19.09.2018

Gedächtnisverlust Demenz und Alzheimer verlaufen in drei Stadien

Im Verlauf von Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer wird es für Betroffene zum Beispiel problematisch, Formulare auszufüllen.

Foto: iStock/FredFroese

Im Verlauf von Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer wird es für Betroffene zum Beispiel problematisch, Formulare auszufüllen.

Eine Demenz fällt häufig erst nach vielen Jahren auf. Betroffene durchlaufen dabei oft mehrere Stadien. Mehr zum Verlauf von Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer lesen Sie hier.

Oft werden die ersten Anzeichen einer Demenz wie Alzheimer erst im Nachhinein erkannt. "Damals hatte Mutter doch schon Schwierigkeiten, weil sie mehrmals den Hausschlüssel nicht mehr gefunden hatte und wir das Schloss austauschen mussten", heißt es dann beispielsweise. Doch erst im Verlauf einer Demenz wie Alzheimer – wenn die stetig schwindende Gedächtnisleistung deutliche Folgen hat – wird ein Arzt herangezogen und die Krankheit diagnostiziert. Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheiten, die mit Gedächtnisverlust einhergehen. Mit bis zu 80 Prozent ist darunter Alzheimer die häufigste Ursache für die schwindende Geisteskraft.

Rund 46 Mio. Menschen sind weltweit von verschiedenen Demenzerkrankungen betroffen. Zwei Drittel davon leben in Entwicklungsländern, aber auch hierzulande schreitet die Krankheit voran – schon alleine aufgrund des demografischen Wandels. Vermutet wird, dass die Zahl der Erkrankten bis 2050 weltweit auf rund 132 Mio. ansteigen wird. In Deutschland sind aktuell rund 1,7 Mio. Menschen betroffen – wenig im Vergleich zur Weltbevölkerung, aber verglichen zur Zahl der Einwohner hierzulande keinesfalls zu vernachlässigen.

Am 21. September ist Welt-Alzheimertag – ein Tag, um der schleichenden Erkrankung einmal mehr Aufmerksamkeit zu schenken und über Folgen sowie Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige zu informieren.

Demenz und Alzheimer: Verlauf sehr unterschiedlich

Eine Demenz verläuft individuell sehr unterschiedlich. Handelt es sich um eine sogenannte vaskuläre Demenz (Ursache sind Durchblutungsstörungen im Gehirn), ist der Verlauf oft langsamer als bei Morbus Alzheimer. Nach der Diagnose Alzheimer leben manche Patienten nur noch vier Jahre, andere jedoch noch 20 Jahre, wie viele Studien zeigen.

Todesursache sind oft Infektionen

Die Kranken ziehen sich immer mehr von der Gegenwart zurück, der Lebenswille erlischt. Sie sind zunehmend bewegungsunfähig, können nicht mehr essen und trinken, sind auf eine 24-stündige Pflege angewiesen. Weil ihr Immunsystem außerdem meist sehr schwach ist, haben Bakterien und Viren leichtes Spiel. Meistens sind es deshalb Infektionen, etwa eine Lungenentzündung, die zum Tode führen.

Verlauf von Demenz und Alzheimer in drei Stadien

Dabei ist der Verlauf der Krankheit individuell sehr unterschiedlich. Nur bei vaskulären Demenzen können Schübe auftreten mit deutlicher Verschlechterung von einem Tag auf den anderen. Für Alzheimer – das sind die typischen Symptome von Alzheimer – ist jedoch typisch, dass der Verlauf kontinuierlich ist und langsam voranschreitet. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen drei Stadien, deren Übergänge fließend sind:

  1. Leichte Demenz, Frühstadium: Wie bei einer normalen Altersvergesslichkeit werden manche Wörter nicht auf Anhieb gefunden und die Namen von Menschen vergessen, die man erst vor Kurzem kennengelernt hat.
  2. Mittelschwere Demenz, Mittelstadium: Vermehrt Probleme bei der Wortfindung, kann Formulare nicht mehr richtig ausfüllen, den Bankautomaten bedienen oder Auto fahren, Frustration und Ärger treten auf. Der Patient reagiert oft unerwartet – lesen Sie hier Tipps für Angehörige von Demenzkranken –, verweigert etwa das Essen oder vergisst es einfach den ganzen Tag. Betroffene können nicht mehr richtig alleine leben.
  3. Schwere Demenz, Spätstadium: Der Patient kann sich nicht mehr alleine versorgen, kann Löffel und Gabel nicht mehr richtig benutzen, sich waschen, anziehen oder zur Toilette gehen. Betroffene sind auf Rund-um-die-Uhr-Pflege angewiesen. Tages- und Nachtrhythmus sind verloren gegangen.

Stress, Gewalt und Angst verstärken Alzheimer und Demenz

Wie schnell der Verlauf von Demenz und Alzheimer voranschreitet, lässt sich jedoch für den einzelnen nicht vorhersagen. Neben Risikofaktoren von Demenz-Ursachen wie ungesunde Lebensweise scheinen auch Stress und schwere emotionale Belastungen (Tod eines geliebten Menschen, Unfall, Überfall, Erleben von Gewalt, Existenzangst) mögliche Ursachen und Verstärker zu sein. Das zeigen zumindest Studien.

Vor allem ältere Menschen, egal, ob dement oder nicht, sollten deshalb möglichst in einem freundlichen, nicht belastenden Umfeld leben – und wenn möglich, keinem Stress ausgesetzt werden. Das erhält ihre seelische und damit auch geistige Gesundheit.

Auf die Situation erkrankter Menschen aufmerksam machen: Welt-Alzheimertag

Über Alzheimer sowie andere Demenzerkrankungen sind leider noch immer nicht alle Menschen informiert, die dies im engeren oder auch weiteren Kreis betreffen könnte. Stellenweise wird die Krankheit gar stigmatisiert. "Der kann sich ja gar nichts mehr merken" wird gescherzt. Mit vielerlei Aktionen soll auf die Situation von Erkrankten hingewiesen werden.

Im Jahr 2018 trägt der Welt-Alzheimertag das Motto "Demenz – dabei und mittendrin". Denn Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige möchten trotz Erkrankung am Leben teilhaben. Nichts ist schwieriger für die Selbstachtung, als den Alltag nicht mehr selbst bestreiten zu können. Dass dies aber mit Unterstützung möglich ist, soll an diesem Tag sowie auch weiterhin gezeigt werden. Informationen zur Demenz und zu Alzheimer können Verständnis geben und den Verlauf der Demenz zumindest ein wenig erklären.

Örtliche Alzheimer-Gesellschaften und Selbsthilfegruppen organisieren verschiedenste Veranstaltungen, die Sie im Veranstaltungskalender der Deutsche Alzheimer nachlesen können.

Mehr zu den Themen Demenz und Alzheimer halten unsere Themenseiten für Sie bereit.

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