "Rechts und links vom Scheitel wachsen wieder Haare." Die 52-Jährige litt unter sogenannter androgenetischer Alopezie: erblich bedingtem Haarausfall. Immer größere Teile der Kopfhaut schimmerten durch. Kirsten sucht deshalb die Praxis von Dr. Adrian Roye im bayerischen Murnau auf. Mit einer neuen Methode soll der Hautarzt wieder Fülle auf den Kopf zaubern: Zelltherapie gegen Haarausfall.

Zelltherapie gegen Haarausfall: So läuft die Behandlung ab

"Im Anfangsstadium funktioniert das sogar schon nach einer Sitzung von zehn Minuten", erklärt Dr. Adrian Roye. Nachdem die Diagnose "erblich bedingter Haarausfall" feststeht, geht's für die Patientin vom Untersuchungsraum direkt auf die Behandlungsliege.

Hier entspannt sie in Seitenlage, während Dr. Roye zuerst wenige Zentimeter ihrer Kopfhaut rasiert. Eine kleine unauffällige Stelle hinter dem Ohr genügt, um das Grundmaterial für die Therapie zu gewinnen: körpereigenes Gewebe. Die Hautstelle ist bereits betäubt, als der Arzt nun hintereinander drei winzige Stanzen entnimmt. Jede hat gerade mal zweieinhalb Millimeter Durchmesser. Anschließend wird das Gewebe aufbereitet, mit Kochsalzlösung in vier Milliliter Zellkonzentrat verwandelt.

Ein Risiko für eine Allergie besteht nicht: Die fertige Suspension in der Spritze enthält weder chemische Substanzen noch Enzyme. "Dafür umso mehr Stammzellen, die sich vermehren und die Haarproduktion ankurbeln", so der Hautspezialist. Obwohl die Bayerin aus Uffing sonst Angst vor Spritzen hat, spürt sie dank feinster Nadel die kleinen Pikser im Scheitelbereich nicht.

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Erfolg schnell und deutlich sichtbar

Die Behandlungskosten von 1500 Euro, um den erblich bedingten Haarausfall zu stoppen, muss sie aus eigener Tasche bezahlen. Der Erfolg vier Wochen später rechtfertigt für sie aber die Kosten: Stoppeln auf der Kopfhaut wie bei einem Dreitagebart. Noch deutlicher wird's durch ein computergestütztes Verfahren. Schon vor dem minimal-invasiven Eingriff hat der Experte die betroffenen Stellen mit einer Mikroskop-Kamera fotografiert, die Bilder anschließend mit einer speziellen Software ausgewertet. Genau das wiederholt er drei, vier Monate nach dem Eingriff, vergleicht die Daten. Das Ergebnis: vorher verkümmerte Haare im Scheitelbereich, nachher deutlich mehr Dichte. "Ich bin jedenfalls hellauf begeistert", sagt die 52-Jährige über die Zelltherapie gegen Haarausfall und lacht: "Dünne Haare stehen mir einfach nicht!"

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Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 26.

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