18.05.2018

Schnell handeln! Wespenstiche: Diese Hausmittel bieten erste Hilfe

Die gelb-schwarze Gefahr: Wespen können aggressiv zustechen – sind aber durchaus nützlich fürs Ökosystem. Wie Sie sich schützen können und Wespenstiche mit Hausmitteln behandeln.

Foto: iStock/Stefan Rotter

Die gelb-schwarze Gefahr: Wespen können aggressiv zustechen – sind aber durchaus nützlich fürs Ökosystem. Wie Sie sich schützen können und Wespenstiche mit Hausmitteln behandeln.

Wespenstiche schmerzen nicht nur, sondern können auch noch anschwellen – und unter gewissen Umständen sogar gefährlich werden. Hier ist schnelles Handeln gefragt. Wie gut helfen da Hausmittel und Co?

Sobald es draußen warm wird, fliegt es wieder gelb-schwarz gestreift durch die Gegend – und lässt sich bevorzugt in der Nähe von Süßspeisen nieder – aber auch in Menschennähe. Und dann ist es schnell geschehen: Eine falsche Bewegung und die Wespe fühlt sich bedroht – und sticht eiskalt zu. Wer erwischt worden ist, zieht oft schnell nach dem Wespenstich Hausmittel zu Rate. Aber bringen die tatsächlich etwas? Was wirklich hilft und wann Sie doch lieber andere Maßnahmen ergreifen sollten.

Wespenstich-Hausmittel: Bringen die was?

Beliebt sind Wespen ja nicht gerade und so mancher fragt sich vermutlich, wozu die bedrohlich wirkenden Tierchen überhaupt gut sind. Honig stellen sie keinen her – aber sie vertilgen andere, unliebsame Insekten wie Mücken und Läuse. Allerdings, und das macht sie so unbeliebt, stechen sie eben auch gerne zu.

Nicht immer ist direkt die Insektensalbe zur Hand – und die ist auch nicht unbedingt nötig, sollten Sie nicht allergisch auf Wespenstiche reagieren. Wichtig ist dennoch schnelles Kühlen, um die Schwellung zurückzuhalten.

Kühlen und Schmerzen sowie Juckreiz lindern

Eiswürfel/Eispads: Gegen Schwellungen hilft Kälte, denn die Blutgefäße ziehen sich zusammen. So kann sich das Gift auch nicht so schnell verteilen – und die Schmerzen werden auch nicht mehr als ganz so stark empfunden, da Eis durch die Kälte betäubt. Auch Eispads eignen sich. Aber: Eis oder Pad nie direkt auf den Stich geben, sonst kann es zu Erfrierungen kommen – und die sind ähnlich schlimm wie Verbrennungen. Also Stofftuch um das Eis wickeln!

Basilikum: Hacken Sie ein paar Basilikumblätter und geben Sie sie auf die Stichstelle. Dann ein Taschentuch darüberlegen und einwirken lassen – stillt den Juckreiz und den Schmerz. Mit Petersilie klappt das übrigens auch ganz gut. Desinfizierend wirkt zudem Salbei.

Speichel: Wenn sonst nichts parat ist: Ein bisschen Spucke auf den Stich geben – das kühlt. Den Juckreiz können Sie zusätzlich reduzieren, wenn Sie noch ein bisschen Zucker mit dazugeben.

Gift neutralisieren

Warme Teebeutel oder heiße Löffel: Wärme über 40 bis 50 °C hilft mit am besten – denn Wespengift besteht zum Teil auf Eiweiß, und dieses wiederum wird bei Hitze gespalten bzw. "gerinnt", wenn es erhitzt wird – wie es auch beim Kochen von Eiern passiert. Das Gift wird damit zerstört und juckt nicht mehr so stark. Ein warmer Teebeutel, zum Beispiel mit Kamille, beruhigt zusätzlich. Oder Sie erhitzen einen Löffel mit warmem Wasser und halten ihn dann auf die Stelle. Aber vorsichtig testen! Verbrühen sollen Sie sich nicht. In Apotheken gibt es übrigens mittlerweile auch sogenannte Anti-Stich- oder Anti-Biss-Stifte, die lokal Wärme erzeugen und das Gift zerstören.

Wegerich: Spitz- und Blattwegerich wirkt antibakteriell und stillt gleichzeitig den Schmerz. Anzuwenden wie Basilikum.

Backpulver oder Natron: Ein weiteres Wespenstich-Hausmittel: Ein Teelöffel Backpulver oder Natron mit ein paar Tropfen Wasser zu einer Paste verrühren und für rund 10 Minuten auf den Stich geben: Das alkalische Gemisch neutralisiert das Gift, lässt die Schwellung zurückgehen und mindert Jucken und Pochen. Damit die Haut aber nicht zu sehr gereizt wird, sollten Sie die Anwendung nur alle paar Stunden wiederholen.

Natron kann aber noch mehr:

Haushaltstipps mit Natron

Kaum ein Mittelchen ist im Haushalt so vielseitig zu verwenden wie der Klassiker Natron! Natriumbicarbonat besser bekannt als Kaiser Natron, Bullrichsalz oder schlicht als Backtriebmittel, löst fast jedes Haushaltsproblem.

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Essig: Essig, eigentlich sauer, ebenso wie Wespengift, reagiert in Kontakt mit Wasser alkalisch. Mischen Sie sich also eine Essig-Wasser-Lösung an, tunken Sie ein sauberes Tuch ein und legen Sie dieses auf den Stich, um das Gift zu neutralisieren.

Entzündung hemmen

Zwiebel oder Knoblauch sowie Zitrone: Das Senföl in Zwiebeln und Knoblauch wirkt entzündungshemmend und antiallergen. Einfach eine Zwiebel aufschneiden oder eine Knoblauchzehe halbieren und über den Stich reiben. Mit Zitronen funktioniert das Ganze übrigens auch ganz gut.

Quark: Die Milchsäure im Quark wirkt entzündungshemmend – und frisch aus dem Kühlschrank kühlt das Milchprodukt auch noch angenehm. Quarkwickel helfen übrigens auch bei Sonnenbrand und diversen anderen Wehwehchen.

Honig: Kurzzeitig gegen den Schmerz kommen Sie auch mit Honig an. Einfach Honig auf die Stelle geben – wirkt entzündungshemmend.

Wer eine schwach ausgeprägte Allergie und noch leichte Antihistaminika in Tablettenform zuhause liegen hat, kann auch vorsichtig dazu greifen – leichte Antihistaminika sind frei in der Apotheke verkäuflich.

Im Allergiefall und bei Stichen im Mund: Ab zum Arzt oder Notarzt rufen!

Bei alldem gilt aber: Sind Sie Allergiker, egal ob mit schwacher oder ausgeprägter Wespengift-Allergie, sollten Sie auf Ihr Antiallergikum zurückgreifen oder – falls Sie ein solches noch nicht haben – schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Etwa, wenn der Stich stark anschwillt oder die Wespe gar an einer kritischen Stelle wie am Hals, Gesicht oder im Mund zugestochen hat.

In letzterem Fall, beim Stich im Mund heißt es: Notarzt rufen! Bleiben Sie aufrecht sitzen oder stehen, kühlen Sie die Stelle mit einem Eiswürfel. Nicht hinlegen oder etwas trinken!

Aussaugen sollten Sie das Gift nicht! Denn es könnte sich über die Schleimhäute im Körper verbreiten. Und im Falle einer Allergie kann allerhand im Körper passieren.

Übrigens: Die hier aufgeführten Wespenstich-Hausmittel via Naturheilkunde können auch bei anderen Insektenstichen helfen – zumindest bei der Schmerzlinderung. Was Sie sonst noch gegen hartnäckige Insektenstiche mit Hausmitteln ausrichten können und wie Sie mit Hausmitteln Zecken fernhalten, lesen Sie übrigens auch bei uns.

Andere Art der Hausmittel: Wespenstiche direkt vermeiden

Damit die Wespe gar nicht erst in Versuchung kommt, zuzustechen, sollten Sie sich die Mundpartie nach dem Essen im Freien feucht abwischen – vor allem Kindern. Oder Sie lenken die Flugtiere einfach mit etwas überreifem Obst ab. Am Esstisch auf der Terrasse hilft eine über dem Tisch aufgehängte, zerknüllte braune Papiertüte – die gaukelt den Wespen nämlich vor, dass hier schon ein anderer Stock sein Nest gebaut hat.

Das wohl hilfreichste Mittel gegen Wespenstiche ist aber Ruhe. Vermeiden Sie hektische Bewegungen oder Pusten – das könnte die Wespe provozieren. Bleiben Sie hingegen ruhig, macht sich das Tier normalerweise irgendwann selbst wieder davon.

Auf Wespenfallen oder andere Arten, die Tiere zu töten, sollten Sie aber verzichten, wenn Sie Ihren Geldbeutel schonen wollen. Denn auch wenn sie keinen Honig produzieren, bestäuben sie dennoch Blüten und fressen vor allem Pflanzen befallende Schädlinge – und daher stehen sie unter Naturschutz. Bis zu 50.000 Euro Strafe kann’s da geben.

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