02.05.2018

Bing-Horton-Syndrom Clusterkopfschmerz – Ursachen, Symptome und Therapie

Plötzlich auftretende Schmerzen im Kopf, die immer wieder in Schüben kommen: Der Clusterkopfschmerz kann sehr belastend sein.

Foto: iStock/Vertigo3d

Plötzlich auftretende Schmerzen im Kopf, die immer wieder in Schüben kommen: Der Clusterkopfschmerz kann sehr belastend sein.

Clusterkopfschmerz tritt plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Wie Sie Clusterkopfschmerzen erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Clusterkopfschmerz ist eine spezielle Form von Kopfschmerzen. Der Name kommt vom englischen Wort Cluster für Haufen oder Büschel. Denn Clusterkopfschmerz tritt meistens gehäuft auf, was bedeutet, dass die Schmerzanfälle an mehreren Tagen und Wochen hintereinander immer wieder kommen. Danach kann eine Pause von mehreren Monaten eintreten.

Mindestens 120.000 Menschen in Deutschland leiden unter Clusterkopfschmerz, dabei dreimal so viele Männer wie Frauen. Warum das so ist, wurde noch nicht herausgefunden – wie auch vieles andere an dieser rätselhaften Form von starken Kopfschmerzen.

Ursachen für Clusterkopfschmerzen

Denn auch die Ursachen dieser heftigen Schmerzattacken bei Clusterkopfschmerzen sind noch nicht ganz geklärt. Vermutlich handelt es sich um eine Fehlregulation in einem bestimmten Bereich des Gehirns, dem Hypothalamus. Dieser Abschnitt des Gehirns regelt unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus. Das erklärt, warum Clusterkopfschmerzen häufig morgens oder kurz nach dem Einschlafen oder beim Jahreszeitenwechsel (Zeitumstellung!) auftreten.

Es gibt Hinweise darauf, dass auch die Gene eine Rolle spielen. In manchen Familien tritt Clusterkopfschmerz gehäuft auf.

Fest steht, dass es jedoch zahlreiche Faktoren gibt, die eine Clusterkopfschmerz-Attacke begünstigen. Das sind:

  • Nahrungsmittel und Getränke, die Histamin enthalten, deshalb wird Clusterkopfschmerz manchmal auch als "Histamin-Kopfschmerz" bezeichnet. Lebensmittel mit hohem Histamingehalt sind etwa Käse, Nüsse, Schokolade und alkoholische Getränke, dabei vor allem Bier, Wein und Sekt.
  • Flimmer- oder Flackerlicht
  • Höhenluft
  • körperliche Anstrengung
  • gefäßerweiternde Medikamente wie Nitrolingual (Nitrospray bei Angina pectoris)

Clusterkopfschmerz – das sind die typischen Symptome

Clusterkopfschmerzen treten meist episodisch auf. Das bedeutet, die starken Schmerzattacken kommen periodisch, mehrmals im Jahr und über einige Tage hinweg immer wieder und halten jeweils wenige Minuten bis zu drei Stunden an. Chronischer Clusterkopfschmerz, bei dem die Schmerzen ständig bestehen und das über ein Jahr lang, ist dagegen selten.

Doch was unterscheidet Clusterkopfschmerz von anderen Formen der Kopfschmerzen? Clusterkopfschmerz ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:

  1. Die Schmerzen kommen plötzlich und betreffen immer nur eine Seite des Kopfes, dabei vor allem Schläfe und/oder Auge.
  2. Der Schmerz wird als scharf beschrieben, als würde ein Messer in den Kopf fahren.
  3. Zusätzlich kann auf der betroffenen Kopfseite das Auge rot werden, tränen und die Nase laufen.

Clusterkopfschmerz – Behandlungsmöglichkeiten zur Therapie und zur Vorbeugung

Gegen Clusterkopfschmerz, aber auch gegen andere Schmerzen stehen übrigens acht neue Therapien zur Verfügung. Voraussetzung ist immer eine genaue Abklärung der Schmerzen durch den Arzt, am besten einen Neurologen. Die Symptome bei Clusterkopfschmerz sind zwar meist eindeutig, trotzdem sollten andere Ursachen, etwa ein Hirntumor ausgeschlossen werden.

Steht die Diagnose Clusterkopfschmerz fest, kann gemäß der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie der Arzt separate Medikamente zur Vorbeugung oder zur Behandlung verschreiben.

Therapie des akuten Clusterkopfschmerz:

  • Sauerstoffinhalation über eine Gesichtsmaske. Diese Therapie wirkt bei fast 80 Prozent der Clusterkopfschmerz-Patienten sehr gut.
  • Triptane (Wirkstoffe, die auch zur Migränebehandlung verordnet werden)
  • Lidocain (Lokalanästhetikum) als Nasenspray

Medikamente, zur Prophylaxe von Clusterkopfschmerz:

  • Kortison
  • Verapamil (Kalziumantagonist, wird auch zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt)
  • Lithium (Mittel gegen Depressionen)

Vorbeugend gegen Clusterkopfschmerz hilft auch, Dinge wie grelles Licht, Alkohol oder Rauchen zu meiden. Diese vorbeugenden Maßnahmen helfen unter anderem auch bei Migräne und anderen Schmerzgründen.

Clusterkopfschmerz sollte also keiner ertragen, sondern auf jeden Fall vom Arzt abklären und behandeln lassen. Selbstmedikation ist hierbei sinnlos, weil die frei verkäuflichen Kopfschmerzmittel hier wenig ausrichten.

Nicht immer übrigens ist ganz klar, um welche Art von Kopfschmerz es sich handelt. Wie das herausgefunden werden kann, dazu weiß unser Experte Dr. Wimmer mehr:

Dr. Wimmer: Neues gegen Kopfschmerzen

270 – Ungefähr so viele verschiedene Arten von Kopfschmerzen gibt es. Wer öfter darunter leidet, weiß, wie unangenehm und anstrengend sie sein können. Je nachdem, um welche Art Kopfschmerz es sich handelt, unterscheidet sich auch die Behandlung. Inzwischen kamen einige neue Methoden zur Schmerzlinderung hinzu. Welche das sind, verrät Dr. Wimmer im Video.

BdF Dr. Wimmer über Kopfschmerzen

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