05.03.2018

Das Richtige essen Ernährung bei Brustkrebs kann Metastasen eindämmen

Bei der Ernährung bei Brustkrebs sollte Seefisch zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.

Foto: iStock/stock_colors

Bei der Ernährung bei Brustkrebs sollte Seefisch zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.

Gibt es Lebensmittel, die bei Brustkrebs Metastasen eindämmen und andere, die sie womöglich fördern? Wie sich Frauen mit Brustkrebs am besten ernähren sollten.

Die Diagnose Brustkrebs wird zwar immer öfter gestellt. Mit knapp 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs der mit Abstand häufigste Krebs bei Frauen. Doch gleichzeitig sind Krebstherapien immer erfolgreicher und die Chancen, Brustkrebs dauerhaft zu besiegen, sind so hoch wie nie.

So wichtig ist Ernährung bei Brustkrebs

Neben gezielter Immuntherapie und Chemo gewinnt dabei die Ernährung bei Brustkrebs einen immer höheren Stellenwert. Gesunde Ernährung, die sich speziell nach den Erfordernissen bei Brustkrebs ausrichtet, kann die Krankheit zwar nicht heilen. Doch in Verbindung mit medizinischer Behandlung erhöht die richtige Ernährung die Lebenszeit deutlich, wie mehrere Studien bereits beweisen konnten.

Übergewicht bei Brustkrebs abbauen

Doch was bedeutet dabei richtige Ernährung bei Brustkrebs und auf welche Fakten sollten Betroffene achten? An erster Stelle steht dabei bestehendes Übergewicht langsam, aber sicher zu verlieren. Starkes Übergewicht ist nicht nur ein bekannter Risikofaktor für Brustkrebs. Viele Patientinnen bringen bereits vor der Diagnose zu viel auf die Waage, andere nehmen während und nach der Krebstherapie deutlich zu.

Ob dafür die Antihormontherapie verantwortlich ist, die viele Brustkrebspatientinnen erhalten müssen, ist jedoch nicht vollständig geklärt. Fest steht jedoch, dass Übergewicht psychisch und körperlich belastet – und damit auch das Rückfall- und Sterberisiko erhöht. Frauen mit Brustkrebs, die einen BMI von über 30 haben, sollten auf jeden Fall ihr Gewicht reduzieren, um ihre Heilungschancen zu erhöhen.

Vitaminreiches Obst und Gemüse essen

Mit der Richtlinie "5 am Tag", also fünf Obst- oder Gemüsemahlzeiten pro Tag, liegen sie hier genau richtig. Dabei gilt auch ein Smoothie bereits als eine Mahlzeit. Auf diese Weise lässt sich hervorragend abnehmen – und der Körper erhält reichlich Vitamine, die er zur Bekämpfung des Tumors braucht. Deshalb profitieren auch normalgewichtige Brustkrebspatientinnen von reichlich Obst und Gemüse. Dabei sollten sie auf Abwechslung setzen, damit ihr Körper die gesamten Bandbreite der vielen Vitalstoffe in der Frischkost bekommt.

Vorsicht mit Vitaminpräparaten

Zusätzlich Vitamin C, D, E oder Betacarotin einnehmen sollten Sie jedoch nur in Absprache mit Ihrem Arzt. In hohen Dosierungen sind diese Vitalstoffe bei einer Krebstherapie manchmal kontraproduktiv. Sie könnten sogar die Wirkung einer Chemotherapie mindern.

Bei Brustkrebs Phytoöstrogene in Lebensmitteln beachten

Daneben ist es auch sinnvoll, Lebensmittel wie Soja oder Leinsamen nicht in größeren Mengen aufzunehmen. Zwar wurden sie wegen ihrer Phytoöstrogene, also hormonähnlicher Substanzen in Pflanzen, für die Vorbeugung von Brustkrebs geschätzt. Denn man war lange Zeit der Überzeugung, dass Asiatinnen, die sich traditionell mit reichlich Sojaprodukten ernähren, deshalb seltener an Brustkrebs erkranken.

Heute zeichnet sich aber ab, dass vermutlich nicht Soja diesen positiven Effekt bewirkt, sondern die allgemein gesündere Ernährung der Asiatinnen – mit wenig Fett, Fleisch und Alkohol. Deshalb sind sie meistens wesentlich schlanker und haben infolgedessen ein geringes Brustkrebsrisiko, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKfz) betont.

Zwar wirken Phytoöstrogene schwächer als Östrogene. Zu viel Soja und Leinsamen sollten jedoch Frauen, die an hormonabhängigem Brustkrebs erkrankt sind, nicht verzehren.

Vorsicht vor Soja, auch wegen Asparagin

Doch nicht nur aufgrund der Phytoöstrogene könnte Soja für die Ernährung bei Brustkrebs – Lesen Sie hier: Das sind die ersten Symptome bei Brustkrebs – weniger günstig sein. Soja enthält unter anderem auch eine bestimmte Aminosäure, Asparagin. In einer aktuellen Laborstudie zeigte sich, dass Asparagin die Bildung von Metastasen bei Brustkrebs anregt. Ob sich dieses Ergebnis auf den Menschen übertragen lässt, ist jedoch noch nicht sicher. Eine Diät, die reich an Asparagin ist, würde demnach die Bildung von Tochtergeschwüren richtig anfeuern, vermuten die Wissenschaftler. Eine Ernährung, die dagegen frei davon ist, würde die Metastasierung bei Brustkrebs jedoch verhindern. Im nächsten Schritt wollen die Forscher prüfen, wie sich eine asparaginarme Diät bei Menschen auswirkt.

Auch wenn dieses Thema noch zu wenig untersucht ist, könnten Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, davon profitieren, wenn sie vorsichtshalber nicht zu viele asparaginreiche Lebensmittel essen. Dazu gehört nicht nur Soja, sondern auch Leinsamen und vor allem Spargel. Vom lateinischen Namen des beliebten Frühjahrsgemüses Asparagus erhielt Asparagin übrigens auch seinen Namen.

Viel Eiweiß, wenig tierisches Fett, aber Omega-3-Fettsäuren

Sojabohnen, Leinsamen und Spargel bilden also die Ausnahmen beim ansonsten vor allem für Krebspatienten so gesunden Obst und Gemüse. Doch es gibt noch ein paar andere Ernährungsempfehlungen, die für Frauen mit Brustkrebs sinnvoll sein könnten:

  • Essen Sie nicht zu viel Fleisch – zwei- bis dreimal pro Woche sollten reichen, Wurst am besten noch seltener. Studien zeigen, dass erhöhter Fleisch- und Wurstkonsum ungünstig ist. Ausschlaggebend sind dabei gesättigte Fettsäuren, die vor allem in Fleisch und Wurst vorkommen.
  • Besser als rotes Fleisch ist weißes Fleisch wie ist Geflügel. Wer also nicht auf Fleisch und Wurst verzichten möchte, ist damit gut beraten. Achten Sie aber darauf, dass es sich um Bio-Qualität handelt, bei der den Tieren nachweislich keine Medikamente oder anderen Stoffe verabreicht werden.
  • Greifen Sie öfter zu Eiweiß – also Quark und andere fettarme Milchprodukte.
  • Sinnvoll ist auch Seefisch, wegen seiner Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf den Zellschutz auswirken können. Zweimal pro Woche Fisch – der daneben übrigens auch besonders leicht verdauliches Eiweiß liefert – sollte deshalb auf dem Speiseplan stehen.

Ernährung bei Brustkrebs: Zucker, Kohlenhydraten und Alkohol

Zusätzlich gibt es die These, dass Krebszellen verhungern, wenn sie nicht mehr mit Zucker und Kohlenhydraten versorgt werden. Zucker und kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Brot und Pasta sollen demnach richtiges Kraftfutter für Krebszellen sein. Viele Krebspatienten quälen sich deshalb mit einer zuckerfreien Diät, verzichten auf Brot und Nudeln. Auf diese Weise, so hoffen sie, soll der Energiestoffwechsel der Krebszellen zum Erliegen kommen.

Exakte wissenschaftliche Beweise für diese Annahmen gibt es allerdings noch nicht. Sinnvoll ist es nur, auf zu viel Zucker zu verzichten. Hintergedanke dabei ist auch, Übergewicht abzubauen oder zu vermeiden. Zucker und Kohlenhydrate sollten Sie also vor allem dann reduzieren, wenn Sie übergewichtig sind.

Ähnlich sieht es bei dem Thema Alkohol aus. Wie bei Übergewicht steht fest, dass er die Krebsentstehung – so beugen Sie Krebs vor – begünstigt und die Heilungschancen schmälert, wenn regelmäßig getrunken wird.

Ketogene Diät – eine sehr spezielle Ernährung bei Krebs

Ein ganz besonderes Ernährungskonzept für Krebspatienten ist die sogenannte ketogene Diät. Sie bedeutet: Kein Zucker, extrem wenig Kohlenhydrate, aber viel Eiweiß und hochwertiges Fett. Konkret sollen das 70 Prozent Fett und 30 Prozent Eiweiß sein.

Derzeit laufen an Kliniken vereinzelt Untersuchungen zu dieser Diätform, um zu prüfen, ob sie bei Krebspatienten sinnvoll sein könnte. Die Ketogene Diät wird derzeit bereits offiziell zur Ergänzung der Behandlung bei Alzheimer und Epilepsie empfohlen.

Achten Sie auf diese sieben Ernährungstipps bei Brustkrebs

Extreme Ernährungsumstellungen wie die ketogene Diät, aber auch hoch dosierte Vitaminprodukte sollten Frauen mit Brustkrebs nicht eigenmächtig durchführen. Besprechen Sie das auf jeden Fall mit Ihren behandelnden Ärzten. Die wichtigsten Ratschläge für eine gesunde Ernährung bei Brustkrebs sind:

  1. Gewicht und Krebs: Falls Sie zu viel wiegen, nehmen Sie bitte – nach Rücksprache mit dem Arzt – langsam ab. Wichtig ist dabei auch ein gezieltes Bewegungsprogramm, das sich nach Ihrer körperlichen Situation richtet. Falls Sie zu wenig wiegen – bei Brustkrebs kommt das, anders als bei vielen anderen Krebsformen, nur selten und meist nur in einem fortgeschrittenen Krebsstadium vor: Hier wird eine spezielle Ernährung vom Arzt empfohlen, die sich nach den individuellen Gegebenheiten der Patientin richtet.
  2. Ernähren Sie sich ausgewogen und nicht einseitig. Essen Sie frisches, saisonales Obst und Gemüse, jedoch nicht zu viel Soja, Leinsamen und Spargel.
  3. Essen Sie zweimal pro Woche frischen Seefisch.
  4. Reduzieren Sie Ihren Zuckerkonsum – Sie müssen aber nicht ganz darauf verzichten.
  5. Streichen Sie auch Wurst und Fleisch öfter von Ihrem Speiseplan.
  6. Verzichten Sie weitgehend auf Alkohol – selbstverständlich auch auf Rauchen, einem wichtigen Risikofaktor für Krebs allgemein.

Lassen Sie sich von Ratschlägen wie "das ist die beste Krebsdiät" nicht in die Irre führen. Eine allgemeingültige Krebsdiät gibt es (leider) nicht, rät das Deutsche Krebsforschungszentrum.

Mehr zum Thema Ernährung und Krebs finden Sie auch beim Krebsinformationsdienst sowie auf unserer Themenseite Krebs.

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