Aktualisiert: 20.05.2020 - 16:00

Achtung, Gesundheitsgefahr! Gefährliche Raupe: Der Eichenprozessionsspinner ist zurück!

Von Stephanie Brümmer

Warum ist der Eichenprozessionsspinner gerade jetzt gefährlich?

Warum ist der Eichenprozessionsspinner gerade jetzt gefährlich?

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In wenigen Wochen beginnt wieder die Hochsaison der gefürchteten Eichenprozessionsspinner, die dann zu Tausenden aus den Baumkronen herabfallen. Beim Kontakt mit ihren giftigen Härchen drohen starke allergische Reaktionen.

Anfang Juni werden ihre giftigen Haare wieder zum Problem für uns! Ausgewachsen sind sie harmlose Nachtfalter, als Raupen sind sie mit ihren Brennhaaren für den Menschen eine ernstzunehmende gesundheitliche Bedrohung: die Eichenprozessionsspinner. Die Bandbreite reicht hier von stark juckenden Hautexzemen bis hin zu schweren allergischen Reaktionen für Augen und Atemwege.

Jährlicher Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner: So gefährlich ist die Raupe

Kammerjäger kämpfen jedes Jahr um die Eindämmung dieses Schädlings. Während eine Bekämpfung früher nicht nötig war, tritt der Schädling seit 1995 massenhaft in immer größeren Arealen auf. Und das Schlimmste: Je wärmer der Frühling, umso stärker die Vermehrung dieser Insekten. Sie sitzen nicht nur in Bäumen, sondern verbreiten sich auch über den Wind. Schulen und Kitas in der Nähe befallener Gebiete müssen immer wieder gesperrt werden.

Immer umfangreichere Maßnahmen zur Bekämpfung

Auch in diesem Jahr werden zusätzlich besondere Maßnahmen ergriffen, da aufgrund der Wetterprognose eine starke Population vorausgesagt wird. Durch Absaugen und Verbrennung sollen Gefahrenzonen entschärft werden. Dies gilt jedoch nicht für Privatgrundstücke: Hier sind die Besitzer selbst verantwortlich.

Die Stadt Dortmund hat sich in diesem Jahr auf einen noch stärkeren Befall vorbereitet, so wurden prophylaktisch Meisenkästen installiert, damit die natürlichen Feinde die Raupen verspeisen. Auch Lebendfallen seien im Erprobungsstadium, neben den bekannten Absaugungen. Sogar eine Raupenmelder-Hotline sei freigeschaltet.

Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen veröffentlichte kürzlich einen Leitfaden zu den effektivsten Methoden im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. Dazu gehöre eine Kombination von Absammeln, Absaugen und dem Einsatz von Pestiziden. Mehrere Kommunen hatten daraufhin ein Biozid versprüht. Dieses nehmen die Raupen über ihre Nahrung auf. Diese großflächige Maßnahme wurde aber unter anderem vom Umweltverband BUND moniert, da dadurch auch andere Schmetterlinge getötet würden.

Die Raupen des ursprünglich aus der Mittelmeerregion stammenden Eichenprozessionsspinners bevölkern in Nestern, die von Weitem wie Zuckerwatte aussehen, ganze Baumgruppen, finden sich aber auf Schulhöfen, in Schwimmbädern und auf Sportplätzen. Besonders gefährdet sind demnach Menschen, die in Wäldern spazieren gehen oder Nester unwissentlich berühren.

Seine Gifthärchen machen den Eichenprozessionsspinner gefährlich

Die Raupen schlüpfen Anfang Mai und ernähren sich von Eichenblättern. Für den Menschen sind die toxischen Brennhaare gefährlich, die die Larven im Juni ausbilden. Die Härchen der Raupen sind 0,1 bis 0,3 Millimeter groß und setzen sich mit kleinen Widerhaken leicht in der Haut fest. Wenn die menschliche Haut mit dem darin enthalten Nesselgift Thaumetopoein in Berührung kommt, kann das zu schweren allergischen Reaktionen und zu Raupendermatitis führen. Symptome sind starker Juckreiz, Brennen, Quaddeln und starke Schwellungen. Beim Einatmen der Haare kommt es zu Reizungen der Schleimhäute und Bronchitis.


Sofortige Maßnahmen bei Härchenbefall durch Eichenprozessionsspinner

Wer doch ein Raupenhaar an seiner Kleidung oder Haut hat, sollte, noch bevor er Symptome spürt, die Kleidung sofort wechseln und von Kopf bis Fuß duschen. Wenn bereits Hautpartien betroffen sind, sind Wasser und Seife die beste Reinigung, anschließend sollte die Haut gefönt werden, damit mögliche überbleibende Härchen durch das Abtrocknen nicht eingerieben werden. Bei Juckreiz und Schwellungen kann eine kalte Kompresse die Beschwerden lindern.

Unerträglicher Juckreiz der Haut

Die vom Eichenprozessionsspinner ausgelöste Kontaktallergie führt zu unerträglichem Juckreiz und zu quaddelbildenden Exzemen. Diese lassen sich mit vom Dermatologen verschriebenen kortisonhaltigen Cremes lindern.

Tränende und gerötete Augen – bloß nicht reiben!

Wenn das Auge in Kontakt mit den Härchen des Eichenprozessionsspinners kommt, reagiert es mit Rötungen der Bindehaut, Lichtscheuheit und sogar Schwellungen. Der Tipp der Augenärzte: Auf gar keinen Fall reiben, damit die Härchen die Hornhaut nicht durchbohren und eine Hornhautentzündung hervorrufen. Idealerweise schwemmt die Tränenflüssigkeit das Haar heraus. Ansonsten muss sofort ein Augenarzt aufgesucht werden.

Eichenprozessionsspinner gefährdet die Atemwege

Die Gifthärchen des Eichenprozessionsspinners können aber auch in die Atemwege gelangen und dort Entzündungen verursachen. Ähnlich einer Bronchitis, einer Rachen- oder einer Kehlkopfentzündung leiden die Atemwege erheblich. Asthmatiker sind besonders gefährdet, da die Raupenhaare Anfälle auslösen können. In beiden Fällen helfen Kortisonsprays und Antihistaminika. Besonders dramatisch: Aufgrund der Sensibilisierung des Immunsystems werden allergische Reaktionen nach jedem Kontakt schlimmer. In seltenen Fällen reagieren Betroffene mit Schwindel, Übelkeit, Fieber oder einem anaphylaktischen Schock mit Kreislaufversagen.

Wer denkt, dass mit der Verpuppung der giftbehaarten Raupen die Gefahr gebannt ist, irrt. Die Härchen bleiben bis zu zehn Jahre in den Bäumen hängen. Auch Haustiere sollten Sie aus betroffenen Regionen fernhalten, sie können die giftigen Raupenhaare nämlich auf ihrem Fell mit nach Hause nehmen und ihre Besitzer krank machen. Auch Daniela Katzenberger hatte in diesem Jahr bereits Probleme mit einem Hautausschlag durch Raupen.

Quelle: eigene Recherche, t-online.de, tag.24

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