Aktualisiert: 29.04.2021 - 12:38

Symptome & Behandlung Bronchitis – was Sie über den Atemwegsinfekt wissen sollten

Husten ist das typische Symptom bei einer Bronchitis. Doch nur in den seltensten Fällen wird der Infekt mit Antibiotika behandelt.

Foto: Getty Images/Drazen Zigic

Husten ist das typische Symptom bei einer Bronchitis. Doch nur in den seltensten Fällen wird der Infekt mit Antibiotika behandelt.

Besonders in den kalten Monaten erwischt es viele mit einer Bronchitis. Die Erkrankten leiden insbesondere unter Atemnot und Schmerzen beim Husten. Was gegen Bronchitis hilft und wie lange sie dauert.

Bei akuter Bronchitis denkt jeder gleich an Husten. Tatsächlich ist Husten das häufigste Symptom einer Bronchitis, denn Ursache ist eine Entzündung der Bronchialschleimhäute. Zu diesem Symptom können jedoch noch weitere kommen, etwa Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Um die Symptome einer Bronchitis zu behandeln, sind Antibiotika nur in Ausnahmefällen geeignet und sinnvoll.

Symptome und Dauer bei einer Bronchitis

Typisch für den Husten bei Bronchitis ist, dass er die ersten beiden Tage der Erkrankung eher wie ein Reizhusten auftritt. Der Husten ist also trocken und quälend. Erst später kommt es zur Schleimbildung. Anfangs ist der Schleim zäh und das Husten extrem anstrengend sowie schmerzhaft. Im Verlauf der Bronchitis löst sich dann der zähe Schleim und man kann endlich abhusten. Manchmal kann es zusätzlich zu Atemnot kommen. Dann verkrampfen sich die entzündeten Schleimhäute der Bronchien. Diese Verengung ist vorübergehend. In diesem Fall sollten Sie zum Arzt gehen – ebenso, wie bei den folgenden Anzeichen:

  • wenn der Auswurf "bunt" ist – also gelblich, grün oder mit braunen Nuancen.
  • bei Fieber über 38 Grad.

So ansteckend ist Bronchitis

Ursache für den Atemwegsinfekt sind in den allermeisten Fällen Viren, dabei Erkältungsviren, aber auch Grippeviren. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion. Die feinen, oft gar nicht sichtbaren Tröpfchen entstehen beim Husten – insbesondere dann, wenn er ungebremst ist. Daher sollten Sie nicht nur aus Höflichkeit die Hand oder ein Taschentuch davor halten. Bereits wenige Stunden nach dem Kontakt mit den Viren können die ersten Symptome der Bronchitis auftreten. Spätestens zeigen sie sich aber nach vier Tagen.

Wesentlich seltener sind Bakterien wie etwa Streptokokken Auslöser einer Bronchitis. Auch diese Form der Atemwegserkrankung, die bakterielle Bronchitis, ist sehr ansteckend. Häufig setzt sich eine bakterielle aber auch auf die virale Infektion. Denn die Viren schwächen die Schleimhäute, weswegen Bakterien gute Chancen haben, sich ebenfalls auszubreiten.

Kein Wunder also, dass Bronchitis, egal ob viral oder bakteriell bedingt, sehr häufig auftritt – Experten gehen von 80 Fällen pro Woche auf 100.000 Deutsche aus. Dabei grassiert Bronchitis vor allem im Winter, weil dann die betreffenden Viren besonders aktiv sind. Beide Formen der Bronchitis dauern zwei bis drei Wochen. Bestimmte Medikamente können dabei helfen, diese Dauer zu verkürzen.

Bronchitis – Behandlung mit Antibiotika meist nicht sinnvoll

Allerdings gibt es kein Medikament, das virale Bronchitis gezielt heilt. Denn , die häufig als Wunderwaffe gegen Infektionen gesehen werden, wirken ausschließlich gegen Bakterien und nicht gegen Viren. Nur wenn der Arzt, etwa durch Bluttest oder Untersuchung des Auswurfs festgestellt hat, dass Bakterien die Ursache sind, können diese Arzneimittel in Einzelfällen sinnvoll sein. Risiko und Nutzen einer solchen nicht nebenwirkungsarmen Therapie sollten dabei immer abgewogen werden.

In allen anderen Fällen lassen sich nur die Symptome lindern und die Abwehrkräfte stärken, damit der Körper rasch die Viren besiegen kann. Sogenannte Sekretolytika oder Mukolytika (wie etwa N-Acetylcystein oder Ambroxol) verflüssigen den Schleim, um das Abhusten zu erleichtern. Es gibt auch eine Reihe von pflanzlichen Arzneimitteln, die sich bei Bronchitis bewährt haben. Zudem können Sekretomotorika (zum Beispiel ätherische Öle aus Heilpflanzen wie Thymian, Schlüsselblume, Myrtol oder Efeu und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme durch reichliches Trinken) den Abtransport des Schleims fördern. Die pflanzlichen Arzneimittel enthalten die Heilpflanzen als einzigen Wirkstoff oder in Kombination.

Auch Hausmittel können die Beschwerden bei einer akuten Bronchitis deutlich lindern, wie beispielsweise das Inhalieren durch die schleimlösende Wirkung. Es empfiehlt sich beim Inhalieren eine Kochsalzlösung anzuwenden, um eine zusätzliche Reizung der angegriffenen Schleimhäute zu vermeiden.

Hausmittel bei Halsschmerzen
Hausmittel bei Halsschmerzen

Gegen Fieber und Schmerzen eignen sich zusätzlich die bekannten Schmerzmittel, etwa Ibuprofen und Paracetamol.

Ganz wichtig: Auskurieren!

Für die Abwehrkräfte ist es besonders gut, wenn Sie sich Ruhe gönnen. Bleiben Sie ein paar Tage auf der Couch, das gilt vor allem, wenn die Temperatur erhöht ist. Schlafen Sie viel, verzichten Sie auf Alkohol und selbstverständlich auch auf das Rauchen. Vielleicht ist die Rauchpause durch die Bronchitis dann für Sie der dauerhafte Ausstieg aus der Nikotinsucht... Übrigens werden Sie als Nichtraucher in Zukunft auch nicht mehr so häufig eine Bronchitis bekommen.

Noch mehr zum Thema Husten und Bronchitis erfahren Sie auf unsere Themenseite #Ausgehustet?

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