08.05.2018

Pflege während Krebs-Therapie Die richtige Hautpflege während der Chemotherapie

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Erfahren Sie Wichtiges über die Hautpflege während der Chemotherapie.

Foto: iStock/DragonImages

Erfahren Sie Wichtiges über die Hautpflege während der Chemotherapie.

Die Liste an Nebenwirkungen einer Chemotherapie ist lang – auch die Haut wird stark belastet. Ein Dermatologe erklärt, wie KrebspatientInnen ihre Haut während der Chemo richtig pflegen und schützen.

Anti-Krebs-Behandlungen belasten den ganzen Körper – besonders die Hautzellen. Hautrisse und Rötungen sind häufig die Folge. Der Dermatologe Dr. Kai Rezai hat uns im Interview erklärt, welche Hautpflege während der Chemotherapie die richtige ist.

Warum die richtige Hautpflege während einer Chemotherapie so wichtig ist

BILD der FRAU: Viele Patientinnen mit Krebs führt der Weg vom Onkologen zum Dermatologen – ihre Haut wird durch die Chemotherapie extrem trocken. Warum?

Dr. Rezai: Die Chemotherapie hat große Auswirkungen auf den Körper. Denn es werden nicht nur lokal bösartige Zellen bekämpft, sondern systemisch – also über die großen Blutbahnen – der ganze Organismus therapiert.

Welche Folge hat das?

Zum einen wird das Immunsystem der Patientinnen stark geschwächt. Zum anderen werden auch gesunde Zellen geschädigt, die ein ähnlich schnelles Wachstum aufweisen wie Krebszellen. Zu diesen Zellen gehören auch Haut- und Schleimhautzellen. Neben der sehr trockenen und lipidarmen Haut liegt bei Betroffenen häufig eine gestörte Hautbarriere vor. Dies erleichtert das Eindringen von Krankheitserregern, die Infektionen mit Bakterien und Pilzen begünstigen.

Welche Hautstellen sind besonders betroffen?

Die starken Nebenwirkungen der Behandlung sind häufig an Handinnenflächen und Fußsohlen zu beobachten: schmerzhafte Hautrisse, starke Rötungen und Schwellungen.

So schützen & pflegen Betroffene ihre Haut

Auf was sollen PatientInnen bei der Hautpflege während der Chemotherapie achten?

Generell gilt es, Reizungen zu vermeiden. Daher sollte man auf Peelings verzichten. Zu empfehlen sind mild konservierte, parfümfreie Hautpflegeprodukte. Ein mildes Reinigungsmittel sowie lipidhaltige Cremes zur Stärkung der Hautbarriere bieten sich für die tägliche Pflege an.

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Was sollte beim Waschen beachtet werden?

Auf ausgiebige Bäder und langes oder heißes Duschen sollte man in der Zeit der Chemotherapie verzichten. Zur Reinigung am besten nur milde Syndets verwenden. Das sind seifenfreie Waschlotionen, deren pH-Wert dem der Haut entspricht. Beim Abtrocknen so wenig mechanische Reize wie möglich auslösen – die Haut lediglich abtupfen. Auch auf Nassrasuren und eng anliegende Kleidung lieber verzichten. Angenehm sind weit geschnittene Kleidungsstücke aus Bio-Baumwolle.

Wichtige Wirkstoffe für die Hautzellen

Während der anstrengenden Chemo-Therapie braucht die extrem trockene Haut eine Pflege, die Feuchtigkeit spendet. Lotionen mit den Wirkstoffen Palmitoylethanolamid und Rhamnosoft (z. B. BarrioPro von Dermasence, Apotheke) fördern zudem die Regeneration der gestörten Hautbarriere. Außerdem werden Entzündungen gelindert und die Haut stabilisiert.

Auf unseren entsprechenden Themenseite finden Sie weitere informative Ratgeber rund um verschiedene Krebserkrankungen, deren Symptome und Behandlungen sowie zur Hautpflege.

Dieses Interview zur richtigen Hautpflege während der Chemotherapie erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 16.

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