02.08.2018

Erfahrungsbericht Endlich schmerzfrei dank Bandscheiben-Zelltransplantation

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Erfahren Sie hier, wie eine Bandscheiben-Zelltransplantation abläuft und welche Erfahrung eine junge Frau mit der Methode gemacht hat.

Foto: iStock/Rawpixel

Erfahren Sie hier, wie eine Bandscheiben-Zelltransplantation abläuft und welche Erfahrung eine junge Frau mit der Methode gemacht hat.

Individuell gezüchtete Bandscheibenzellen halten die Wirbelsäule einer jungen Frau schmerzfrei und beweglich. Lesen Sie hier mehr über die Erfahrung mit einer Bio-Bandscheibe.

"Schon mit 12 Jahren hatte ich einen ersten kleinen Bandscheibenvorfall", erinnert sich die heute 22-jährige Angelina Buchold. 2015 stürzte sie dann eine Treppe hinunter und hatte im Anschluss Schmerzen und Taubheitsgefühle im rechten Bein. "Das wirkte sich dann auch auf mein Gangbild aus", erklärt die junge Frau aus Pabstorf im Harz.

Ihr Orthopäde diagnostizierte einen massiven Bandscheibenvorfall, der auf den Nerv drückte. Er sah in einer OP die einzige Lösung. "Ich konnte immer schlechter laufen. Aber ich wollte meine Physiotherapie-Lehre so gut es ging durchziehen." Angelina Vater hörte von der Wirbelsäulenklinik in Berlin und der Möglichkeit einer Bandscheiben-Zelltransplantation.

"Im Juli 2016 machte ich während meines Urlaubs einen Termin bei Dr. Munther Sabarini", erzählt Angelia. Der Arzt für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie an der Berliner Avicenna Klinik bestätigte die Diagnose: "Ich empfahl ihr, den Bandscheibenvorfall zu entfernen und zugleich als Vorbeugung eine Bandscheiben-Zelltransplantation."

Ohne die Zelltransplantation bleibt die Bandscheibe leer. Dann kann es passieren, dass die betroffenen Wirbel, weil die dämpfende Bandscheibe fehlt, irgendwann aufeinanderreiben. Das führt zu neuen Schmerzen und möglicherweise weiteren OPs bis zur Versteifung.

So funktioniert die Bandscheiben-Zelltransplantation

Mit der Bandscheiben-Zelltransplantation kann das Volumen der Bandscheiben erhalten und ihre Elastizität wiederhergestellt werden. Angelina Buchold zögerte nicht lange: "Meine Eltern boten mir finanzielle Hilfe an, deshalb konnte ich mich für diese OP entscheiden." Denn die gesetzlichen Kassen zahlen die 25 000 Euro teure Therapie in der Privatklinik nicht.

Um die Zellen zu züchten, wird das Bandscheibenmaterial verwendet, das in einem ersten Eingriff entfernt wird. Ende Juli 2016 wurde Angelina Buchold zunächst in Vollnarkose der Bandscheibenvorfall entfernt. "Das Bandscheibenmaterial, das ich dabei entnommen habe, wurde sofort steril an ein Speziallabor geschickt, das die Bandscheiben-Zellzüchtung übernimmt." Angelina Buchold durfte nach einigen Tagen erst einmal wieder nach Hause. Mit der OP war die Ursache für ihre Schmerzen zunächst einmal behoben.

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Fünf Monate später stand ein zweiter Eingriff an. In dieser Zeit waren im Speziallabor über 20 Millionen neue Bandscheibenzellen gezüchtet worden. Deren Transplantation dauert nur 15 Minuten. "Ich führe unter örtlicher Betäubung eine ganz feine Nadel langsam bis in die Mitte der betroffenen Bandscheibe ein", erklärt Dr. Sabarini. "In den Bandscheibenkern spritze ich dann das Blutserum mit den Bandscheibenzellen, etwa 1 bis 1,5 ml Flüssigkeit. Die Zellen haften dann am vorhandenen Gewebe an und funktionieren kurze Zeit später wie eine normale Bandscheibe."

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Einen Tag lang musste Angelina Buchold in der Klinik auf dem Rücken liegen. "Damit gehen wir sicher, dass das feine Loch sich wieder gut schließt und keine Zellflüssigkeit austritt." Nach einem weiteren Tag wurde die Patientin entlassen und sollte sich noch eine Woche lang schonen.

"Mir geht es heute wunderbar, und das verdanke ich natürlich auch meinen Eltern", freut sich Angelina Buchold, die mittlerweile als Physiotherapeutin arbeitet. "Ich kann ohne Schmerzen laufen und sogar wieder aktiv bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen."

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Dieser Artikel über die Bandscheiben-Zelltransplantation erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 25.

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