13.07.2018

Problem zu großer Busen Brustverkleinerung – alles zu OP und Kosten

Ein Stützmieder hält die Brust nach einer Brustverkleinerungs-Operation in Form und hilft beim Heilungsprozess.

Foto: iStock/Tinatin1

Ein Stützmieder hält die Brust nach einer Brustverkleinerungs-Operation in Form und hilft beim Heilungsprozess.

Ein übergroßer Busen kann zur Qual werden und sogar krank machen. Die Brustverkleinerung hilft. Was Sie über OP, Methoden, Risiken und Kostenerstattung wissen sollten.

Wenn der Busen im Vergleich zum Körperbau sehr groß ist, belastet das die betroffenen Frauen buchstäblich – und zwar einerseits körperlich, andererseits auch seelisch. Körperlich kann das Gewicht der Brüste zu Rückenschmerzen und Haltungsschäden führen, die BH-Träger schneiden tief ein und lösen zusätzlich Schulterprobleme aus. Darüber hinaus klagen viele Frauen mit großer Oberweite darüber, dass ihr XXL-Busen in der Öffentlichkeit die Blicke auf sich zieht und sie ständig das Gefühl haben, angestarrt zu werden. Viele Frauen entscheiden sich dann zu einer Brustverkleinerung, medizinisch Reduktionsplastik oder Mammareduktionsplastik.

Brustverkleinerung – zwei Dinge sollten Sie vor der OP abklären

Ansprechpartner ist der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Vor dem Eingriff ist bei Frauen, die über 35 Jahre alt sind, jedoch eine eingehende Untersuchung der Brust nötig, mit Mammografie und Ultraschall. Damit muss ausgeschlossen werden, dass Vorstufen zu Brustkrebs vorliegen. Erst dann kann die Brustverkleinerungs-Operation geplant werden.

Zusätzlich sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Meist zahlen die Kassen diese OP zwar nicht. Doch wenn der übergroße Busen nachweislich körperliche oder psychische Beschwerden verursacht, ist zumindest eine teilweise Übernahme möglich. Weiteres Kriterium für die Kostenübernahme ist die Menge des entnommenen Gewebes. Als Mindestmenge für die Kassen gelten 500 Gramm pro Brust, das bedeutet etwa zwei Körbchengrößen. Die Kosten für eine Brustverkleinerung belaufen sich in Deutschland auf 3.000 bis 7.000 Euro.

Was bei der Brustverkleinerung passiert – die Methoden der OP

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose und dauert bis zu vier Stunden. Zuerst zeichnet der Chirurg auf die Haut Schnittführung und neue Position der Brustwarzen. Entsprechend setzt er die Schnitte und entfernt überschüssiges Fett- sowie Drüsengewebe. Dr. med. Martin Raghunath, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, beschreibt den Eingriff genauer: "Mitsamt Nerven und Blutgefäßen versetze ich während der Mammareduktionsplastik die Brustwarze und den Warzenvorhof, sodass Frauen in diesem sensiblen Bereich weitgehend ihre Empfindsamkeit erhalten und zum Teil die Möglichkeit bestehen bleibt, ein Kind zu stillen. Damit möglichst wenig Narben zurückbleiben, arbeite ich mit narbensparenden Operationstechniken."

Dabei gibt es verschiedene Methoden, beispielsweise:

  • I-Methode: Der Schnitt verläuft um die Brustwarze und dann senkrecht dazu nach unten bis zur Brustumschlagsfalte. Das ist die Falte unter dem Busen.
  • T-Schnitt (Strömbeck-Schnitt – für besonders große und/oder hängende Brüste): Der Chirurg setzt zuerst den I-Schnitt und ergänzend einen waagrechten Schnitt in der Brustumschlagfalte, was an ein umgekehrtes T erinnert.
  • Benelli-Methode: Hier arbeitet der Chirurg nur über den runden Schnitt um die Brustwarze herum. Diese Technik ist besonders narbenarm, ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn die Brüste nicht zu stark verkleinert werden sollen.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Die Fäden werden etwa zwei bis drei Wochen nach der Brustverkleinerung gezogen. Um ein besonders gutes Ergebnis zu erzielen, muss nach der Operation mindestens vier Wochen lang ein spezieller Stütz-BH oder ein Stützmieder getragen werden. Damit wird das Gewebe entlastet und die Heilung kann rasch fortschreiten.

Etwa nach einer Woche kann die Frau meist wieder zur Arbeit gehen, falls es sich nur um leichte Bürotätigkeiten handelt. Mit körperlicher Belastung und Sport sollte sie auf jeden Fall mindestens vier Wochen warten, das richtet sich selbstverständlich individuell danach, was der behandelnde Arzt rät.

Brustverkleinerung ohne OP: Welche alternativen Methoden gibt es?

Wer erst einmal nicht mit einer Operation planen möchte, etwa weil die Schmerzen nicht allzu schlimm sind, kann es auch alternativ ohne OP versuchen – denn diese birgt natürlich einige Risiken: Wie bei jeder Operation unter Vollnarkose kann es zu Komplikationen kommen. Ebenso kann es sein, dass das Ergebnis nicht so wird wie erwartet und die Patientin danach mit unförmigen Brüsten zu kämpfen hat.

Daher kann es ratsam sein, erst einmal auf Minimizer-BHs zurückzugreifen. Diese zaubern mitunter eine Körbchengröße weniger. Bei Shapewear ist aber auf eine gute Passform zu achten. Gleichzeitig können auch Sport – zum Beispiel Fitness für die Rundungen – und gesunde Ernährung helfen – allerdings kommt dies auf den individuellen Typ an. Und dann gibt es noch diverse teure Mittelchen, die die Brüste angeblich verkleinern. Von diesen, meist im Internet erhältlichen, vermeintlichen "Wundersubstanzen" sollten Sie allerdings die Finger lassen. Im besten Fall bringen Sie nichts und Sie haben lediglich jede Menge Geld aus dem Fenster geworfen.

Sie leiden unter Rückenschmerzen? Die müssen nicht zwingend vom Busen herrühren. Welche Ursachen es noch gibt, was Sie tun können und wie Sie Ihren Rücken stärken, erfahren Sie auf unserer Themenseite.

Übrigens können auch Männer unter einem Busen leiden. Eine Gynäkomastie hat verschiedene Hintergründe und Ursachen.

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