07.06.2018

Sauberkeit siegt Hygiene am Waschbecken: Richtig Hände waschen

Richtig Hände waschen – aber wie? Mindestens 20 Sekunden einseifen, lautet die Devise. Was sonst noch zu beachten ist, lesen Sie hier.

Foto: iStock/hxdbzxy

Richtig Hände waschen – aber wie? Mindestens 20 Sekunden einseifen, lautet die Devise. Was sonst noch zu beachten ist, lesen Sie hier.

Unterwegs wie auch zu Hause lauern unzählige Keime. Nicht alle davon sind gut für uns. Wie Sie sich durch richtige Handhygiene vor Krankheiten schützen.

Hygiene will gelernt sein: Überall in der Öffentlichkeit, aber auch zu Hause lauern Keime und Bakterien, die zum Teil Krankheiten übertragen können. Vor allem während Erkältungs- oder Grippewellen ist es daher wichtig, richtig Hände waschen zu können. Wir zeigen, wie das am besten klappt.

Richtig Hände waschen –warum eigentlich?

Keime sitzen überall – und nicht alle sind gutartig. Durch Kontakt werden sie von Mensch zu Mensch oder auch mit Zwischenlandung auf Objekten übertragen. Häufigster Übertragungsweg: die Hände.

Wenn wir jemandem die Hand geben, Türgriffe oder beispielsweise Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln anfassen, Tiere streicheln – immer dann landet eine große Anzahl neuer Keime auf uns. Berühren wir dann mit den Händen Schleimhäute, zum Beispiel im Gesicht, ist es für diese Keime ein Leichtes, in den Körper zu wandern und dort Unheil anzurichten. Eine Infektion droht. Schließlich werden über die Hände rund 80 Prozent der ansteckenden Krankheiten übertragen.

Daher ist regelmäßiges Händewaschen geboten, wenn Sie viel unterwegs sind oder Dinge anfassen, auf denen viele Erreger lauern können – besonders dann, wenn wieder einmal eine Krankheitswelle unterwegs ist. Auch auf dem Smartphone sitzen viele Keime.

Wann und wie oft sollten Hände gewaschen werden?

Nicht nur, wenn Ihre Hände sichtlich schmutzig sind, sollten Sie sie unter klares Wasser halten. Denn Keime sind nicht sichtbar mit bloßem Auge. Am besten waschen Sie sich die Hände, wenn Sie nach Hause kommen, nach dem Toilettengang (auch wenn Sie Ihrem Kind helfen), nachdem Sie den Abfall entsorgt haben, mit Tieren Umgang hatten oder Sie krank sind und sich die Nase geputzt oder in die Hand geniest haben.

Zudem sollten Sie die Hände vor dem Essen oder dem Umgang mit Medikamenten sowie Kosmetika reinigen.

Wenn Sie Wunden versorgen, mit Kranken zu tun haben oder gerade Speisen zubereiten, sollten Sie die Hände vorher und nachher, bei Bedarf auch zwischendurch, waschen.

Aber: Übertreiben Sie es nicht mit der Hygiene. Zu klinisch rein muss es nämlich nicht sein – im Gegenteil. Wir haben auf unserer Haut wichtige Bakterien sitzen, die uns vor anderen Einflüssen schützen. Mit zu viel Wasser, Seife und Desinfektionsmittel bringen wir die Hautflora aus dem Gleichgewicht, und die Haut wird schnell trocken und rissig – was wiederum die Anfälligkeit für Krankheitserreger erhöht. Denn so ist die Barrierefunktion unserer Haut nicht mehr richtig gegeben.

Hände waschen: Reicht klares Wasser nicht?

Richtig Hände waschen ist keine Wissenschaft – aber bedarf ein wenig Übung. Denn es reicht nicht, die Hände nur kurz unters Wasser zu halten oder nur wenige Augenblicke einzuseifen. Sie sollten vielmehr gezielt vorgehen, um auch Zischenräume und Stellen zu säubern, die Sie sonst übergehen würden. Diese vier Schritte helfen:

  1. Hände unter fließendes Wasser halten. Die Temperatur können Sie sich je nach Belieben aussuchen.
  2. Hände gründlich einseifen: Handrücken, Handinnenflächen, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen. Den Daumen reinigen Sie extra, indem Sie die andere Hand um den Daumen schließen und mehrmals drehen. Auch die Fingernägel sollten Sie beachten. 20 bis 30 Sekunden sollten Sie zum Einseifen einplanen.
  3. Hände unter fließendem Wasser gründlich abspülen. Um zu vermeiden, den Wasserhahn in öffentlichen Toiletten noch einmal anfassen zu müssen, können Sie ihn mit dem Ellbogen oder aber mit einem Papierhandtuch anfassen.
  4. Hände abtrocknen, Fingerzwischenräume und Fingernägel dabei nicht vergessen.

Hände waschen: So geht's

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Lieber persönliche Seife und eigenes Handtuch nutzen

Zum Einseifen können Sie sowohl feste als auch flüssige Seifen nehmen, wobei flüssige Seifen vor allem dann hygienischer sind, wenn Sie nicht die einzige Person sind, die die Seife benutzt. Achten Sie auf eine pH-neutrale Seife, um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu zerstören.

Aber auch beim Trocknen ist Vorsicht geboten: Wechseln Sie zu Hause regelmäßig Ihre Handtücher. In öffentlichen Toiletten sind Papiertücher meist die bessere Wahl, wenn sie auch leider nicht ganz so umweltfreundlich sind. Aufpassen sollten Sie bei Handtrocknern. Denn vor allem Drucklufthandtrockner wirbeln bis zu 1300 mal mehr Bakterien auf, als sich auf einem Papierhandtuch befinden. Zu Hause sollte jeder sein eigenes Handtuch benutzen – auch in der Küche. Hände sollten zum Beispiel nicht am Geschirrtuch abgetrocknet werden – einer von vielen Hygienemängeln im Alltag.

Anschließend desinfizieren oder nicht?

Heute neigen viele Menschen dazu, nach einer Handwäsche auch noch zu Desinfektionsmittel zu greifen. Allerdings ist dies nicht unbedingt nötig und kann sogar schaden. Denn nicht alle Desinfektionsmittel wirken gegen alle Keime. Im schlimmsten Fall zerstören die Mittel nur die wichtige Bakterienschicht auf der Haut und trocknen sie aus, so dass Erreger viel schneller in den Körper eindringen können. Nur bei ansteckenden Krankheiten im Umfeld kann das Desinfizieren mit dem richtigen Mittel hilfreich sein. Fragen Sie dazu am besten in Ihrer Apotheke nach.

Sollten Sie kein Waschbecken mit Seife in der Nähe haben, vermeiden Sie, Augen, Mund und Nase unnötig mit den Händen zu berühren oder auch Essen mit den Händen anzufassen. Ein wenig Handdesinfektionsmittel kann im Notfall helfen, damit sollten Sie es aber nicht übertreiben. Richtig Hände zu waschen, sobald es wieder möglich ist, bringt weit mehr und ist gesünder.

Übrigens waschen sich laut einer Studie weit mehr Frauen als Männer gründlicher die Hände. Wird wohl Zeit, den Herren der Schöpfung mal wieder auf die Finger zu schielen.

Damit Ihre Hände zart bleiben nach dem Waschen und die schützende Schicht bestehen bleibt, lohnt sich die richtige Hautpflege, über die Sie mehr auf unserer Themenseite erfahren.

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