06.04.2018

Rückenschmerzen Bandscheibenvorfall mit oder ohne OP behandeln

Wenn die Rückenschmerzen zuschlagen, kann es ein Bandscheibenvorfall sein. Behandeln sollten Sie ihn – aber wie?

Foto: iStock/Juanmonino

Wenn die Rückenschmerzen zuschlagen, kann es ein Bandscheibenvorfall sein. Behandeln sollten Sie ihn – aber wie?

Ein Bandscheibenvorfall verursacht starke Schmerzen. Was Sie über die Behandlungen wissen sollten, welche Medikamente, Therapien und Operationen empfehlenswert sind – das erfahren Sie hier.

Schmerzhaft: Oft ist beim Bandscheibenvorfall eine Behandlung nötig. Welche Möglichkeiten es dort mittlerweile gibt, verraten wir Ihnen hier.

Zuerst die gute Nachricht: In vielen Fällen "heilt" der Körper einen Bandscheibenvorfall selbst. Das bedeutet, nach sechs bis zwölf Wochen verschwinden die Beschwerden wieder – ohne Behandlung. Die Bandscheibe bewegt sich dabei von selbst wieder an die richtige Stelle oder das umliegende Gewebe beruhigt sich. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Bandscheibenvorfall nicht stark ausgeprägt war.

Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass in allen anderen Fällen die Schmerzen so stark sein können, dass sie die Beweglichkeit einschränken. Zusätzlich führt eine Schonhaltung – also eine verkrampfte Haltung, um die Schmerzen möglichst gering zu halten – dazu, dass sich andere Muskeln und Sehnen verspannen und dadurch zusätzliche Probleme auftreten.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Bandscheibenvorfall – zwei Unterschiede

Dann sind wirksame Behandlungen unverzichtbar. Der Arzt unterscheidet bei der Therapie eines Bandscheibenvorfalls zwischen zwei Formen:

Konservative Behandlung – dazu gehören Bewegungstherapie, physikalische Therapie, Medikamente (etwa Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac oder muskelentspannende Medikamente, sogenannte Muskelrelaxantien). Ärzte empfehlen die genannten Möglichkeiten meist in Kombination. Die Behandlungsdauer bis zur Beschwerdefreiheit kann jedoch einige Wochen bis Monate betragen. Die Schmerzen nach einem Bandscheibenvorfall können so aber schon einmal gelindert werden.

Operation – weil die meisten Eingriffe auch mit einem gewissen Risiko verbunden sind, sollte eine Operation bei einem Bandscheibenvorfall nur in schweren Fällen in Betracht kommen. Dafür ist der Schmerz nach einer erfolgreichen OP meist sofort verschwunden.

Bandscheibenvorfall Behandlung – bei diesen Symptomen ist die OP angesagt

Nicht nur besonders starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind die Indikation für eine Operation. Bandscheibenvorfall-Symptome reichen von Hexenschuss bis Kribbeln. Die wichtigsten Alarmsignale sind unwillkürlicher Harn- oder Stuhlabgang und Empfindungsstörungen an der Innenseite der Oberschenkel und im Intimbereich – Harninkontinenz bei Frauen kann übrigens viele Ursachen haben. Das sind die Symptome dafür, dass wichtige Nerven durch den Bandscheibenvorfall massiv bedrängt werden. Werden sie nicht entlastet, sterben die Nerven auf Dauer ab. Sie sollten den Bandscheibenvorfall schnell behandeln lassen.

Bandscheibenoperation – bewährte und neue Verfahren

Dabei stehen dem Chirurgen je nach Ausprägung des Bandscheibenvorfalls mehrere Methoden zur Verfügung. Die wichtigsten sind:

  • Mikrochirurgische Diskektomie (Diskus = Bandscheibe, Ektomie = Entfernung) – dabei entfernt der Chirurg den ausgetretenen Teil der Bandscheibe und entlastet damit die naheliegende Nervenwurzel. Der Eingriff dauert nur etwa eine halbe Stunde, je nach Bereich der Bandscheibenvorwölbung. In der Regel ist der Patient sofort nach der OP beschwerdefrei.
  • Laserbehandlung oder Injektionstherapie – dabei wird per Laser die überstehende Bandscheibe "geschrumpft" und drückt somit nicht mehr auf die Nerven. Den gleichen Effekt hat die Injektionstherapie. Dabei führt der Arzt allerdings einen Wirkstoff an den überstehenden Teil der Bandscheibe.

Es kann jedoch bei zehn bis 15 Prozent der Patienten zu einem Rezidiv kommen. Dann tritt die Bandscheibe an der gleichen Stelle wieder hervor. Forscher entwickelten deshalb ein neues Verfahren (Xclose), das die Ursache dieser Rezidive vermeiden soll. Dabei vernäht der Chirurg den Riss im Faserring der Bandscheibe und sie kann an dieser Stelle in Zukunft nicht mehr hervortreten. Stattdessen bleibt sie sicher in ihrer natürlichen Position.

Noch eine Möglichkeit, den Bandscheibenvorfall zu behandeln: Es ist möglich, die Bandscheibe komplett zu entfernen und durch ein Implantat zu ersetzen. Dabei handelt es sich um zwei kleine Metallplatten, etwa aus Titan oder Kobalt-Chrom-Molybdän. Als Puffer dazwischen dient ein elastischer Kern, etwa aus Polyethylen.

Rückenschmerzen können sehr belasten. Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite.

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