08.03.2018

Sparen bei der Mundhygiene? Professionelle Zahnreinigung: Kosten und Nutzen im Überblick

Eine professionelle Zahnreinigung kostet zwar, lohnt sich aber von Zeit zu Zeit für die Zahngesundheit.

Foto: iStock/domoyega

Eine professionelle Zahnreinigung kostet zwar, lohnt sich aber von Zeit zu Zeit für die Zahngesundheit.

Sie wird gerne vom Zahnarzt geraten und hilft, Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten: Eine professionelle Zahnreinigung von Zeit zu Zeit ist durchaus sinnvoll – kann aber teuer werden. Krankenkassen geben aber Zuschüsse. Ein Überblick.

Wer sich auf gesetzliche Versichertenkarte beim Zahnarzt behandeln lassen will, erhält als Kassenleistung lediglich zweimal jährlich eine Vorsorgeuntersuchung von Zähnen, Mund- und Kieferraum sowie einmal jährlich eine Zahnsteinentfernung.

Die professionelle Zahnreinigung bringt aber Kosten mit. Denn sie ist eigentlich medizinisch nicht notwendig und wird daher als Privatleistung gesehen: Die Patienten müssen selbst zahlen. Im Schnitt werden 80 bis 120 Euro fällig, bei aufwendigen Sitzungen sogar mehr. Der Zustand sowie die Anzahl der Zähne sind hier ausschlaggebend: Je mehr zu reinigen ist, desto teurer wird die Sitzung in der Regel.

Professionelle Zahnreinigung: Kosten werden teilweise übernommen

Gesetzliche Krankenkassen geben aber bestimmte Beträge dazu, da sich Zahnreinigungen durchaus positiv auf die Zahngesundheit auswirken. Wie viel das ist, ist aber unterschiedlich.

Finanztest hat herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der 74 getesteten Krankenkassen es ihren Mitgliedern ermöglichen, die Zahnreinigung ganz unkompliziert bei jedem Zahnarzt der Wahl machen zu lassen.

In der Regel ein jährlicher Zuschuss

Einmal jährlich geben die meisten Krankenkassen einen Zuschuss, manche auch zweimal. Dabei liegt der dazugegebene Betrag in der Regel zwischen 35 und 60 Euro. Lediglich die AOK Niedersachsen gibt mit bis zu 500 Euro einen dreistelligen Betrag dazu, verteilt auf bis zu zwei Zahnreinigungen im Jahr und für bis zu 80 Prozent der Rechnung.

Allerdings sind die 500 Euro – wer ab Juni versichert ist, erhält 250 Euro – ein Gesamtbudget. Das bedeutet, dass dort noch weitere mögliche Leistungen wie Reiseimpfungen oder osteopathische Behandlungen enthalten sein können. Je mehr anderes Sie also über dieses Budget machen lassen, desto weniger steht Ihnen auch für die Kosten der professionellen Zahnreinigung zur Verfügung. Auch können nur Menschen auf die Versicherung zurückgreifen, die in Niedersachsen leben oder arbeiten.

Manche Krankenkassen legen fest, bei welchen Ärzten Sie Ihre Zahnreinigung durchführen lassen können. Dann zahlen Sie entweder einen Festpreis oder die Kosten werden sogar komplett übernommen.

Auf eventuelle Bedingungen achten

Die Kostenübernahme bzw. Bezuschussung ist aber oft mit Bedingungen verbunden. Auch Techniker und Barmer zum Beispiel verlangen, dass sich Versicherte in ein Bonusprogramm einschreiben. Oft müssen auch Vorsorgeuntersuchungen und sportliche Aktivitäten sowie Impfungen nachgewiesen werden, damit es Zuschüsse für Behandlungen wie die Zahnreinigung gibt. Gerechnet wird dann nach einem Punktesystem.

Zahlt Ihnen Ihre Krankenkasse einen Zuschuss ohne Bonusprogramm, müssen Sie dagegen lediglich nach der Behandlung die Rechnung einreichen.

Krankenkasse wechseln wegen der Zahnreinigung?

Im Grunde sind die meisten Kassenleistungen gleich, Unterschiede gibt es meist nur in den Extraangeboten. Daher lohnt es sich, ein wenig zu vergleichen, sollten Sie wechseln wollen. Dabei sollten Sie persönliche Krankheitsbilder oder Vorlieben mit einbeziehen. Auch Übernahmen osteopathischer Behandlungen oder auch Früherkennungsuntersuchungen für Kinder können sich lohnen.

Wer sich entschieden hat, zu wechseln, muss einfach nur die Wechselfrist von zwei Monaten zum Monatsende beachten und ein formloses Schreiben an die alte Kasse senden. Wenn Sie zu Ende März kündigen, können Sie ab Juni also bei der neuen Kasse Ihrer Wahl starten.

Wie die professionelle Zahnreinigung abläuft, lesen Sie auf der nächsten Seite.

 

Eine professionelle Zahnreinigung tut nicht weh und bringt Ihre Zähne in einen schön sauberen Zustand. So haben Zahnprobleme wie Karies, aber auch Mundgeruch keine Chance – es lohnt sich also, die Prozedur von Zeit zu Zeit über sich ergehen zu lassen. Durchgeführt wird sie vom Zahnarzt oder eigens dazu geschultem zahnärztlichen Personal.

So läuft die professionelle Zahnreinigung ab

Haben Sie alles Relevante zur Bezuschussung Ihrer professionellen Zahnreinigung geklärt und einen Termin gemacht, geht Ihr Arzt wie folgt vor:

  1. Ihr Zahnarzt oder jemand, der in der Praxis für die Reinigung geschult ist, wird sich Ihr Gebiss und Ihr Zahnfleisch zuerst genau ansehen. Beläge und Verfärbungen werden untersucht, Zahnfleischprobleme entdeckt. Ein Zahnersatz stellt normalerweise kein Problem dar.
  2. Nun geht es ans Reinigen: Ist Zahnstein vorhanden, wird dieser mit einer Art Hakeninstrument entfernt. Beläge und Verfärbungen, die weicher sind, werden mit Gummiaufsätzen, kleinen Bürsten oder mit Pulver-Wasser-Strahlgeräten entfernt. Um die Zahnzwischenräume wird sich mit Zahnseide oder dünnen, Schleifpapier-ähnlichen Streifen gewidmet.
  3. Sind alle Verunreinigungen entfernt, geht es ans Polieren der Zähne. Auch dazu werden wieder Bürsten oder Gummiaufsätze verwendet, auf die eine mit Fluoriden versetzte Paste mit Schleifkörnchen aufgetragen wird. Ein fluoridhaltiges Gel oder ein Schutzlack schützen und stärken den Zahnschmelz im Anschluss.

Nach dem Reinigen können Sie Ihren Zahnarzt immer noch nach Pflegetipps fragen: Wie werden Zähne richtig geputzt, worauf sollten Sie bei Ihrem Gebiss achten, welche Problemzonen gibt es. Ihr Zahnarzt wird Ihnen wahrscheinlich auch die regelmäßige Verwendung von Zahnseide ans Herz legen.

Rund 45 bis 60 Minuten sollten Sie für die ganze Prozedur einplanen. Aber auch hier gilt wieder: Je mehr zu tun ist, desto länger dauert das Ganze auch.

Nach der professionellen Zahnreinigung können Sie die Kosten meist per Rechnung begleichen und diese dann bei der Krankenkasse einreichen. Aber wie wir bereits oben festgestellt haben: Jede Krankenkasse folgt da ihrer eigenen Prozedur. Der jeweilige Kundenservice gibt Ihnen Auskunft dazu. Mehr zum Krankenkassenvergleich finden Sie hier bei test.de. Und auf unserer Themenseite zur Stiftung Warentest finden Sie weitere interessante Artikel.

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