Aktualisiert: 30.06.2021 - 13:11

Pflege während Krebs-Therapie Die richtige Hautpflege während der Chemotherapie

Von

Redaktion

Während einer Chemotherapie benötigt die durch die Behandlung oft angegriffene Haut eine besondere Pflege. Unser Experte verrät mehr.

Foto: iStock.com/svega

Während einer Chemotherapie benötigt die durch die Behandlung oft angegriffene Haut eine besondere Pflege. Unser Experte verrät mehr.

Die Liste an Nebenwirkungen einer Chemotherapie ist lang – auch die Haut wird stark belastet. Ein Dermatologe erklärt, wie Krebspatient*innen ihre Haut während der Chemo richtig pflegen und schützen.

Anti-Krebs-Behandlungen belasten den ganzen Körper – besonders die Hautzellen. Hautrisse und Rötungen sind häufig die Folge, die Haut wirkt stellenweise dünn. Der Dermatologe Dr. Kai Rezai hat uns im Interview erklärt, welche Hautpflege während der Chemotherapie die richtige ist.

Warum die richtige Hautpflege während einer Chemotherapie so wichtig ist

BILD der FRAU: Viele Patient*innen mit Krebs führt der Weg vom Onkologen zum Dermatologen – ihre Haut wird durch die Chemotherapie extrem trocken. Warum?

Dr. Rezai: Die Chemotherapie hat große Auswirkungen auf den Körper. Denn es werden nicht nur lokal bösartige Zellen bekämpft, sondern systemisch – also über die großen Blutbahnen – der ganze Organismus therapiert.

Welche Folge hat das?

Zum einen wird das Immunsystem der Patient*innen stark geschwächt. Zum anderen werden auch gesunde Zellen geschädigt, die ein ähnlich schnelles Wachstum aufweisen wie Krebszellen. Zu diesen Zellen gehören auch Haut- und Schleimhautzellen. Neben der sehr trockenen und lipidarmen Haut liegt bei Betroffenen häufig eine gestörte Hautbarriere vor. Dies erleichtert das Eindringen von Krankheitserregern, die Infektionen mit Bakterien und Pilzen begünstigen.

Welche Hautstellen sind besonders betroffen?

Die starken Nebenwirkungen der Behandlung sind häufig an Hand-Innenflächen und Fußsohlen zu beobachten: schmerzhafte Hautrisse, starke Rötungen und Schwellungen.

So schützen und pflegen Betroffene ihre Haut

Auf was sollen Patient*innen bei der Hautpflege während der Chemotherapie achten?

Generell gilt es, Reizungen zu vermeiden. Daher sollte man auf Peelings verzichten. Zu empfehlen sind mild konservierte, parfümfreie Hautpflegeprodukte. Ein mildes Reinigungsmittel sowie lipidhaltige Cremes zur Stärkung der Hautbarriere bieten sich für die tägliche Pflege an.

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Was sollte beim Waschen beachtet werden?

Auf ausgiebige Bäder und langes oder heißes Duschen sollte man in der Zeit der Chemotherapie verzichten. Zur Reinigung am besten nur milde Syndets verwenden. Das sind seifenfreie Waschlotionen (Anm. d. Red., gibt es mittlerweile auch als Waschstücke in fester Form), deren pH-Wert dem der Haut entspricht. Beim Abtrocknen so wenig mechanische Reize wie möglich auslösen – die Haut lediglich abtupfen. Auch auf Nassrasuren und eng anliegende Kleidung lieber verzichten. Angenehm sind weit geschnittene Kleidungsstücke aus Bio-Baumwolle.

Wichtige Wirkstoffe für die Hautzellen

Während der anstrengenden Chemo-Therapie braucht die extrem trockene Haut eine Pflege, die Feuchtigkeit spendet. Lotionen mit den Wirkstoffen Palmitoylethanolamid und Rhamnosoft fördern zudem die Regeneration der gestörten Hautbarriere. Außerdem werden Entzündungen gelindert und die Haut stabilisiert.

Bei der Krebstherapie kommt es nicht nur auf die richtige Hautpflege an. Auch der Haarverlust nach der Chemotherapie ist ein großes Thema.

Schreckliche Diagnose und viele Fragen. Wie sicher ist eigentlich die Krebstherapie in Pandemie-Zeiten? Untersuchungen haben ferner ergeben, dass eine Brustamputation, eine Mastektomie, bei Krebs meistens unnötig ist.

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