11.06.2018

Quatsch oder sinnvolle Idee? Grüne fordern kostenlose Kondome & Pille für Geringverdiener

Alle an einem Tisch. Es fehlen nur noch die Torten. Von

Kondome und die Anti-Baby-Pille sind nicht gerade günstig. Die Grünen fordern nun, dass Geringverdiener einen kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln bekommen.

Foto: iStock/itakdalee

Kondome und die Anti-Baby-Pille sind nicht gerade günstig. Die Grünen fordern nun, dass Geringverdiener einen kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln bekommen.

Verhütung ist für Geringverdiener oft eine Frage des Geldes. Die Grünen fordern, dass Hartz-IV-Empfänger Pille und Kondome kostenlos erhalten.

Empfänger von Sozialleistungen sind nicht gerade auf Rosen gebettet: Miete, Strom, Lebensmittel – all das will von verhältnismäßig geringen Einnahmen bezahlt werden. Und das ist nicht immer so leicht. Die Grünen wollen Geringverdiener entlasten – und zwar in einem speziellen Sektor.

Die Partei fordert, dass Verhütung keine Frage des Geldes sein solle und polarisieren nun mit einem kuriosen Vorschlag. Ärztlich verordnete Verhütungsmittel sollen für Empfänger staatlicher Leistungen wie BaföG, Hartz-IV oder Wohngeld kostenlos sein. Darüber berichtete zunächst die "Saarbrücker Zeitung". Laut Antrag der Bundestagsfraktion der Grünen soll auch ein "kostenloser Zugang zu Kondomen gefördert werden." Kommen also bald kostenlose Kondome und Pille für Geringverdiener?

Pille und Kondome sollen frei verfügbar sein

Doch wie kommt die Partei auf diese Idee? Eine Studie, die im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durchgeführt wurde, sorgte zuletzt für Aufsehen in der deutschen Politik. Demnach wechselten Frauen, die finanziell vom Staat gefördert werden, häufig zu weniger sicheren Verhütungsmitteln, teils bleibe die Verhütung sogar ganz auf der Strecke – und das aus Kostengründen.

Denn Verhütungsmittel sind nicht gerade günstig. Die Anti-Baby-Pille beispielsweise kostet für ein halbes Jahr mindestens 30 Euro, oft mehr, eine Packung Kondome schlägt mit mindestens fünf bis zehn Euro zu Buche. Das Sparen an der falschen Ecke könnte den Grünen zufolge gravierende Auswirkungen haben.

Unsichere Verhütung – ungewollte Schwangerschaft

"Damit haben Frauen, die staatliche Unterstützungsleistungen beziehen, ein höheres Risiko einer ungewollten Schwangerschaft", so die Fraktion in ihrem Antrag. Der fehlende Zugang zu geeigneten Verhütungsmitteln schränke dadurch das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung ein.

Die Forderung ist, dass der Zugang zu "zuverlässigen, qualitativ hochwertigen und individuell passenden Verhütungsmitteln" für alle, unabhängig von Einkommen und Wohnort, gewährleistet sein müsse.

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Kosten sollen über Krankenkassen laufen

Die Grünen haben konkrete Umsetzungspläne. Fraktionsexpertin Maria Klein-Schmeink erklärte gegenüber der "Saarbrücker Zeitung", dass man die Kostenerstattung über die Krankenkassen abwickeln wolle. "Diese Kosten werden dann den Krankenkassen durch einen Steuerzuschuss ersetzt." Neben der Pille sollen auch Kondome für Geringverdiener einfacher zugänglich sein und zum Beispiel in Familienberatungsstellen und Gesundheitsämtern ausliegen.

Verhütung ist ein wichtiges Thema, wenn man die Familienplanung selbst in die Hand nehmen möchte. Doch auch mit Schwangerschaft sollte man sich rechtzeitig auseinandersetzen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Themenseite.

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