29.06.2018

Neue Ergebnisse von „Öko-Test“ Schädliche Inhaltsstoffe: 9 Lippenpflegestifte fallen durch

Unsere Lippen sind im Winter besonders großen Strapazen ausgesetzt.

Foto: iStock/puhhha

Unsere Lippen sind im Winter besonders großen Strapazen ausgesetzt.

Wir cremen unsere Lippen, um ihnen etwas Gutes zu tun und sie wunderbar weich und geschmeidig werden zu lassen. Doch Öko-Test berichtet jetzt: In vielen Lippenpflegestiften stecken bedenkliche Inhaltsstoffe.

Wollen Sie sich Erd- und Mineralöle auf die Lippen schmieren? Zumal, wenn diese in Verdacht stehen, krebserregend zu sein? Doch genau diese Stoffe stecken in vielen handelsüblichen Lippenpflegestiften, wie "Öko-Test" jetzt im aktuellen Heft berichtet: In neun von insgesamt 24 getesteten Produkten fanden die Tester schädliche Inhaltsstoffe.

"Öko-Test" findet schädliche Inhaltsstoffe in Lippenpflegestiften

Bei diesen Stoffen handelt es sich um Paraffine, ein Abfallprodukt aus der Erdölindustrie. Sogenannte aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) stecken in fast allen Produkten mit Paraffinen. Diese wiederum können Stoffe enthalten, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein.

Andere ebenfalls gefundene chemische Verbindungen wie MOSH und POSH, die im Mineralöl vorkommen, können sich zum Beispiel im Fettgewebe des Körpers und der Leber anreichern. Unter den durchgefallenen Produkten befinden sich auch namhafte Firmen, etwa

  • Labello
  • Blistex
  • bebe
  • Neutrogena
  • Yves Rocher

Am besten haben zwei Eigenmarken von Drogerieketten abgeschnitten: Rossmann und dm. Auch Dr. Hauschka konnte sich neben weiteren Naturkosmetikprodukten ganz vorne platzieren – die sind allerdings deutlich teurer als die Pflegestifte der Drogerie-Eigenmarken.

So erkennen Verbraucher, ob schädliche Stoffe enthalten sind

Ob in den Produkten auf Mineralöl basierende Stoffe stecken, erkennen Verbraucher an Namen wie Paraffinum Liquidum, Petrolatum und Cera Microcristallina. Allerdings haben die Verbraucherschützer auch schon ein Produkt getestet, in dem MOAHs ohne eine entsprechende Deklaration von Paraffinen steckten.

Sind die Mengen, die wir über Lippenpflegestifte zu uns nehmen, überhaupt der Rede wert? Absolut – denn laut "Öko-Test" gelangen bis zu 20 Gramm davon in unseren Körper, wie das wissenschaftliche Beratergremium der EU-Kommission (SCCS) berechnet hat. Ein handelsüblicher Stift ist in der Regel mit 5 Gramm Pflegefett ausgestattet – heißt also, wir verspeisen immerhin vier ganze vier Stifte pro Jahr!

Erste Hersteller-Reaktionen auf ähnliche Tests

Zu einem ähnlichen Ergebnis wie "Öko-Test" war im vergangenen Jahr übrigens auch schon die Stiftung Warentest gekommen. Die Tester empfahlen, lieber Naturkosmetik zu benutzen – die darf nämlich keine erdölbasierten Inhaltsstoffe enthalten. Schadstofffrei waren im Test von 2017 auch Produkte von Cien (Lidl), Balea (dm) oder Bepanthol.

Stiftung Warentest hatte übrigens schon 2015 Schadstoffe in Lippenpflege gefunden. Labello, Blistex und Carmex haben seitdem den Moah-Gehalt reduziert, heißt es, Lidl hat sogar komplett von Mineralöl auf pflanzliche Fette umgestellt. Wie schön, dass der Warentest zumindest an manchen Stellen auch Wirkung zeigt!

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Nicht nur die Lippen, auch unser ganzer restlicher Körper will gepflegt sein! Auf unseren Themenseiten rund um Haarpflege und Hautpflege lesen Sie, was Sie für der jeweilige Körperpartie alles Gutes tun können.

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