11.04.2018

Gestresst, erschöpft, unruhig? Aktuelle Studie: Jeder Zweite fühlt sich von Burnout bedroht

Laut einer aktuellen Studie leiden viele Deutsche gelegentlich unter Schlafstörungen, innerer Unruhe und anhaltender Erschöpfung – typische Anzeichen eines Burnouts.

Foto: iStock / valentinrussanov

Laut einer aktuellen Studie leiden viele Deutsche gelegentlich unter Schlafstörungen, innerer Unruhe und anhaltender Erschöpfung – typische Anzeichen eines Burnouts.

Stress im Job, ständige Erreichbarkeit und Zukunftssorgen: Jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland fürchtet das Risiko eines Burnouts. Mehr als die Hälfte der Befragten zeigt bereits die dafür typischen Symptome. Das zeigt eine repräsentative Studie der pronova BKK.

Das Risiko, ein Burnout zu erleiden, steigt. Das zeigt eine aktuelle Studie der pronova BKK, an der bundesweit 1650 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer teilnahmen.

Laut der Studie treten bei mehr als der Hälfte der Befragten zumindest gelegentlich die für ein Burnout typischen Symptome auf. Diese äußern sich vor allem in:

  • anhaltender Erschöpfung
  • innerer Anspannung
  • Lustlosigkeit
  • Schlafstörungen und
  • Rückenschmerzen.

Burnout: Stress im Beruf führt zu psychischer Belastung

Als Hauptgründe für die physische und psychische Erschöpfung nennt eine deutliche Mehrheit Stress im Beruf. Ausgelöst werde der vor allem durch steigenden Leistungsdruck, emotionalen Stress, Überstunden, Termindruck oder ein schlechtes Arbeitsklima. "Die meisten Berufstätigen fühlen sich von Abgabeterminen, Kunden- und Chefwünschen unter Druck gesetzt. Im Gegensatz zu Notärzten und Fluglotsen gibt es aber für viele Büroangestellte kaum einen realen Grund für extremen Zeitdruck", erklärt Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK.

Gefragt sei hier sowohl die Initiative von Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern. So müssten regenerierende Pausenzeiten unbedingt eingehalten werden. Außerdem sollten Berufstätige stärker auf die Signale ihres Körpers hören: Die Zahl derjenigen, die trotz psychischer Belastung zur Arbeit gingen, ist im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozentpunkte gestiegen, von 29 Prozent auf jetzt 35 Prozent.

Darum droht Burnout auch immer mehr berufstätigen Frauen..

Angst vor Digitalisierung

Für Zukunftsängste sorgt auch die zunehmende Digitalisierung, der sich viele Arbeitnehmer nicht gewappnet fühlen. 15 Prozent der Befragten sorgt sich laut der Studie um den Wegfall ihres Arbeitsplatzes durch Roboter und Computer.

Fortschritte gibt es immerhin im Zusammenhang mit modernen Kommunikationsmedien. Die Aufmerksamkeit für einen richtigen und bewussten Umgang mit Smartphones & Co., etwa durch bewusste Medien-Auszeiten, steigt. Im Vergleich zum Vorjahr hat dieser Stressfaktor um fünf Prozentpunkte abgenommen.

Zusatzdiagnose Burnout

Insgesamt bewerten dennoch 50 Prozent der Befragten das konkrete Risiko, ein Burnout zu erleiden, als mäßig bis hoch. Jeder siebte befürchtet sogar, völlig auszubrennen.

Ein Burnout ist kein eigenständiges medizinisches Krankheitsbild, sondern tritt oft in Kombination mit anderen Erkrankungen wie Depressionen auf. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit mehr als 300 Millionen Menschen unter Depressionen – Tendenz steigend.

Wird eine depressive Erkrankung früh erkannt, sind die Behandlungsmöglichkeiten gut. Betroffene finden zum Beispiel Hilfe beim kostenlosen Info-Telefon Depression unter 0800 / 33 44 533.

Umfangreiche Informationen zu Depressionen und Burnout finden Sie außerdem auf unserer Themenseite. Testen Sie außerdem hier, wie gefährdet Sie für ein Burnout sind.

Seite