20.03.2018

Einschränkungen durch HIT Ernährung bei Histaminintoleranz: Was dürfen Sie noch essen?

"Was kann ich denn jetzt noch essen?" Die Ernährung bei Histaminintoleranz muss gerade in der Anfangszeit nach der Diagnose umgestellt und beobachtet werden.

Foto: iStock/AndreyPopov

"Was kann ich denn jetzt noch essen?" Die Ernährung bei Histaminintoleranz muss gerade in der Anfangszeit nach der Diagnose umgestellt und beobachtet werden.

Einschränkend ist sie durchaus, die Histaminintoleranz. Denn wer betroffen ist, muss genau auf seine Ernährung achten. Auf einige Lebensmittel sollten Sie bei einer Intoleranz komplett verzichten.

Eine stark ausgeprägte Histaminintoleranz (HIT) kann sehr einschränken. Wer die Diagnose erhält, bekommt meist einen Merkzettel mit einer langen Liste an Lebensmitteln, die ab sofort verboten sind. Der Knackpunkt ist, dass Histamin vor allem in verarbeiteten und gereiften Lebensmitteln zu finden ist. Dazu zählen zum Beispiel Käse, Hartwurst, Fischgerichte und Rotwein. Und auch in fertigen Gerichten verstecken sich Histamine gerne. Wie darf die Ernährung bei Histaminintoleranz also aussehen?

Darauf sollten Sie bei der Ernährung bei Histaminintoleranz verzichten

Insgesamt gilt: Der Histamingehalt kann sich ändern – je reifer und älter ein Lebensmittel, desto mehr Histamin ist wahrscheinlich enthalten. Der Stoff gehört zu den biogenen Aminen, die sich erst bilden. Die Symptome bei Histaminintoleranz sind vielfältig: Hautrötungen, teils mit Quaddelbildung, die der Nesselsucht ähneln, treten am häufigsten auf. Aber auch Durchfall und Übelkeit, Kopfschmerzen, Atembeschwerden bis hin zu Asthma, Erschöpfung und Bluthochdruck können Betroffene plagen.

Diese Nahrungsmittel sollten Sie bei einer Unverträglichkeit streichen:

  • Geräucherte, eingelegte, gepökelte, luftgetrocknete, gebeizte oder sonstwie haltbar gemachte Lebensmittel, auch mit E-Stoffen und Geschmacksverstärkern versehene Mittel sind bei starker HIT tabu. Auf Wurst, vor allem Salami und gereifte Spezialitäten, Fischspezialitäten und Konserven sollten Sie ebenfalls verzichten
  • Diverse Fleischsorten wie Wild, unter Umständen sogar Schwein, Innereien sowie Meeresfrüchte
  • Überreife Lebensmittel: Harter Käse, alter Fisch – Thunfisch z. B. ist aber generell schwierig, aber auch haltbare Milch
  • Tomaten inklusive Ketchup und Tomatensaft, Sauerkraut, Erdbeeren, Spinat, Auberginen, Avocado, Oliven; Erdbeeren, Himbeeren, Birnen, Bananen, Ananas, Mango, Kiwi, Papaya, Guave, Zitrusfrüchte und Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Soja – auch Tofu – und oft sollten auch Steinpilze, Morcheln und Champignons gemieden werden
  • Nüsse, darunter Walnüsse, Cashews, Erdnüsse
  • Hefe und Hefeextrakt sowie sonstige Geschmacksverstärker, Brühe, Chili und andere scharfe Gewürze, Essig (auch Balsamico und Weinessig), Sojasauce
  • Kakao und Lebensmittel mit Kakaomasse sowie dunkle Schokolade, auch Carob. Weiße Schokolade sollten Sie vorsichtig testen
  • Getränke: Alkohol (vor allem Rotwein), Kakao und Aufputschendes wie Kaffee, Energy-Drinks oder Getränke mit Guarana, Sojamilch, Brennesseltee

Was darf denn nun noch auf den Teller?

Alternativ heißt das also: Viel Frisches essen, Zusatzstoffe vermeiden:

  • Fleisch und Fisch: An Wurstwaren gehen Putenlyoner sowie (Rinder-)Kochschinken, Roastbeef darf gegessen werden sowie sonstiges frisches, naturbelassenes Fleisch von Geflügel, Rind, Schaf, Ziege, auch Wildschwein und Schwein. Frisch gekochter oder roher Fisch sind möglich, wenn er absolut fangfrisch ist. Tiefgekühlte Ware sollten Sie möglichst schnell auftauen und verzehren.
  • Käse und Milchprodukte: Frischkäse, Mozzarella, Quark, Hüttenkäse, Ricotta und Feta, auch junger Gouda geht unter Umständen, sowie ganz frische Milch, Butter, Sahne und Molke; Eier
  • Obst und Gemüse: Alles außer den oben genannten
  • Nüsse: Kokosnuss, Macadamia und Maroni
  • Getreide und Backwaren: Reis, Mais, Körner, Schrot, Grieß, Mehl, Teig- und Backwaren ohne Hefe und Sauerteig; eingelegte Paprika oder Zucchini sind ebenfalls histaminfrei
  • Gewürze: Salz, Küchenkräuter, milde Gewürze, frischer oder getrockneter Knoblauch, Apfel- und Branntweinessig nach Test, Mais- und Kartoffelstärke; pflanzliche und tierische Öle
  • Süßigkeiten: Zucker, Honig, Stevia und Agavendicksaft als Süßungsmittel sind in Ordnung, Konfitüren aus verträglichen Früchten sind ebenfalls geeignet
  • Getränke: Wasser, Kräutertees, Säfte aus verträglichen Früchten, ebenso verträgliche Limonaden, Mandelmilch, Kokosmilch und Kokoswasser

Histaminintoleranz ist individuell

Da eine Histamin-Unverträglichkeit immer sehr individuell ist, sind unsere Listen nicht zwingend vollständig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und achten Sie gerade in der Anfangszeit selbst auf Reaktionen. Sollte Ihnen doch einmal etwas durch die Lappen gehen und Sie essen ein Lebensmittel mit Histamin, sollten Sie Ihr Notfallset mit Antihistaminika dabei haben. Dieses verschreibt Ihnen Ihr Arzt bei der Diagnose.

Übrigens gibt es auch noch andere biogene Amine, auf die der Körper mit Unverträglichkeit reagieren kann. Darunter fallen Serotonin, Spermin und Putrescin. Das sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären.

Vorsichtig testen mit der Zeit

Hier noch einmal kurz zusammengefasst: Sie sollten für die Ernährung bei Histaminintoleranz am besten alle Lebensmittel selbst möglichst frisch zubereiten. Die Art der Zubereitung ist dabei egal. Wärme kann aber durchaus bei einigen Personen eine Histamin-Ausschüttung auslösen.

Direkt nach der Diagnose sollten Sie erst einmal auf jegliche Lebensmittel, die Histamin enthalten oder im Körper freisetzen können, verzichten. Nach und nach kann es sein, dass Sie bestimmte Lebensmittel wieder vertragen. Eine regelmäßige Rücksprache mit dem Arzt ist hier wichtig.

Mehr zu den Themen Allergien und Intoleranzen finden Sie auf unserer Themenseite.

Wie Sie Ihren Darm gesund halten und Ihr Wohlbefinden steigern können, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

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