24.07.2018

Aktuelle Studie belegt Fleischprodukte können psychische Krankheiten verstärken

Können Fleischprodukte psychische Krankheiten verstärken? Der Frage sind jetzt Forscher der John Hopkins University nachgegangen.

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Können Fleischprodukte psychische Krankheiten verstärken? Der Frage sind jetzt Forscher der John Hopkins University nachgegangen.

Können Schinken, Salami und Co. psychische Krankheiten verstärken? Eine Studie ist dieser Frage nachgegangen – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Wie wirkt sich bearbeitetes Fleisch auf den Organismus aus? Wissenschaftler der John Hopkins University haben eine aktuelle Untersuchung zum Auslöser manischer Episoden durchgeführt. 1000 Personen – darunter Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie gesunde Probanden haben an diesem Test teilgenommen.

Können Fleischprodukte psychische Krankheiten verstärken?

Das Ergebnis der Untersuchung: Menschen, die viel verarbeitetes Fleischprodukte essen, haben ein dreieinhalb Mal höheres Risiko für eine Manie, die sogar einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. Typische Symptome sind unter anderem Hyperaktivität, Euphorie, Schlafprobleme und eine erhöhte Risikobereitschaft. Eine manische Episode kann Wochen oder sogar Monate andauern, in der Zeit stellen die Betroffenen nicht nur für sich, sondern auch für andere eine Gefahr dar.

Auffällig: Die Forscher fanden heraus, dass Menschen, die mit bipolaren Störungen (ein Symptom der Krankheit sind manische Episoden) in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt wurden, deutlich mehr verarbeitendes Fleisch zu sich nahmen, als andere.

So wirken sich verarbeitete Fleischprodukte auf das Gehirn aus

Die in den Produkten enthaltenen Konservierungsmittel begünstigten das Auftreten der Krankheit: Sogenannte Nitrate beeinflussen die Hirnleistung sowie die Darmbakterien. Dabei sind nicht alle verarbeiteten Fleischsorten gleich problematisch: Prosciutto und Salami hatten laut der Forscher keinen Effekt auf die Manie-Wahrscheinlichkeit. Nitriertes Pökelfleisch dagegen – wie etwa Beef Jerky – offenbarte einen starken Einfluss auf die Entwicklung der psychischen Episode.

Ernährungsempfehlung für Betroffene

Laut Studienautor Robert Yolken könnten die Studienergebnisse dazu führen, bei bipolaren Menschen auf eine größere Sensibilität in ihrem Essverhalten hinzuwirken und Produkte, die besonders viele Nitrate enthalten, zu meiden.

Fazit: Studien über die Folgen erhöhten Fleischkonsums gibt es viele. Keine von ihnen soll jeden Fleischesser zum Vegetarier machen. Generell lässt sich aber sagen, dass vor allem fett- und schadstoffreiches verarbeitetes Fleisch ungesund ist und zahlreiche Krankheiten verursachten kann. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist aber in jedem Fall empfehlenswert. Und weiter bedenkenlos genießen kann man kontrolliertes, biologisch und artgerecht gezüchtetes, fettarmes Fleisch in jedem Fall. Es muss ja nicht täglich sein.

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Aber Achtung: Vegetarische Frikadellen sind nicht automatisch gesünder. D.h. studieren Sie die Zutatenliste von Fleischersatz genau.

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