06.08.2019 - 17:16

Schnell handeln! Wespenstiche: Erste Schmerz-Hilfe mit diesen Hausmitteln!

Wespenstiche: Erste Schmerz-Hilfe mit diesen Hausmitteln!

Wespenstiche: Erste Schmerz-Hilfe mit diesen Hausmitteln!

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Wespenstiche schmerzen nicht nur, sondern können auch noch stark anschwellen – und unter gewissen Umständen sogar gefährlich werden. Hier ist schnelles Handeln gefragt. Wie gut helfen da Hausmittel und Co?

Sobald es draußen warm wird, fliegt es wieder gelb-schwarz gestreift durch die Gegend – und lässt sich bevorzugt in der Nähe von Süßspeisen nieder, aber auch in Menschennähe. Und dann ist es schnell geschehen: Eine falsche Bewegung, die Wespe fühlt sich bedroht – und sticht eiskalt zu. Wer erwischt worden ist, zieht oft nach dem Wespenstich Hausmittel zu Rate. Aber bringen die tatsächlich etwas? Was wirklich hilft und wann Sie doch lieber andere Maßnahmen ergreifen sollten.

Wespenstich-Hausmittel: Bringen die was?

Beliebt sind Wespen ja nicht gerade und so mancher fragt sich vermutlich, wozu die bedrohlich wirkenden Tierchen überhaupt gut sind. Honig stellen sie schließlich keinen her. ABER: Sie vertilgen andere, unliebsame Insekten wie Mücken und Läuse. Eine Daseinsberechtigung haben sie also. Allerdings, und das macht sie so unbeliebt, stechen sie eben auch gerne zu.

Nicht immer ist direkt die Insektensalbe zur Hand – und die ist auch nicht unbedingt nötig, sollten Sie nicht allergisch auf Wespenstiche reagieren. Dann können Hausmittel helfen. Mittel Nummer eins: Eis! Wichtig ist schnelles Kühlen, um die Schwellung zurückzuhalten – und auch den Schmerz zu lindern. Aber es gibt auch noch ein paar mehr helfende Mittelchen – aber wie gesagt: nur dann, wenn Sie nicht allergisch reagieren!

Kühlen und Schmerzen sowie Juckreiz lindern

Eiswürfel/Eispads: Gegen Schwellungen hilft Kälte, denn die Blutgefäße ziehen sich zusammen. So kann sich das Gift auch nicht so schnell verteilen – und die Schmerzen werden auch nicht mehr als ganz so stark empfunden, da Eis durch die Kälte betäubt. Auch Eispads eignen sich. Aber: Eis oder Pad nie direkt auf den Stich geben, sonst kann es zu Erfrierungen kommen – und die sind ähnlich schlimm wie Verbrennungen. Also Stofftuch um das Eis wickeln!

Basilikum: Hacken Sie ein paar Basilikumblätter und geben Sie sie auf die Stichstelle. Dann ein Taschentuch darüberlegen und einwirken lassen – stillt den Juckreiz und den Schmerz. Mit Petersilie klappt das übrigens auch ganz gut. Desinfizierend wirkt zudem Salbei.

Speichel: Wenn sonst nichts parat ist: Ein bisschen Spucke auf den Stich geben – das kühlt. Den Juckreiz können Sie zusätzlich reduzieren, wenn Sie noch ein bisschen Zucker mit dazugeben.

Gift neutralisieren

Warme Teebeutel oder heiße Löffel: Wärme über 40 bis 50 °C hilft mit am besten. Denn Wespengift besteht zum Teil aus Eiweiß, und dieses wiederum wird bei Hitze gespalten bzw. "gerinnt", wenn es erhitzt wird – wie es auch beim Kochen von Eiern passiert. Das Gift wird damit zerstört und juckt nicht mehr so stark. Ein warmer Teebeutel, zum Beispiel mit Kamille, beruhigt zusätzlich. Oder Sie erhitzen einen Löffel mit warmem Wasser und halten ihn dann auf die Stelle. Aber vorsichtig testen! Verbrühen sollen Sie sich nicht.

In Apotheken gibt es übrigens mittlerweile auch sogenannte Anti-Stich- oder Anti-Biss-Stifte, die lokal Wärme erzeugen und das Gift zerstören. Wichtig: am besten direkt mit Wärme an den frischen Stich gehen – so wird das Eiweiß sofort zerstört. Später kann die Hitze aber auch gegen Juckreiz helfen. Dann müssen Sie allerdings öfter ran.

Wegerich: Spitz- und Blattwegerich wirken antibakteriell und stillen gleichzeitig den Schmerz. Anzuwenden wie Basilikum.

Backpulver oder Natron: Ein weiteres Wespenstich-Hausmittel: Einen Teelöffel Backpulver oder Natron mit ein paar Tropfen Wasser zu einer Paste verrühren und für rund 10 Minuten auf den Stich geben: Das alkalische Gemisch neutralisiert das Gift, lässt die Schwellung zurückgehen und mindert Jucken und Pochen. Damit die Haut aber nicht zu sehr gereizt wird, sollten Sie die Anwendung nur alle paar Stunden wiederholen.

Natron kann aber noch mehr:

Haushaltstipps mit Natron

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Essig: Essig, eigentlich sauer, ebenso wie Wespengift, reagiert in Kontakt mit Wasser alkalisch. Mischen Sie sich also eine Essig-Wasser-Lösung an, tunken Sie ein sauberes Tuch ein und legen Sie dieses auf den Stich, um das Gift zu neutralisieren.

Entzündung hemmen

Zwiebel oder Knoblauch sowie Zitrone: Das Senföl in Zwiebeln und Knoblauch wirkt entzündungshemmend und antiallergen. Einfach eine Zwiebel aufschneiden oder eine Knoblauchzehe halbieren und über den Stich reiben. Mit Zitronen funktioniert das Ganze übrigens auch ganz gut.

Quark: Die Milchsäure im Quark wirkt ebenfalls entzündungshemmend – und frisch aus dem Kühlschrank kühlt das Milchprodukt auch noch angenehm. Der Juckreiz wird also zusätzlich gestillt. Quarkwickel helfen übrigens auch bei Sonnenbrand und diversen anderen Wehwehchen.

Honig: Kurzzeitig gegen den Schmerz kommen Sie auch mit Honig an. Einfach Honig auf die Stelle geben – wirkt entzündungshemmend.

Wer eine schwach ausgeprägte Allergie und noch leichte Antihistaminika in Tablettenform zu Hause liegen hat, kann auch vorsichtig dazu greifen – leichte Antihistaminika wie Cetirizin sind frei in der Apotheke verkäuflich.

Im Allergiefall und bei Stichen im Mund: Ab zum Arzt oder Notarzt rufen!

Bei all dem gilt aber: Sind Sie Allergiker, egal ob mit schwacher oder ausgeprägter Wespengift-Allergie, sollten Sie auf Ihr Antiallergikum zurückgreifen oder – falls Sie ein solches noch nicht haben – schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Etwa, wenn der Stich stark anschwillt oder die Wespe gar an einer kritischen Stelle wie am Hals, Gesicht oder im Mund zugestochen hat.

In letzterem Fall, beim Stich im Mund, heißt es: Notarzt rufen! Bleiben Sie aufrecht sitzen oder stehen, kühlen Sie die Stelle mit einem Eiswürfel. Nicht hinlegen oder etwas trinken!

Aussaugen sollten Sie das Gift nicht! Denn es könnte sich über die Schleimhäute im Körper verbreiten. Und im Falle einer Allergie kann allerhand im Körper passieren.

Übrigens: Die hier aufgeführten Wespenstich-Hausmittel via Naturheilkunde können auch bei anderen Insektenstichen helfen – zumindest bei der Schmerzlinderung. Was Sie sonst noch gegen hartnäckige Insektenstiche mit Hausmitteln ausrichten können und wie Sie mit Hausmitteln Zecken fernhalten, lesen Sie auch bei uns.

Andere Art der Hausmittel: Wespenstiche direkt vermeiden

Damit die Wespe gar nicht erst in Versuchung kommt zuzustechen, sollten Sie sich die Mundpartie nach dem Essen im Freien feucht abwischen – vor allem Kindern. Oder Sie lenken die Flugtiere einfach mit etwas überreifem Obst ab. Am Esstisch auf der Terrasse hilft eine über dem Tisch aufgehängte, zerknüllte braune Papiertüte – die gaukelt den Wespen nämlich vor, dass hier schon ein anderer Stock sein Nest gebaut hat. Wie Sie Wespen natürlich vertreiben können, verraten wir Ihnen gerne.

Das wohl hilfreichste Mittel gegen Wespenstiche ist aber Ruhe. Vermeiden Sie hektische Bewegungen oder Pusten – das könnte die Wespe provozieren. Bleiben Sie hingegen ruhig, macht sich das Tier normalerweise irgendwann von selbst wieder davon.

Auf Wespenfallen oder andere Arten, die Tiere zu töten, sollten Sie aber verzichten, wenn Sie Ihren Geldbeutel schonen wollen. Denn auch wenn sie keinen Honig produzieren, bestäuben sie dennoch Blüten und fressen vor allem Pflanzen befallende Schädlinge – und daher stehen sie unter Naturschutz. Bis zu 50.000 Euro Strafe kann’s da geben.

Wer Angst vor Wespen hat, fürchtet sich in der Regel aber erst recht vor den noch größeren Hornissen. Aber sind die wirklich so gefährlich, wie sie aussehen? Wir klären auf.