09.05.2018

Schmerzhafte Hornhaut Hühneraugen: Ursachen & sinnvolle Behandlungen

Damit Ihre Füße wieder strahlen können: Hühneraugen lassen sich zum Glück gut behandeln – oder gar erst vermeiden.

Foto: iStock/Bill Oxford

Damit Ihre Füße wieder strahlen können: Hühneraugen lassen sich zum Glück gut behandeln – oder gar erst vermeiden.

Meistens wächst ein Hühnerauge auf dem Zeh, bevorzugt auf Höhe der Gelenke. Was schicke Schuhe mit Hühneraugen zu tun haben, und wie Sie die schmerzenden Stellen wieder loswerden.

Ein Hühnerauge, medizinisch Clavus, hat seinen Namen, weil es an ein Vogelauge erinnert. Hühneraugen sind rund, haben einen deutlichen, helleren Rand und einen dunkleren Kern, vergleichbar mit der Pupille eines Vogels. Deshalb wird das Hühnerauge auch manchmal als Krähen- oder Elsternauge bezeichnet. Bei Hühneraugen handelt es sich um eine Hornhautverdickung, die sich meistens an den Füßen bildet.

Hühneraugen: Die beiden wichtigsten Ursachen

Hühneraugen sind ein typisches Frauenproblem, Männer haben nur selten die unschönen, schmerzenden runden Hornhautstellen an den Füßen. Die Erklärung dafür ist einfach: Die Ursache von Hühneraugen sind meist zu enge oder falsch sitzende Schuhe. Wer gerne spitze Pumps trägt, die außerdem noch hochhackig sind, hat ein hohes Risiko, zwischen dem vierten und fünften Zeh oder auf dem Zeh neben dem großen Zeh eine solche Druckstelle zu bekommen.

Allerdings können auch Fußfehlstellungen schuld daran sein, dass sich ein Hühnerauge bildet. So sind neben falsch sitzenden Schuhen etwa Hammerzehen oder ein Ballen (Hallux valgus) Ursache.

Treten Hühneraugen an anderen Stellen des Fußes auf, etwa an der Fußsohle, kann ein Spreizfuß Ursache sein. Auch an Überbeinen an den Füßen bildet sich gerne Hornhaut durch zu viel Druck.

Symptome bei Hühneraugen – nicht mit Warzen verwechseln

Hühneraugen bilden sich an Hautstellen, die mechanisch stark beansprucht werden, also auf denen viel Druck und Reibung lasten. Durch diesen Reiz versucht die Haut, einen zusätzlichen Schutz aufzubauen. Sie steigert an dieser Stelle massiv die Produktion von Hornhaut bildenden Zellen. Die Haut verhornt punktuell also sehr stark. Dabei bildet sich in der Mitte dieser Verhornung ein zapfenförmiger Hornhautkeil, der ziemlich fest ist und in die Tiefe wächst. Je weiter sich dieser starre Keil nach unten bohrt, umso mehr schmerzt das Hühnerauge, weil es auf anderes Gewebe drückt.

Die wichtigsten Symptome von Hühneraugen sind also:

  • Runde Verhornung der Haut, der Durchmesser beträgt bis zu acht Millimetern.
  • Die Oberfläche ist gelblich, oft mit einem dunkleren Kern (Dorn, Keil).
  • Schmerzen: Je größer Hühneraugen sind, desto mehr Probleme bereiten sie.

Auf den ersten Blick wird ein Hühnerauge oft mit einer Warze verwechselt. Zwar entstehen sie ebenso wie Warzen oft an Stellen, die starker Reibung oder Druck ausgesetzt sind. Doch es gibt wichtige Unterschiede: Hühneraugen haben in der Mitte einen Hornhautkeil und damit einen deutlichen Kern, der Warzen fehlt. Dieser Keil wächst in die Tiefe. Warzen breiten sich dagegen eher oberflächlich aus und wachsen nach oben.

Außerdem werden Warzen oft von Viren ausgelöst, sind also ansteckend, sodass häufig mehrere Exemplare nebeneinander wachsen. Hühneraugen treten dagegen eher einzeln auf und reagieren, im Gegensatz zu den meisten Warzen, auf Druck sehr schmerzhaft.

Hühneraugen-Behandlung – was Sie selbst tun können

Wenn Sie merken, dass sich eine Hautstelle an den Füßen verdickt, hilft es oft bereits, auf enge und drückende Schuhe zu verzichten. Wer seinen Füßen bequeme Schuhe gönnt und sie jeden Abend badet und danach mit Hornhaut- und Schrundensalbe (Drogerie, Apotheke) pflegt, kann ein Hühnerauge dann manchmal noch verhindern.

Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch ein sogenannter Hühneraugenring. Dabei handelt es sich um ein rundes Druckschutzpolster mit einem Loch in der Mitte. Auf diese Weise wird die Stelle, an der das Hühnerauge wächst, entlastet.

Selbstbehandlung mit dem Hühneraugen-Pflaster

Die meisten versuchen, Hühneraugen erst einmal selbst zu behandeln. Mittel der Wahl bei einem bereits deutlich sichtbaren Hühnerauge ist das Hühneraugen-Pflaster (Apotheke). Die frei verkäuflichen Hühneraugen-Pflaster sind mit speziellen Chemikalien getränkt, die Hornhaut aufweichen können, sogenannten Keratolytika. Zu den Wirkstoffen zählen etwa Milchsäure oder Salizylsäure.

Die Anwendung von Hühneraugen-Pflastern:

  1. Nehmen Sie ein warmes Fußbad, damit das Hühnerauge bereits etwas aufweicht.
  2. Trocknen Sie dann die Füße gut ab und kleben Sie das Hühneraugen-Pflaster auf die Hornhautverdickung.
  3. Nach zwei Tagen Einwirkzeit lässt sich das Hühnerauge dann oft ganz einfach herausheben.

Doch Vorsicht: Die Wirkstoffe in Hühneraugen-Pflastern sind aggressiv und können gesunde, dünne Haut verletzen. Das Hühneraugen-Pflaster darf also nicht verrutschen.

Daneben werden diese Keratolytika auch als Stifte oder Tinktur angeboten. Behandeln Sie das Hühnerauge mit Hühneraugenstift oder -tinktur gemäß der Gebrauchsanweisung. Nach wenigen Tagen ist die Hornhautverdickung stark aufgeweicht und lässt sich unblutig und schmerzfrei herausheben oder abrubbeln.

Hühneraugen behandeln – die besten Hausmittel

Einen Versuch wert sind auch folgende Hausmittel, die bei einem kleinen Hühnerauge wirken können. Dazu gehören etwa:

  • Warmes Fußbad mit Kernseife oder Salz. Beide Badzusätze machen die Hornhaut weich. Nach etwa zehn Minuten die Füße mit einem Handtuch abtupfen und Hornhaut vorsichtig mit einem Bimsstein abrubbeln oder abschaben.
  • Oder zerstoßen Sie zwei Aspirin-Tabletten und verrühren Sie das Pulver mit ein paar Tropfen Zitronensaft zu einem Brei. Streichen Sie den Brei auf das Hühnerauge und lassen Sie ihn gut zehn Minuten einwirken. Dann die Auflage entfernen und, wenn das Hühnerauge richtig aufgequollen ist, vorsichtig herausheben.
  • Auch ein Pflaster aus einer Zitrone kann helfen, die Hornhaut aufzuweichen – aber vorsichtig sein, sonst greift die Säure die gesunde Haut zu sehr an.

Die wichtigste Regel lautet jedoch: Schneiden Sie niemals an einem Hühnerauge herum, versuchen Sie es also nicht mit spitzen Instrumenten herauszuholen. Dabei kann es zu Verletzungen kommen, und Infektionen drohen.

Hühnerauge vom Fachmann behandeln lassen

Vor allem Diabetiker, Rheumapatienten und Menschen mit Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis sollten Hühneraugen nur von einem Arzt oder medizinischen Fußpfleger (Podologen) entfernen lassen.

Das gilt auch für alle anderen, wenn das Hühnerauge hartnäckig oder größer sein sollte und die genannten Selbstbehandlungen erfolglos bleiben. Der Dermatologe oder Podologe entfernt ein Hühnerauge meist bereist in einer einzigen Sitzung. Dabei wird zuerst die Hornhaut in einem heißen Fußbad aufgeweicht. Der Fachmann besprüht danach den Hornhautkeil mit etwas Wasserstoffperoxid. Die Chemikalie löst den harten Kern, und der Arzt/Podologe kann ihn mit speziellen Geräten (Hohlfräser, Hohlmeißel, Zange, Fräser) meist problemlos herausholen.

Hühneraugen in Zukunft vermeiden

Wenn falsches Schuhwerk die Ursache für das Hühnerauge war, reicht es meist, in Zukunft auf passende, bequeme Schuhe auszuweichen – und es entsteht kein neues Hühnerauge. Anders sieht es aus, wenn Fuß- oder Zehenfehlstellungen schuld an den starken Verhornungen sind. Dann sollten Sie orthopädische Einlagen tragen, um nicht wieder Hühneraugen zu bekommen. Reicht die Fußkorrektur durch Einlagen nicht aus, kann eine Operation nötig werden, etwa bei ausgeprägten Ballenproblemen (Hallux Valgus). Wann eine Fussfehlstellung behandelt werden muss, lesen Sie hier.

Mit der richtigen Hautpflege lässt sich vielen Problemen Einhalt gebieten. Mehr finden Sie auf unserer Themenseite.

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