Aktualisiert: 10.12.2020 - 13:14

Zu häufiges Schnäuzen schadet Bei Erkältung oder Grippe: So bekämpfen Sie die wunde Nase

Eine wunde Nase entsteht unter anderem durch mechanische Reizung – zum Beispiel bei häufigem Naseputzen.

Foto: iStock/PeopleImages

Eine wunde Nase entsteht unter anderem durch mechanische Reizung – zum Beispiel bei häufigem Naseputzen.

Gereizt, gerötet, brennend: Eine wunde Nase ist lästig. Gerade in der kalten Jahreszeit zieht man sie sich jedoch schnell im Zuge einer Erkältung oder Grippe zu. Expertin Dr. Katharina Stölzel erklärt, wie Sie die Symptome bekämpfen.

Die Haut rund um Nase und Nasenflügel brennt, ist gereizt und gerötet. Die Oberlippe ist trocken und wund. Ein ständiges Kitzeln in der Nase und das Gefühl, sofort niesen zu müssen. Ganz klar: Eine wunde Nase gehört zu den unangenehmsten Begleiterscheinungen einer Erkältung. Und gerade in der kalten Jahreszeit bleibt kaum einer verschont.

Doch wie entsteht eine wunde Nase überhaupt? Lässt sich dieser unangenehme Zustand irgendwie vermeiden? Und wie schützt man die Nase am besten, wenn Sie bereits gerötet und wund ist?

Wunde Nase durch häufiges Naseschnauben

BILD der FRAU hat Dr. Katharina Stölzel gefragt. Sie ist geschäftsführende Oberärztin der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde an der Charité in Berlin. Sie hat gerade zu dieser Jahreszeit mit vielen Patienten zu tun, denen wunde Nasen zu schaffen machen, und weiß, wie eine wunde Nase überhaupt erst entsteht: "Eigentlich hat die innere Nase eine gute Schutzschicht, die von der Schleimhaut selbst gebildet wird. Das ist ein dünnes zähes Sekret, das vor Bakterien, kleinen Umweltpartikeln und Allergenen und auch die mit Flimmerhärchen ausgestattete Schleimhaut schützt", erklärt Dr. Stölzel.

Doch durch mechanische Irritation wie Naseputzen oder spezifische Erkrankungen der Nase werde die natürliche Nasenflora gestört. Dr. Stölzel: "Die zarte Schleimhaut, die im Gegensatz zur normalen Haut keine schützende Hornschicht hat, wird durchlässig." Das Resultat ist schmerzhaft und unangenehm: Es kommt zu Rötung, Schwellung, kleinen Blutungen und Schmerzen.

Bei Allergikern führe der Kontakt der Pollen, die im Frühjahr herumfliegen, mit der Nasenschleimhaut zu einer Ausschüttung von Histamin, so Dr. Stölzel. Die erhöhte Ausschüttung des körpereigenen Eiweißes bewirkt schließlich die unangenehmen Symptome wie Rötung, Schwellung, Juck- und Niesreiz sowie vermehrte Sekret-Bildung, also eine laufende Nase.

Pflegendes Nasenspray vorbeugend nehmen

Menschen mit Erkältung spüren überdies noch Schmerzen im Nasenbereich. "Meistens sind Viren Schuld, die zur Dysregulation führen. Später können Bakterien dazukommen", sagt Dr. Stölzel. Im Winter macht die trockene Heizungsluft die Nasenschleimhaut besonders anfällig, im Sommer tut die Klimaanlage ein Übriges.

Mit einer laufenden Nase fühlt man sich schnell krank. Wenn dann noch andere Symptome dazukommen, ist schnell die Frage, ob Grippe oder Erkältung vorliegt. Eine wunde Nase können Sie bei beidem bekommen. Oder ist es im schlimmsten Fall doch Corona?

Wie ist die wunde Nase zu vermeiden? Die Antwort ist enttäuschend: eigentlich gar nicht. Denn bei Schnupfen muss man nun mal die Nase schnauben, diese mechanische Irritation führt zur Entzündung und dem unangenehmen Gefühl. Dr. Katharina Stölzel empfiehlt Personen, die zur wunden Nase neigen, regelmäßig ein schonendes, salzhaltiges Nasenspray einzunehmen oder Bepanthen-haltige Wund- und Heilsalben zu verwenden.

Doch Nasenspray ist nicht gleich Nasenspray. Bei Erkältung hilft ein abschwellendes Nasenspray mit Soforteffekt, so Dr. Stölzel. Dieses darf aber maximal eine Woche lang eingenommen werden – zu groß ist sonst die Gefahr, dass man sich an das Spray gewöhnt. Ein rein pflegendes Panthenol-Nasenspray könne dagegen ohne Begrenzung eingenommen werden, sagt die Expertin.

Hände weg von Nasenöl!

Auch Tabletten mit ätherischen Ölen würden für Linderung sorgen. Von Nasenöl dagegen rät Dr. Stölzel ab: Denn bei einer Verschleppung der Erkältung in die unteren Atemwege drohen durch Nasenöl-Gebrauch Komplikationen – bis hin zu einer Lungenentzündung.

"Ansonsten sind für Allergiker die frei verkäuflichen Heuschnupfensprays zu empfehlen", sagt Dr. Stölzel. "Sie enthalten Cortison, das nur in der Nase wirkt und die Reaktionen der Schleimhaut unterdrückt." Vorteil: Diese Sprays hätten kaum Nebenwirkungen. Doch den Heuschnupfen mit seinen lästigen Symptomen nur auf eigene Faust zu behandeln, hält die Expertin nicht für sinnvoll: "Eine Vorstellung beim Allergologen zur Klärung, ob eine Immuntherapie zur langfristigen Linderung sinnvoll ist, sollte unbedingt erfolgen."

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Winterzeit ist Erkältungszeit. Gerade in dieser Erkältungssaison bereiten schon leichte Symptome eines Infekts aber schnell Unbehagen. Wer beim ersten Kratzen im Hals schnell reagiert, kann die Selbstheilungskräfte des Körpers oft noch rechtzeitig aktivieren.

Das beste Mittel gegen eine wunde Nase, ist es natürlich gar nicht erst krank zu werden. Momentan sind alle angehalten, Abstand zu wahren, Hygiene zu beachten und Alltagsmaske zu tragen – zum Schutz gegen Corona. Doch bringt das auch was gegen Grippe und Erkältung?

Wie fängt man sich eine Erkältung eigentlich ein? Der Name scheint's zu sagen: Zu lange in der Kälte gewesen – und schon hat man eine Erkältung? Das stimmt so nicht – denn da braucht es zwingend noch etwas anderes!

Es hat Sie gesundheitlich schon wieder erwischt? Wissenswertes finden Sie auf unserer Themenseite Erkältung.

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