09.07.2018

Häufigste Hautkrankheit Hautpilz richtig behandeln: Können Hausmittel helfen?

Bei Hautpilz treten meistens  starker Juckreiz und Hautveränderungen auf. Wichtig: nicht kratzen!

Foto: iStock/Tharakorn

Bei Hautpilz treten meistens starker Juckreiz und Hautveränderungen auf. Wichtig: nicht kratzen!

Hautpilz kann im Gesicht, den Händen, Füßen und fast überall am Körper auftreten. Welche Symptome typisch sind, alles über Ansteckung und Behandlung.

Mindestens ein Drittel der Deutschen hat schon einmal Erfahrung gemacht mit Hautpilz, medizinisch Dermamykose oder Tinea. Meist betrifft die Hauterkrankung Stellen, die warm und feucht sind. Hier können sich die Erreger von Hautpilz besonders gut vermehren. Besonders häufig betroffen sind etwa die Zehenzwischenräume, aber auch die Genitalien, wie das etwa bei Fußpilz und Scheidenpilz der Fall ist. Aber auch im Gesicht oder an den Händen kann sich Tinea bilden.

Symptome von Hautpilz – nicht nur weiße Flecken

Die wichtigsten Anzeichen von Hautpilz sind meist starker Juckreiz und Hautveränderungen, wie etwa

  • streng begrenzte weiße Flecken mit rotem Rand
  • rote Flecken
  • schuppige, rote Stellen

Beim Scheidenpilz kommt als Symptom noch weißer, bröckeliger Ausfluss dazu.

Achtung: Auch wenn Hautpilz noch so juckt: Bitte kratzen Sie nicht, sonst kommt es zu Mikroverletzungen der Haut und Bakterien können eindringen. Zusätzlich zur Pilzerkrankung bildet sich dadurch eine bakterielle Infektion.

Rasche Behandlung bei Hautpilz ist wichtig

Hautpilz kann sich rasch ausbreiten, deshalb sollten Sie nicht zu lange mit einer Behandlung warten. Es gibt eine Reihe von frei verkäuflichen, gut wirksamen Salben, Sprays und Lotionen, die rasch den Juckreiz stillen, den Hautpilz abtöten oder an der Vermehrung hindern (Antimykotika). Die am häufigsten verwendeten Wirkstoffe sind:

  • Clotrimazol
  • Miconazol
  • Nystatin

Hautpilz ausreichend lange behandeln

Achten Sie dabei darauf, die Behandlung mit den Anti-Hautpilz-Mitteln nicht frühzeitig abzubrechen, sondern halten Sie sich unbedingt an die Anweisungen auf dem Beipackzettel. Juckreiz und Rötung können zwar unter der Einwirkung des Medikaments oft schon nach zwei Tagen verschwunden sein. Doch häufig bleiben winzige Teile des Erregers in der Haut zurück. Sie können wieder aktiv werden, wenn die Behandlung nicht ausreichend lange durchgeführt wird. Meist sollte deshalb das Antipilzmittel noch bis zu zwei Wochen nach Abklingen der Beschwerden angewendet werden.

Verschwindet der Hautpilz nach dieser Behandlung nicht vollständig oder kommt immer wieder, sollten Sie zum Hautarzt gehen. Mit einem Schnelltest kann der Facharzt feststellen, ob und um welchen Pilz es sich handelt. Bei starkem Pilzbefall kann er Medikamente zum Einnehmen verschreiben, die besonders stark gegen den Pilz wirken.

Hausmittel, die gegen Hautpilz helfen sollen

Viele versuchen jedoch, den Hautpilz mit natürlichen Mitteln zu behandeln und keine "Chemie" anzuwenden. Die beliebtesten Hausmittel:

  • Abtupfen mit Apfelessig
  • Teebaumöl darauf träufeln
  • Mit aufgeschnittenem Knoblauch abreiben

Den Pilz selbst töten diese Hausmittel jedoch nicht ab. Sie wirken nur sanft und können im besten Fall den Juckreiz lindern. Hausmittel sollten bei Hautpilz also höchstens zusätzlich zu Anti-Pilz-Mitteln angewendet werden.

Ursachen von ansteckendem Hautpilz bekämpfen

Ausgelöst wird die Hauterkrankung von verschiedenen Mikroorganismen. Das sind vor allem:

  • Fadenpilze: Sie befallen vor allem Kopf, Gesicht und Hände.
  • Spross- oder Hefepilze: Bekannt ist in diesem Zusammenhang vor allem Candida albicans, der besonders gut auf Schleimhäuten gedeiht und meist Auslöser von Scheidenpilz ist, aber auch von der Mundentzündung Mundsoor.

Hautpilz ist ansteckend – und zwar nicht nur über den Direktkontakt mit erkrankter Haut, sondern auch indirekt über gemeinsam benutzte Handtücher, Wäsche, Schuhe und kontaminierten Fußboden. Diese Ansteckungsquellen sollten Sie meiden. Übrigens können auch Tiere wie Hund, Katze und Pferd Hautpilz übertragen, etwa einen speziellen Fadenpilz. Wenn Sie häufig Kontakt mit Tieren haben und öfters Hautpilz bekommen, sollten Sie also auch diese Ansteckungsmöglichkeit in Betracht ziehen und einen Hautarzt fragen.

Hautpflege ist nicht nur bei Hautpilz und anderen Erkrankungen wichtig. Unsere Themenseite versorgt Sie mit vielen weiteren Infos und Tipps für eine gesunde, zarte Haut.

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