21.08.2018

Infektion Wann eine Blasenentzündung ansteckend sein kann

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Von Blasenentzündungen sind vor allem Frauen betroffen. Achten Sie stets darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um Erreger und Bakterien aus der Harnröhre zu spülen. Aber können wir uns eigentlich mit einer Blasenentzündung anstecken?

Foto: iStock/elenaleonova

Von Blasenentzündungen sind vor allem Frauen betroffen. Achten Sie stets darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um Erreger und Bakterien aus der Harnröhre zu spülen. Aber können wir uns eigentlich mit einer Blasenentzündung anstecken?

Sie ist lästig und potenziell gefährlich. Aber ist eine Blasenentzündung ansteckend? Mit diesen Tipps schützen Sie sich vor einer Infektion.

Nicht schon wieder: Wer einmal das "Vergnügen" mit einer Blasenentzündung hatte, kann auf die Fortsetzung liebend gern verzichten. Leider betreffen Harnwegsinfektionen sehr viel häufiger Frauen als Männer. Sie besitzen einen anatomischen Nachteil gegenüber Männern: Ihre Harnröhre ist kürzer. Zudem liegen After und Harnröhre näher beieinander. All das begünstigt Harnwegsinfektionen. Ist jemand in der Familie oder eine Kollegin an einer Harnwegsinfektion erkrankt, kommt womöglich schnell der Gedanke auf: Kann ich mich mit einer Blasenentzündung anstecken? Das ist möglich, aber vermutlich auf eine andere Art, als Sie zunächst glauben. Lesen Sie hier mehr.

Kann eine Blasenentzündung ansteckend sein?

Es ist eher unwahrscheinlich, dass eine Blasenentzündung direkt über eine verunreinigte Klobrille übertragen wird. Eher möglich ist es hingegen, dass sich eine erkrankte Frau nach dem Toilettengang die Hände nicht gründlich genug wäscht. Sie könnte dann die Darmbakterien (vor allem Escherichia coli) auf Handtuch oder Türklinke übertragen. Die Erreger gelangen von dort möglicherweise auf die Hände einer anderen Frau, die sich beim Hantieren im Intimbereich infiziert. Betroffene sollten daher besonders auf Hygiene achten und sich nach jedem Toilettengang sorgfältig die Hände mit Seife waschen.

Neben Darmbakterien kommen weitere Krankheitserreger als Verursacher infrage. Dazu gehören unter anderem Hefepilze, bestimmte Viren und andere Bakterienarten wie Staphylokokken oder Proteus mirabilis.

Eine Blasenentzündung kann ferner durch sexuell übertragbare Erreger ausgelöst werden. Hierzu zählen Gonokokken (Erreger der Geschlechtskrankheit Tripper beziehungsweise Gonorrhoe) sowie Chlamydien. Letztere können chronische Entzündungen von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken verursachen. Ist die Blasenentzündung auf sexuell übertragbare Erreger zurückzuführen, ist es wichtig, den Sexualpartner ebenfalls zu behandeln. Auf diese Weise kann es vermieden werden, sich erneut mit der Blasenentzündung anzustecken. Es kann außerdem nicht schaden, sich immer mal auf sexuell übertragbare Krankheiten untersuchen zu lassen.

Weitere Ursachen für eine Blasenentzündung

In den meisten Fällen haben sich Betroffene nicht mit den Erregern einer Blasenentzündung angesteckt. Vielmehr erfolgt die Infektion von einem selbst. Im Darm kommen natürlicherweise Bakterien vor, die dort keinen Schaden anrichten. Gelangen sie aber vom Darmausgang in die Harnröhre, vermehren sie sich stark und steigen im Körper nach oben auf. Die Folge: Das Gewebe entzündet sich.

Der Körper verfügt über natürliche Mechanismen, um Harnwegsinfektionen abzuwehren. Das saure Milieu in der Scheide verhindert das Eindringen von Bakterien und schützt auch den Eingang der Harnröhre. Zudem werden Erreger beim Wasserlassen ausgespült und damit ihr Festsetzen in der Harnröhre verhindert. Dass dieser natürliche Schutz versagt, kann diverse Ursachen haben:

  • Ein geschwächtes Immunsystem (durch Diabetes, Stress, Medikamente, körperliche Überbelastung)
  • Hormonelle Veränderungen: wenig Östrogen (etwa in den Wechseljahren) verringert die Zahl der Laktobazillen, die in der Scheide für die saure Schutzfunktion sorgen
  • Übertriebene Intimhygiene: Zu viel Seife oder Intimwaschlotion kann die natürliche Schutzfunktion der Schleimhäute schwächen
  • Geringe Flüssigkeitszufuhr: Wird zu wenig getrunken, werden die Harnwege nicht ausreichend gespült
  • Häufiger Sex: Er kann die Schleimhäute in der Scheide reizen und deren natürliche Schutzfunktion mindern; diese Art der Blasenentzündung tritt häufig bei frischvermählten Frauen auf – sie trägt deshalb den Namen "Honeymoon-Cystitis" (Flitterwochen-Zystitis)
  • Grunderkrankungen (Nierensteine) oder Fehlbildungen des Harntrakts (zu kurze oder zu enge Harnröhre)
  • Katheter: Ein Schlauch in der Harnröhre erhöht das Risiko einer Infektion

Fakt ist: Durch die vielen Erkrankungswege kommt die Blasenentzündung auch oft vor. Ob sie zu den 30 am häufigsten diagnostiziertesten Krankheiten in Deutschland gehört, erfahren Sie in dieser Galerie:

Tipps gegen Blasenentzündung

Zu den lästigen Symptomen einer Blasenentzündung gehören ständiger Harndrang und brennender Schmerz beim Wasserlassen. In schwereren Fällen können die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden. In den meisten Fällen beschränkt sich die Blasenentzündung aber auf die unteren Harnwege. Diese Form lässt sich gut mit Antibiotika behandeln und heilt meist ohne Folgeschäden aus. Bei einer Entzündung der Harnblase ist von Zystitis die Rede. Die Infektion der Harnröhre heißt im Fachjargon Urethritis. Die Blasenentzündung kann sich aber auch auf die oberen Harnwege (Harnleiter und Nieren) erstrecken.

Mit diesem Tipps können Sie eine Blasenentzündung vorbeugen:

  1. Gynäkologen warnen vor übertriebener Intimhygiene, da diese den natürlichen Säureschutzmantel beeinträchtigt. Sie raten dazu, die äußeren Genitalien nur mit klarem Wasser zu säubern. Muss es doch ein Reinigungsprodukt sein, sollten ausschließlich pH-neutrale, unparfümierte Produkte verwendet werden.
  2. Wichtig ist bei jedem Toilettengang die richtige "Wischtechnik": Immer von der Scheide zum After. Auf diese Weise werden keine Bakterien eingeschleppt.
  3. Achten Sie darauf, genügend zu trinken. Das spült Erreger aus der Harnröhre. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät Erwachsenen, täglich rund 1,5 Liter zu trinken.
  4. Bei häufigem Sex ist es ratsam, nach jedem Geschlechtsverkehr die Blase zu entleeren.
  5. Achten Sie generell darauf, sich stets gründlich die Hände zu waschen. Das bedeutet: Rund 20 bis 30 Sekunden lang die Hände inklusive Fingernägeln und Fingerzwischenräumen gut einseifen. Zum Abtrocknen ein sauberes Handtuch benutzen. So schützen Sie sich gegen Infektionen aller Art.
  6. Leiden Sie häufiger als dreimal im Jahr an der Infektion, also an einer chronischen Blasenentzündung? Dann ist möglicherweise eine sogenannte Antibiotikaprophylaxe empfehlenswert. Bei dieser Vorsorgemaßnahme erhält die Patientin nur ein Viertel oder ein Achtel der üblichen Dosis an Antibiotika. Wenden Sie sich dazu am besten an Ihren behandelnden Hausarzt.

Konnten Sie es nicht vermeiden, sich mit einer Blasenentzündung anzustecken oder selber zu infizieren? Entdecken Sie diese wirksamen Hausmittel gegen Blasenentzündung.

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