06.04.2018

Legionellen Legionärskrankheit – achten Sie auf diese Symptome

Beim Duschen ist bei Legionellen-Alarm Vorsicht geboten – denn die Bakterien gelangen über den Wasserdampf in die Lunge und können dort die Legionärskrankheit auslösen.

Foto: iStock/eldinhoid

Beim Duschen ist bei Legionellen-Alarm Vorsicht geboten – denn die Bakterien gelangen über den Wasserdampf in die Lunge und können dort die Legionärskrankheit auslösen.

Legionellen lauern in Wasserhähnen und Duschköpfen – und können zu schweren Erkrankungen führen. Die Anzeichen der Legionärskrankheit und was Sie darüber wissen sollten.

"Legionärskrankheit" klingt zuerst nach einer Gefahr, die eher in Afrika und den Tropen droht. Tatsächlich wurde diese Form der Lungenerkrankung nach ihrem ersten Auftreten unter ehemaligen Legionären benannt: Bei einem Treffen der Kriegsveteranenvereinigung "The American Legion" erkrankten mehr als 200 der anwesenden Männer, 34 von ihnen starben. Ursache dafür waren bestimmte Bakterien in der Klimaanlage des Hotels – die Legionella pneumophila.

Legionärskrankheit – die Ursache sind Legionellen

Bei den Bakterien handelt es sich aber keineswegs um exotische Exemplare. Legionellen in verschiedenen Unterformen befinden sich in kleinen, harmlosen Mengen von Natur aus in vielen Süßgewässern, im Grundwasser und gelangen damit in unser Trinkwasser. In Wasserrohren und Duschköpfen können sie sich explosionsartig vermehren, falls das Wasser darin zu lange steht und lauwarm ist.

Wird mit Legionellen verseuchtes Wasser getrunken, ist das kaum gefährlich. Die Magensäure zerstört die Keime. Anders ist das mit Legionellen, die sich im Wasserdampf befinden, der etwa beim warmen Duschen entsteht. Mit dem Dampf werden die Bakterien eingeatmet, gelangen tief in die Lunge und lösen die Legionärskrankheit – medizinisch Legionellose – aus.

Legionellen: Symptome unterscheiden sich nach Formen der Krankheit

Je nach Unterform der Bakterien können Legionellen zwei verschiedene Krankheiten auslösen:

Pontiac-Fieber – Die Inkubationszeit beträgt fünf bis 66 Stunden, danach bestehen Symptome wie bei einem leichten grippalen Infekt, etwa Kopf- und Gliederschmerzen sowie leichtes Fieber. Auch ohne Behandlung klingt die Infektion nach wenigen Tagen wieder ab. Diese Form ähnelt also einer harmlosen Erkältung.

Die Legionärskrankheit – Hier dauert die Inkubationszeit zwei bis zehn Tage an. Die Erkrankung beginnt wie Pontiac-Fieber, innerhalb von wenigen Stunden kommt es jedoch zu hohem Fieber und schwerer Lungenentzündung (Legionellen-Pneumonie). Bis zu zehn Prozent der Patienten versterben.

Bei diesen Symptomen: Ab zum Arzt!

Wenn bei einem scheinbar banalen Infekt in wenigen Stunden das Fieber rasant steigt und ein allgemeines, schweres Krankheitsgefühl auftritt, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt hinzuziehen. Diese Veränderungen können immer ein Hinweis auf eine schwere bakterielle Infektion, wie die Legionärskrankheit, sein. Rechtzeitig mit den entsprechenden Antibiotika behandelt, ist jedoch auch sie heilbar.

Besonders aufmerksam auf die Symptome achten sollten Sie, wenn Sie in Ihrer Wohnanlage Legionellen-Alarm haben. Dann wurden bei den gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen Tests auf Legionellen die Bakterien in zu hoher Anzahl in Ihrer Wasseranlage entdeckt.

Die Hausverwaltung muss dann einen entsprechenden Aushang wegen "Legionellennachweis" ans Schwarze Brett hängen. Darin stehen auch Ratschläge, wie Sie sich am besten verhalten, um eine Infektion zu vermeiden. Das kann auch ein Duschverbot beinhalten. Die Sicherheitsvorkehrungen gelten so lange, bis nach der Reinigung der Wasseranlage eine erneute Prüfung grünes Licht gibt.

Besteht kein Duschverbot, können Sie es mit einem Bad probieren: Dabei sollten Sie kaltes mit sehr heißem, am besten abgekochtem Wasser vermischen. Dann können Sie trotz Legionellenbefall sogar Babys im Haus baden.

Das Robert Koch Institut verzeichnete im letzten Jahr mehr als 1.000 Fälle der Legionärskrankheit in Deutschland. Die Dunkelziffer dürfte jedoch bei 30.000 liegen, wie das Kompetenznetzwerk für ambulant erworbene Pneumonien (CAPNETZ) schätzt.

Gegen die Erkältungs-Symptome beim harmlosen Pontiac-Fieber können Sie mit Hausmitteln ankämpfen. Mehr zum Thema Erkältung hält unsere Themenseite parat. Und hier gibt's mehr Infos zum Thema Fieber.

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