10.07.2018

Frauenproblem Fibromyalgie Ernährung bei Fibromyalgie – vegan tut gut

Fibromyalgie Symptome

Fr, 20.07.2018, 14.32 Uhr

Fibromyalgie Symptome

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Ständige Schmerzen und dabei häufig Erschöpfung sind für Fibromyalgie typisch. Heilung gibt es nicht, doch eine spezielle Ernährung kann hilfreich sein.

Fibromyalgie ist eine chronische Krankheit, tritt bei rund vier Prozent der Deutschen auf. Warum Frauen besonders häufig von der Erkrankung betroffen sind, ist noch unbekannt, wie so vieles bei dieser rätselhaften Krankheit. Typisch sind Schmerzen, die Muskeln und Sehnen betreffen. Zusätzlich leiden viele Betroffene unter Müdigkeit und fühlen sich in ihrer Leistung eingeschränkt. Die richtige Ernährung bei Fibromyalgie kann helfen.

Die Ursachen der Fibromyalgie sind bis heute noch nicht vollständig geklärt – und dementsprechend gibt es auch noch keine wirksame Therapie, die gegen diese Krankheit hilft. Doch manche Patienten haben mit einer Ernährungsumstellung gute Erfahrungen gemacht.

Ernährung bei Fibromyalgie: Serotoninmangel und Übersäuerung vermeiden

Denn auffällig ist, dass einige der Betroffenen einen zu niedrigen Serotoninspiegel haben. Serotonin ist bekannt als sogenanntes Glückshormon, das die Stimmung verbessert. Der Körper stellt Serotonin aus Tryptophan her, eine Aminosäure, die in einigen Lebensmitteln enthalten ist.

Zusätzlich kann bei Fibromyalgie zu viel oxidativer Stress eine Rolle spielen. Das bedeutet, aggressive Sauerstoffatome, die freien Radikale, sind im Körper vermehrt vorhanden. Die freien Radikale bilden sich nicht nur unter Stress, sondern auch durch falsche Ernährung und Übersäuerung.

Ernährungsplan bei Fibromyalgie: Die drei Eckpfeiler

Deshalb ist eine Ernährung sinnvoll, die diese Fakten beachtet. Wer unter Fibromyalgie leidet, sollte also bei seiner Ernährung auf drei Dinge achten:

  1. Gegen den oxidativen Stress und die freien Radikale Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Antioxidantien essen.
  2. Nahrungsmittel, die den Körper übersäuern, besser streichen oder wenigstens reduzieren und dafür auf basische Kost setzen.
  3. Auf Tryptophan-reiche Ernährung achten, um die Serotoninproduktion anzukurbeln.

Diese Lebensmittel liefern viele Antioxidantien

Antioxidantien stecken in Obst, Gemüse, Nüssen und Getreide. Die für die Ernährung bei Fibromyalgie wichtigsten Antioxidantien und in welchen Lebensmitteln sie enthalten sind:

  • Vitamin C (Zitrusfrüchte, Äpfel, Beeren)
  • Carotinoide (Karotten, Aprikosen, Kürbis)
  • Vitamin E (Vollkornprodukte, Walnüsse, Mandeln, Olivenöl)
  • Spurenelemente Zink und Selen (Fisch, Paranüsse, Haferflocken, Reis, Spargel, Champignons)
  • sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane (natürlicher Farbstoff von roten und blauen Früchten, also in allen entsprechenden Obstsorten – Blaubeeren, Himbeeren, roten Trauben, Erdbeeren…)
  • Omega-3-Fettsäuren (fetter Seefisch)

Es gibt auch diverse Heilkräuter, die unter anderem Antioxidantien enthalten – und diese Heilkräuter für Frauen können Sie sogar selbst anbauen.

Übersäuerung abbauen: vegetarisch oder vegan leben

Bestimmte Lebensmittel fördern Übersäuerung und die Bildung freier Radikale. Das sind vor allem Fleisch und Wurst, aber auch andere tierische Lebensmittel mit einem hohen Fettanteil wie etwa Butter. Eine Diät, die bei Fibromyalgie hilfreich ist, bedeutet deshalb vor allem: auf Fleisch verzichten und vegetarisch leben. Wer damit gut zurechtkommt und möchte, kann nach einiger Zeit seine Ernährung auf vegan umstellen. Doch bereits der Verzicht oder die Reduzierung von Fleisch und Wurst kann viel bringen.

Selbstverständlich sollten die Säuretreiber Salz, Kaffee und Alkohol nur in geringen Mengen konsumiert werden. Zusätzlich Zucker und sogar Süßstoffe zu streichen, muss jedoch nicht sein. Es reicht, den Zuckerkonsum etwas einzuschränken, weil Zucker in größeren Mengen säuert. Süßstoffe, vor allem natürliche Süßstoffe wie etwa Stevia oder Xylit, sollten keine Probleme bereiten.

Dunkle Schokolade liefert viel Tryptophan

Der für Fibromyalgie typische Serotoninmangel lässt sich mit Bitterschokolade, Nüssen, Vollkornbrot und Haferflocken ausgleichen. Es heißt also: Serotonin erhöhen. Diese Lebensmittel, die reich an Tryptophan sind, sollten Sie in Ihren täglichen Speiseplan aufnehmen. Selbstverständlich darf es dabei jedoch nicht täglich eine ganze Tafel Schokolade sein, weil Sie damit viel zu viel Zucker und Fett aufnehmen würden. Aber ein Riegel ist die richtige Menge und macht bereits beim langsamen Lutschen ein bisschen glücklich.

Gesund und mit Genuss essen bei Fibromyalgie

Wichtig ist, sich nicht durch zu strenge Regeln unter Stress zu setzen. Steigen Sie nach und nach auf leicht vollwertige bis vegetarische Ernährung um. Versuchen Sie es einfach mal mit diesem Ernährungsplan:

  • Drei- bis fünfmal pro Tag Obst und Gemüse essen. Achten Sie darauf, dabei vor allem zu Sorten zu greifen, die besonders reich an Antioxidantien sind.
  • Fleisch lässt sich durch andere proteinreiche Nahrungsmittel ersetzen, etwa Pilze oder fettarme Milchprodukte wie Quark.
  • Würzen Sie mit frischen Kräutern, weil diese nicht nur vitaminreich sind und basisch wirken, sondern auch dabei helfen, Salz zu sparen.
  • Zusätzlich sollten Sie reichlich trinken, am besten Mineralwasser, ungesüßte Kräutertees und an Stelle von Kaffee grünen Tee, weil er als Ersatz für Koffein die Konzentration fördert und gegen Erschöpfung wirkt.

Zwar gibt es noch keine aussagekräftigen Studien, die den Zusammenhang von Fibromyalgie und Ernährung untersucht haben, doch einen Versuch ist die Ernährungsumstellung allemal wert: Denn diese Diät ist auf jeden Fall gesund – sie versorgt den Körper mit den wichtigsten Nährstoffen und reduziert den Verzehr von Fleisch, Wurst, tierischem Fett und Salz. Damit tun Sie auch das Beste für Ihre Blutgefäße, beugen Schlaganfall und Herzinfarkt vor. Und wenn sie auch nur einige der Symptome von Fibromyalgie lindert, ist das für Betroffene schon sehr viel wert.

Was Fibromyalgie für Betroffene bedeutet, da können sich leider wenige wirklich hineinversetzen. Aus diesem Grund möchte auch Lady Gaga, die selbst an der Krankheit leidet, mehr Aufmerksamkeit für die Erkrankung erreichen. Darüber hat die Sängerin kürzlich mit der Vogue gesprochen:

Lady Gaga spricht über Fibromyalgie

Pop-Ikone Lady Gaga spricht im Interview mit der US-Vogue ganz offen über ihre Krankheit Fibromyalgie und den damit einhergehenden chronischen Schmerzen.

Lady Gaga spricht über Fibromyalgie

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