27.04.2018

Aphten, Hand-Fuß-Mund und mehr Entzündungen im Mund – Ursachen und Behandlung

Entzündungen im Mund können auch nach außen strahlen. Verschiedenste Ursachen sind für Erkrankungen der Schleimhaut & Co. verantwortlich.

Foto: iStock/PeopleImages

Entzündungen im Mund können auch nach außen strahlen. Verschiedenste Ursachen sind für Erkrankungen der Schleimhaut & Co. verantwortlich.

Wund im Mund, Entzündungen an Zahnfleisch, Gaumen und Wangeninnenseiten – oft fehlt es nur an einem einzigen Nährstoff, aber hinter den Entzündungen im Mund kann auch eine ernste Krankheit stecken.

Entzündungen im Mund sind mehr als lästig. Sie schmerzen, und vor allem beim Essen und Trinken werden die entzündeten Stellen zusätzlich gereizt. In erster Linie betreffen Entzündungen im Mund die Mundschleimhaut, die den gesamten Mundraum auskleidet und das Zahnfleisch bedeckt. Dabei können Entzündungen im Mund ganz unterschiedlich sein. Manchmal ist nur eine kleine Stelle etwas wund, in anderen Fällen bilden sich schmerzhafte Pusteln oder großflächige Schleimhautveränderungen, die jucken, brennen, schmerzen oder nässen. Auch Viruserkrankungen wie die Hand-Fuß-Mund-Krankheit führen zu entzündeten Mundschleimhäuten.

Entzündungen im Mund – besonders häufig sind Aphten

Viele kennen in diesem Zusammenhang etwa Aphten, jeder fünfte ist mindestens einmal im Leben davon betroffen. Aphten sind kleine Bläschen, die sich einzeln oder in größerer Anzahl auf Zahnfleisch, Gaumen, Zunge oder Mundhöhle bilden können. Die Ursache für die schmerzhaften Aphten ist noch nicht bekannt, vermutlich spielen Viren oder Bakterien eine Rolle. Aber auch Eisenmangel könnte schuld an den Pusteln sein.

Aphten können nur einen Millimeter klein sein, aber auch bis zu drei Zentimeter groß werden. Solche großen Exemplare sollten Sie auf jeden Fall von Ihrem Zahnarzt abklären lassen. Meistens sind Aphten jedoch klein und heilen von selbst nach etwa einer Woche wieder ab.

Behandeln können Sie Aphten etwa mit medizinischen Mundspülungen aus der Apotheke. Damit lässt sich verhindern, dass sich die Bläschen weiter entzünden. Als Hausmittel gegen Aphten hat sich Abtupfen mit Kamillenextrakt bewährt. Die Heilpflanze trocknet das Bläschen aus und fördert das Abheilen.

Mundschleimhautentzündung als Warnsignal für eine schwere Erkrankung

Im Falle von Aphten sind die Entzündungen im Mund also eher harmlos. Manchmal handelt es sich bei der Mundschleimhautentzündung jedoch um eine schwerwiegende Erkrankung. Die häufigsten sind:

  • Mundsoor
  • Mundfäule
  • Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Alle diese drei Formen der Mundschleimhautentzündungen sind Krankheiten, die Sie nicht selbst behandeln sollten. Sie müssen von einem Arzt sorgfältig diagnostiziert und behandelt werden.

Mundsoor – Symptome und Behandlung

Bei Mundsoor handelt es sich um eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut. Auslöser sind Hefepilze wie Candida albicans. Oft ist nicht nur die Mundschleimhaut, sondern auch die Zunge befallen. Die Anzeichen von Mundsoor: Mundschleimhaut und/oder Zunge sind gerötet, ein weißer Belag hat sich darauf gebildet. Der gesamte Mundraum fühlt sich etwas pelzig an, auffallender Mundgeruch entsteht.

Mundsoor tritt vor allem dann auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist, also etwa im Anschluss an einen schweren Infekt wie beispielsweise eine Grippe, aber auch als Nebenwirkung einer Antibiotika-Therapie. Außerdem sind Babys besonders gefährdet, an Mundsoor zu erkranken, weil ihr Immunsystem noch nicht richtig ausgebildet ist.

Zur Behandlung von Mundsoor verschreibt der Arzt spezielle Antipilzmittel, etwa mit den Wirkstoffen Nystatin oder Amphotericin, meist in Form einer Mundspüllösung.

Mundfäule – Symptome und Behandlung

Auslöser für die Mundfäule als eine Form der Mundschleimhautentzündung ist das Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1, das übrigens auch die schmerzhaften Lippenbläschen verursacht. Bei einer Infektion mit Herpesviren im Mund tritt zuerst Müdigkeit auf, auch hohes Fieber ist möglich. Nach wenigen Tagen zeigen sich dann die deutlichen Anzeichen der Mundfäule: Es bilden sich stark schmerzende Bläschen, die in wenigen Tagen reifen und dann aufplatzen. Diese Bläschen sehen so ähnlich wie Aphten aus, schmerzen jedoch wesentlich mehr. Typisch für Mundfäule ist auch das allgemeine Krankheitsgefühl.

Normalerweise heilt Mundfäule zwar nach etwa drei Wochen von selbst wieder ab. Allerdings ist die Krankheit sehr ansteckend und außerdem sind die Beschwerden meist ausgeprägt. Ärztliche Behandlung ist deshalb wichtig Der Arzt kann gegen Mundfäule Medikamente verschreiben, die gegen die Herpesviren wirken, etwa Aciclovir.

Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter

 

Hand-Fuß-Mund-Krankheit – Symptome und Behandlung

Auch die sogenannte Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist sehr ansteckend. Auslöser sind Enteroviren, etwa das Coxsackie-A-Virus, das auch die Sommergrippe verursacht. Die Krankheit kann ziemlich schmerzhaft verlaufen, lässt sich aber gut behandeln. Dennoch ist aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr Vorsicht geboten.

Bevor die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ausbricht, kommt es zu grippeartigen Beschwerden mit Halsschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Etwa 30 Stunden nach diesen ersten Symptomen treten weitere Anzeichen auf: Kleine rote Flecken bilden sich auf der Mundschleimhaut als Entzündungen im Mund sowie auf den Innenflächen von Händen und Füßen (daher auch der Name der Krankheit), die sich zu Bläschen entwickeln. Diese Bläschen nässen, und das austretende Sekret ist infektiös. Kommt es mit anderen Hautstellen in Berührung, bilden sich dort ebenfalls Bläschen.

Die Behandlung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit zielt vor allem auf die Linderung der Symptome ab. Ärzte empfehlen Schmerzmittel, die auch das Fieber senken, wie etwa Paracetamol oder Acetylsalicylsäure. Auch schmerzlindernde Tinkturen mit Lidocain zur lokalen Behandlung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind sinnvoll. Als Hausmittel eignen sich Tinkturen mit Kamille, Thymian und Melisse.

Es ist auch wichtig, dem Erkrankten – meist sind Kinder betroffen – viel zu trinken zu geben. Auch sollten Speisen nicht zu stark gewürzt werden.

Bei Neugeborenen kann die Krankheit schwerer verlaufen. Sie sollten also erkrankte Menschen von Neugeborenen fernhalten. Auch Schwangere sollten aufpassen, vor allem wenn sie kurz vor der Geburt stehen. Gründliches Händewaschen ist auch hier das A und O.

Allergien und Unverträglichkeiten als Ursache für Entzündungen im Mund

Mundschleimhautentzündungen können jedoch auch andere Auslöser haben. So zeigen sich etwa Allergien und Unverträglichkeiten auf bestimmte Nahrungsmittel mit Wundsein und/oder Bläschenbildung. Hier spielen vor allem Zitrusfrüchte eine Rolle. Letztlich kommen aber alle Lebensmittel mit Allergiepotenzial in Frage, etwa Tomaten, Fisch, Milchprodukte.

Nicht übersehen werden darf daneben eine Metallunverträglichkeit als Ursache für Entzündungen im Mund. Zahnersatz und Zahnfüllungen bestehen häufig aus Metalllegierungen, die durch das feuchte Milieu im Mundraum winzigste Mengen an Metall abgeben können. Viele Menschen reagieren darauf mit Mundschleimhautentzündung.

Wer ständig kleine Entzündungsherde im Mund beobachtet, sollte deshalb auch an Allergien auf bestimmte Lebensmittel, aber auch Bestandteile vom Zahnersatz denken.

Mundschleimhautentzündung – Anzeichen für Nährstoffmangel

Es kommt jedoch nicht nur auf das allergische Potenzial eines Lebensmittels an, auch die Menge und Zusammensetzung der Nahrung kann bei Entzündungen im Mund ausschlaggebend sein. Dabei kann nicht nur ein Eisenmangel Aphten und wunde Stellen im Mund hervorrufen. Vor allem der Mangel an Vitamin A, B-Vitaminen und Vitamin C zieht Entzündungen der Mundschleimhaut nach sich. Gefährdet sind vor allem Menschen, die eine Diät einhalten oder sich allgemein einseitig ernähren, etwa ausschließlich mit Fast Food.

Mangelnde Mundhygiene führt zu Entzündungen im Mund

Nicht zuletzt kann schlechte oder mangelnde Hygiene Ursache für Bläschen und rote, wunde Stellen im Mund sein. Bei Karies, Plaque und Zahnstein vermehren sich Bakterien immer weiter und greifen auch die Mundschleimhaut an. Nur sorgfältige Zahnhygiene kann das verhindern.

Zur Mundhygiene gehört auch, Zahnspangen und Zahnersatz täglich gründlich zu reinigen. Sonst vermehren sich darauf Keime massiv und infizieren immer wieder aufs Neue die Mundhöhle.

In diesem Zusammenhang darf auch das Rauchen nicht übersehen werden. Die Mundflora von Rauchern ist geschädigt: Die Menge von150 Arten gefährlicher Bakterien ist erhöht, dagegen die von nützlichen Keimen viel geringer als die bei Nichtrauchern, wie Studien zeigen.

Die toxischen Stoffe im Rauch schädigen die Mundschleimhaut, führen zu Entzündungen und können sogar Mund- und Zungenkrebs auslösen. Raucher sollten deshalb auch in Hinblick auf eine gesunde Mundschleimhaut ihre Sucht möglichst rasch besiegen und mit dem Rauchen aufhören.

Seite