07.06.2018

Hygiene für heiße Nächte Nackt schlafen im Sommer: Darauf sollten Sie achten

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Warum man nackt schlafen sollte

Nur wenige Menschen tun es, doch es lohnt sich, die alten Pyjamas endlich in den Schrank zu verbannen. Denn wenn wir einschlafen, erweitern sich Venen und andere Blutgefäße und geben Hitze ab.
Mi, 06.06.2018, 08.49 Uhr

Warum man nackt schlafen sollte

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In heißen Nächten greifen wir zu leichten Sommerbettdecken und verzichten gern mal auf den Pyjama. Dafür gibt es gute Gründe – doch das Nacktschlafen im Sommer birgt auch Risiken.

Die Körper- und Raumtemperatur haben entscheidenden Einfluss auf unsere Schlafqualität. Im Schlaf sinkt die Körpertemperatur um circa 1 bis 1,5 °C. In der Nachtmitte erreicht sie ihren Tiefpunkt und steigt gegen Morgen langsam wieder an. Die ideale Zimmertemperatur für einen erholsamen Schlaf liegt zwischen 16 und 20 Grad. Ist es da besser, im Sommer nackt zu schlafen, wenn es auch nachts deutlich wärmer wird?

Das Temperaturempfinden ist ja auch individuell unterschiedlich – es gibt "Warm-" und "Kaltschläfer" unter uns. Die eigene Wohlfühl-Temperatur liegt dort, wo wir weder frieren noch übermäßig schwitzen.

Diesen Mittelweg zu finden, ist in einer lauen Sommernacht gar nicht so leicht.

Im Sommer nackt schlafen: Hilfe für wohltemperierten Schlaf

Nackt zu schlafen im Sommer, hilft beim Herunterfahren der Körpertemperatur. Wenn es uns zu warm ist, beginnen wir zu schwitzen. Der Schweiß verdampft auf der Haut und hinterlässt eine kühlende Wirkung. Da wir für einen erholsamen Schlaf ebenfalls unsere Körpertemperatur herunterfahren, hilft diese kühlende Wirkung dabei, besser in die Tiefschlafphasen zu gelangen. Dadurch wachen wir seltener auf und schlafen insgesamt besser.

Aber in der Nacht fallen die Temperaturen weiter, und für Nacktschläfer wächst das Risiko, zu stark auszukühlen, was sie auch wieder wecken würde. Vor allem Frauen sind gefährdet: Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen weitet die Blutgefäße. Deshalb geben Frauen mehr Körperwärme ab und kühlen schneller aus.

Atmungsaktives Bettzeug und Nachtwäsche

Wer nachts besonders stark schwitzt, sollte auf eine besonders atmungsaktive Decke achten, die die Feuchtigkeit des Körpers gut aufnehmen, abtransportieren und schnell an die Raumluft abgeben kann. Empfehlenswert sind saugfähige Naturmaterialien wie Seide oder Schafwolle. Zu vermeiden sind Synthetikfasern, weil diese zu Stauwärme führen können.

Den Feuchtigkeitsabtransport können auch ein Nachthemd oder ein Pyjama übernehmen. Ihr Vorteil: Sind sie durchgeschwitzt, sind sie schneller zu wechseln als Bettzeug. Wer sich gegen das Nacktschlafen entscheidet, sollte auch hier auf atmungsaktive Naturmaterialen achten.

Die Matratze atmen lassen

Zur Regulation unserer Körpertemperatur trägt auch unser Bett, speziell die Matratze, bei. Auch wenn viele Funktionen heruntergefahren werden, ist unser Körper nachts keinesfalls untätig. Etwa einen halben Liter Flüssigkeit scheiden wir jede Nacht über die Haut aus, im Hochsommer sogar mehr. Einen Teil davon nimmt auch die Matratze auf, die deshalb gut belüftet werden sollte.

Dient der Raum unter dem Bett als Stauraum und ist vollgestellt mit Koffern und Kisten, erschwert das die Luftzirkulation. Wer kann, sollte den Platz unter dem Bett freihalten. Ist das nicht möglich, sollte die Matratze ein Mal pro Woche gewendet werden.

Grundsätzlich gilt, die Matratze täglich mindestens 20 Minuten ohne die Last des Bettzeuges gut durchzulüften.

Sich aktiv kühlen bzw. warm halten

Den Kopf kühl, die Füße warm halten – was schon unsere Großmütter wussten, hat die Schlafforschung in den letzten Jahren auch wissenschaftlich belegt. Inzwischen sind sogar Steppdecken erhältlich, die den Oberkörper nicht so stark wärmeisolieren wie die Fußregion.

Im Hochsommer ist zusätzliche, aktive Abkühlung zum Beispiel mit Kühlkissen und Gel-Pads aus dem Kühlschrank hilfreich. Dieselbe Wirkung hat auch ein feuchtes, kurz in den Kühlschrank gelegtes Handtuch, das für ca. 20 Minuten auf die Stirn oder in den Nacken gelegt wird. Zu viel Kälte wirkt sich jedoch negativ auf die Arbeit des Gehirns aus. Wird es unangenehm, die Kühlung sofort ab- bzw. unterbrechen.

Wer in heißen Nächten nackt unter einem Bettlaken gut einschlafen kann, in der Nachtmitte jedoch wegen der Kälte aufwacht, kann sich eine Zweitdecke in Griffnähe deponieren. Manchmal reichen ein Paar zusätzliche Schlafsocken, die schnell übergestreift werden.

Fachliche Beratung: Susanne Kretschmann, psychotherapeutische Heilpraktikerin und Hypnosetherapeutin für Schlafstörungen, www.hypnomedios.de

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Tipps für erholsamen Schlaf gibt es viele, die meisten sind leicht umzusetzen. Versuchen Sie es! Ihr Körper wird es Ihnen am Morgen nach dem Aufstehen danken. Sie können zum Beispiel auch mit der richtigen Atemtechnik leichter zum Einschlafen kommen – oder mit dem Schlafhormon Melatonin nachhelfen.

Schlaf ist gut für Körper und Seele. Finden Sie weitere Informationen zu Entspannung auf unserer Meditation-Themenseite.

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